StartseiteAktuellesNachrichtenUS-Haushaltsentwurf: Massive Einschnitte in der Forschungsförderung

US-Haushaltsentwurf: Massive Einschnitte in der Forschungsförderung

Berichterstattung weltweit

Zahlreiche US-amerikanische Förderprogramme und Forschungsorganisationen – insbesondere aus den Bereichen Klimawandel, erneuerbare Energien und Umweltschutz – müssen mit drastischen Budgetkürzungen rechnen. Aber auch andere Fachbereiche sind betroffen.

Am 1. Oktober beginnt in den USA das Haushaltsjahr 2017/18. Bisher war bekannt geworden, dass die US Regierung plant, rund 54 Milliarden USD im zivilen Bereich einzusparen, um damit den Verteidigungsetat aufzustocken. Am 16. März hat die Trump Administration nun erste konkrete Pläne vorgelegt, in welchen Bereichen die angekündigten Einsparungen erfolgen sollen. Die in dem Dokument „America First. A Budget Blueprint to Make America Great Again“ enthaltenen Sparmaßnahmen bestätigen die von vielen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern befürchteten Einschnitte in der staatlichen Forschungsförderung – besonders davon betroffen sind die Bereiche Klimawandel, erneuerbare Energien und Umweltschutz.

So plant die Regierung, das Budget der US-amerikanischen Umweltbehörde EPA um 31 Prozent zu kürzen und so 3.200 Stellen zu streichen. Besonders betroffen ist davon das EPA-Büro für Forschung und Entwicklung, dessen Etat beinahe halbiert wurde. Auch im Energieministerium DOE sollen die Mittel des Büros für Forschung und Entwicklung um 20 Prozent (900 Millionen USD) gekürzt werden. Die dort angesiedelte, erst 2009 gegründete Förderagentur Advanced Research Projects Agency-Energy (ARPA-E), die besonders risikoreiche Forschungsvorhaben mit großen Ertragsaussichten fördert, soll sogar vollständig abgeschafft werden. Der Etat der DOE-Abteilung für nukleare Waffen hingegen wird um elf Prozent aufgestockt.

Die US-Weltraumbehörde NASA bekommt die geänderten politischen Verhältnisse in Washington zu spüren. Ihr Budget wird zwar lediglich um ein Prozent gekürzt, jedoch umverteilt. Künftig wird der Schwerpunkt in der Erkundung des äußeren Weltraums (deep space) liegen und andere Programme, beispielsweise zur Erderkundung, deutlich zurückgestellt. Andere Fördereinrichtungen mit ähnlicher Ausrichtung sind ebenfalls betroffen. So werden die Mittel der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), die unter anderem ein eigenes Satellitenprogramm unterhält, für die Wetterforschung und das Ressourcenmanagement an Küsten und großen Seen gekürzt.

Auch andere Fachbereiche zählen zu den Verlierern des Haushaltsentwurfes. Die Mittel der National Institutes of Health sollen um 18,5 Prozent gekürzt werden. Zudem wird eine Reorganisation der Einrichtungen gefordert, die unter anderem die Schließung und Zusammenlegung von einigen der insgesamt 27 NIH-Institute und Zentren vorsieht. Die seit über 50 Jahren für die Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften zuständige National Endowment for the Humanities (NEH), die zuletzt über ein Jahresbudget von 148 Millionen USD verfügte, soll künftig keine staatlichen Mittel mehr erhalten.

Allerdings handelt es sich bei dem erschienenen Dokument um eine Blaupause mit einer vorläufigen und noch lückenhaften Fassung des Haushaltsentwurfes. So wird eine der wichtigsten Forschungsfördereinrichtungen in den USA mit einem jährlichen Budget von 7,5 Milliarden USD, die National Science Foundation (NSF), nicht erwähnt. Eine endgültige Fassung ist für Mai angekündigt. Bis dahin bleibt noch viel Raum für Spekulationen, welche Einrichtungen noch von Kürzungen und Streichungen betroffen sein könnten.

Unklar sind zudem die Erfolgsaussichten des Entwurfes. In einigen Fachmedien wurde bereits gemutmaßt, dass der Kongress diesen ablehnen könnte, da er Bereiche berühre, die traditionell sowohl von Demokraten als auch von Republikanern unterstützt würden, beispielsweise die Forschung der NIH.

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Quelle: Science / Nature Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: USA Themen: Förderung Strategie und Rahmenbedingungen Umwelt u. Nachhaltigkeit Geowissenschaften Grundlagenforschung Geistes- und Sozialwiss. Energie

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