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Afrikanische Wissenschaftsakademie fordert Reform der Forschungs- und Innovationspolitik

Berichterstattung weltweit

In einer Anfang März vorgestellten Studie kritisiert die Afrikanische Wissenschaftsakademie fehlende oder unzureichende politische Konzepte zur Förderung von Wissenschaft, Technologie und Innovationen in vielen afrikanischen Staaten.

In der Studie „Africa Beyond 2030: Leveraging knowledge and innovation to secure Sustainable Development Goals” ruft die Afrikanische Wissenschaftsakademie (African Academy of Sciences, AAS) afrikanische Staaten dazu auf, den Fokus forschungspolitischer Vorhaben auf soziale und umweltbezogene Faktoren zu richten und sie zugleich näher an den Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen auszurichten. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die erfolgreiche Umsetzung einer wirksamen Wissenschaftspolitik durch mangelnde politische Kompetenz, fehlendes Personal, unzureichendes Monitoring und geringe Budgets begrenzt seien. Denn obwohl knapp die Hälfte der afrikanischen Staaten entsprechende Politik betreibe, beschränke sich diese auf kurzfristigen Zugewinn wirtschaftlich nutzbaren Know-hows, statt nachhaltige Entwicklung ganzheitlich und langfristig zu betrachten.

AAS-Geschäftsführer Professor Nelson Torto fordert daher eine Neujustierung wissenschaftlich-technologischer Forschungsvorhaben, die auf die Reduzierung von Hunger, Krankheiten, Wasserknappheit, Energieengpässen, sozialer Ungleichheit und Biodiversitätsverlusten abzielen. Torto zufolge könne eine solche Neuausrichtung nur realisiert werden, indem die AAS gemeinsam mit weiteren Partnern wie der Neuen Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD) und der Wirtschaftskommission für Afrika der Vereinten Nationen einen Forschungsleitfaden zur Erreichung der SDGs erarbeite.

Angesichts der fortschreitenden technologischen Entwicklung und geschätzt über 840 Mio. Jugendlichen im Jahr 2050 wird eine Wissenschaftsagenda eingefordert, die dem rapiden Wachstum von Innovationstreibern wie Künstlicher Intelligenz, Robotik, Nano-, Bio- und Gentechnologie sowie Big Data Rechnung trägt und somit die Zukunftsfähigkeit afrikanischer Arbeitsmärkte sichert.

„Lichtblicke“ in Bezug auf die Entwicklungslandschaft Afrikas verortet die Studie in der Einführung und Verbreitung von Informations- und Kommunikationstechnologien, insbesondere der Mobiltelefonie und dem damit verbundenen bargeldlosen Zahlungsverkehr („M-Pesa“), sowie der Nutzung virtuellen Lernens und genmodifizierter Baumwolle, die für eine verbesserte Textilproduktion sorgen könnte. Problematisch werden hingegen die zu geringen Ausgaben für Wissenschaft und Forschung (bei allen Staaten weniger als ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts) und die finanziell hohe Abhängigkeit von externen, meist ausländischen Geldgebern bewertet.

In der Studie werden folgende Empfehlungen ausgesprochen:

  • Afrikanische Staaten sollen Aufnahmekapazitäten und Qualität von naturwissenschaftlich-mathematischer Forschung und Ausbildung in Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen verbessern.
  • Die Staaten sollen für eine verbesserte Mobilität von Forschern sorgen und staatenübergreifende Forschungsprojekte fördern.
  • Die Staaten sollen die politischen Rahmenbedingungen entsprechend der Fokussierung auf soziale und umweltbezogene Aspekte nachhaltiger Entwicklung anpassen.
  • Die Staaten sind angehalten, Fertigungstechnologien voranzutreiben und konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die Abhängigkeit von importierten Gütern zu verringern.

Zum Nachlesen:

Quelle: University World News Redaktion: von Alexander Bullinger, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Ägypten Algerien Angola Benin Burkina Faso Côte d'Ivoire Gambia Ghana Kamerun Kenia Libyen Mali Marokko Namibia Niger Nigeria Region Ostafrika Region südliches Afrika Region Westafrika Ruanda Senegal Somalia Südafrika Tansania Togo Tunesien Zentralafrikanische Republik Themen: Strategie und Rahmenbedingungen Umwelt u. Nachhaltigkeit Förderung

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