StartseiteLänderAfrikaGhanaZusammenfassungÜberblick zur Bildungs-, Forschungs- und Innovationslandschaft und -politik

Bildungs-, Forschungs- und Innovationspolitik

Laut des Global Innovation Index 2021 steht Ghana auf dem 112. Rank von 132 ausgewerteten Ländern. Dabei hat sich die Position Ghanas in den letzten Jahren etwas verschlechtert. Im regionalen Vergleich liegt Ghana auf Rank 12 von 27 ausgewerteten Volkswirtschaften in Subsahara-Afrika. Vor allem in den Bereichen Humanressourcen und Forschung, Infrastruktur, Wissens- und Technologie-Output liegt Ghana über er dem regionalen Durchschnitt.

Aktuelle FuE-Indikatoren zu Ghana liegen nicht vor. Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind weitgehend öffentlich finanziert und Forschung findet überwiegend an öffentlichen Forschungseinrichtungen und Hochschulen statt. Die Drittmittelfinanzierung durch internationale Geber spielt ebenfalls eine große Rolle. In Bezug auf wissenschaftliche Publikationen liegt Ghana im afrikanischen Vergleich im unteren Feld der Spitzengruppe auf Platz 9 (SCIMAGO Journal and Country Rank, Stand Februar 2022). Von den westafrikanischen Ländern verzeichnet nur Nigeria als das bevölkerungsreichste Land Afrikas mehr Publikationen als Ghana.

Ghana gehört aufgrund seiner relativen politischen Stabilität und der soliden Wirtschaftssituation insbesondere in Westafrika zu den wissenschaftlich führenden afrikanischen Ländern und ist international gut vernetzt. 2019 wurde der 6. Strategieplan für Bildung (2018-2030) veröffentlicht. Prioritäten sind auf allen Ebenen der Zugang zu Bildung und Chancengleichheit, Qualität der Lehre insbesondere in den MINT-Fächern sowie effizientes Management der Bildungsstrukturen.

Fachliche Stärken der ghanaischen Forschungslandschaft liegen in der medizinischen Forschung, Agrar- und Biowissenschaften, Umweltwissenschaften und Sozialwissenschaften. Dies spiegelt sich auch an der Zahl der in den Fachbereichen tätigen Forschenden wider. Die meisten Forschenden gibt es in den Sozial- und Geisteswissenschaften: Fast ein Drittel sind hier tätig gefolgt von den Agrar- und Naturwissenschaften (Zahlen aus dem Jahr 2012).

2017 hat die Regierung eine National Science, Technology and Innovation Policy für die nächsten 10 Jahre veröffentlicht, die in weiten Teilen jedoch noch nicht umgesetzt wurde. Sichtbarstes Zeichen ist die Schaffung des Presidential Advisory Council on Science, Technology and Innovation (PACSTI), ein interdisziplinär besetztes Beratungsgremium, das den Präsidenten hinsichtlich FTI-Politik beraten und den Beitrag von Wissenschaft, Technologie und Innovation zur nationalen Entwicklung nachhalten soll.

Die weitere Ausgestaltung der Forschungs- und Innovationspolitik für die kommenden Jahre ist Teil des National-Medium-Term Development Policy Framework (2022-2025). Dieser enthält jedoch wenige konkrete Vorhaben: Forschung, Technologie und Innovation sollen Teil aller sozio-ökonomischen Aktivitäten sein. Ghana gehört zu fünf Pilotländern, die gemeinsam mit der UNESCO und anderen UN-Organisationen eine STI for the SDGs Road Map entwickeln.

Laut der Ghana Tertiary Education Commission (Stand Februar 2022) gibt es 15 staatliche Universitäten, 109 private Universitäten, 10 staatliche Technical Universities und 46 staatliche Colleges of Education. Die Gründung privater Hochschulen hat in den letzten Jahren eine starke Expansion erfahren. Diese Entwicklung, die Ghana wie auch andere Länder Subsahara-Afrikas betrifft, wird teilweise sehr kritisch gesehen, da private Hochschulen oftmals keine Minimalstandards erfüllen und die Regierungen dazu verleiten können, sich aus dem notwendigen Hochschulausbau zurückzuziehen ("Private universities have the potential to ‘take over’", University World News, 16 February 2018). Der Weltbildungsbericht 2022 widmet sich ebenfalls dieser Problematik.

Die wichtigsten Universitäten des Landes sind die University of Ghana, die Kwame Nkrumah University of Science and Technology und die University of Cape Coast.

Ghana verfügt über zwei größere Forschungseinrichtungen: den Council for Scientific and Industrial Research (CSIR) mit 13 Instituten und die Ghana Atomic Energy Commission mit 6 Instituten. Von Bedeutung sind darüber hinaus das Cocao Research Institute of Ghana und das Ghana Space Science and Technology Institute, das zur GAEC gehört. Darüber hinaus gibt es zwei Gesundheitsforschungsinstitute: das Noguchi Medical Research Institute und das Center for Scientific Research in Plants Medicine (CSRPM).

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Indikatoren für Bildung

Indikator

Ghana

Deutschland

Stand

Anteil öffentlicher Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) [Prozent]

4,00

4,99

2018

Wachstum des öffentlichen Bildungsanteils am BIP (Differenz des BIP-Bildungsanteils zu dem des Vorjahres [Prozent]

0,38

0,11

2018

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender aus dem Land [Prozent]*

3,47

3,71

2019

Anzahl Studierender im Tertiärbereich insgesamt [Mio.]

0,547

3,296

2020/19

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender im Land [Prozent]**

1,05

10,11

2020/19

Anzahl Promovierender insgesamt

3.139

201.800

2020/19

Anteil an neuen Studienabschlüssen in Mathematik, Statistik und Naturwissenschaften [Prozent]

4,25

8,04

2020/19

Anteil an neuen Studienabschlüssen in Ingenieurswissenschaften, Fertigung und Konstruktion [Prozent]

6,34

24,20

2020/19

Tabelle 3: Bildungsindikatoren

Quelle: UNESCO Institute of Statistics, Stand September 2021

* UNESCO registriert nur diejenigen internationalen Studierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss im Ausland anstreben.

** UNESCO registriert nur diejenigen internationalen Studierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss in dem jeweiligen Land anstreben.

     

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Weitere Informationen
Links/Institutionen

FuE-Indikatoren

Zu den FuE-Indikatoren liegen für Ghana keine aktuellen Daten vor; zuletzt wurden an die UNESCO Daten für das Jahr 2010 gemeldet.

Fachliche Stärken auf der Basis bibliometrischer Daten

Schwerpunkte liegen in der medizinischen Forschung, Agrar- und Biowissenschaften, Umweltwissenschaften und Sozialwissenschaften (siehe UNESCO World Science Report 2021).

Dies spiegelt sich auch an der Zahl der in den Fachbereichen tätigen Forschenden wider. Die meisten Forschenden gibt es in den Sozial- und Geisteswissenschaften: Fast ein Drittel sind hier tätig gefolgt von den Agrar- und Naturwissenschaften (Zahlen aus 2012, Sub-Saharan African, Science, Technology, Engineering and Mathematics Research. A Decade of Development, World Bank 2016).

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