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Bevölkerung/Geografie

Ländername

El Djumhuriya El Tunisiya / République Tunisienne

Tunesische Republik

Tunesien

Fläche

164.150 km²

Bevölkerungszahl

11 Mio.

(Schätzung 2015)

Lebenserwartung

Männer: 73,79 Jahre

Frauen: 78,14 Jahre

(Schätzung 2015)

Altersstruktur

0-14 Jahre: 23,3 %

15-64 Jahre: 68,93 %

65 Jahre und älter: 8,04 %

(Schätzung 2015)

Bevölkerungswachstum

0,89 % (Schätzung 2015)

Bevölkerungsgruppen

98 % Araber

1 % Europäer

1 % Juden und Sonstige

Sprachen

Arabisch (Amtssprache), Französisch (Verkehrssprache), Tamazight (Berberdialekt)

Religionen

99,1 % Muslime

1 % Sonstige (sehr kleine jüdische und christliche Gemeinden)

Nationalfeiertag

20. März (Tag der Unabhängigkeit, 1956)

Zeitzone

MEZ (UTC + 1)

Es gibt keine Sommer- / Winterzeit.

Währung

1 Tunesischer Dinar TND/ 1000 Millimes

 

Aktueller Wechselkurs unter OANDA.com - Währungskonverter.

Vorwahl

+216

Quelle: Auswärtiges Amt, CIA World Factbook, www.oanda.com

Tunesien liegt in Nordafrika und grenzt im Norden und Osten an das Mittelmeer, im Westen an Algerien und im Südosten an Libyen. Die tunesische Mittelmeerküste ist 1.148 km lang, die Landgrenze zu Algerien misst 965 km, die Grenzlinie zu Libyen 459 km. Mit nur 140 km Entfernung zur Küste Siziliens ist Tunesien der am weitesten nördlich gelegene Staat Afrikas und mit 164.150 km² Fläche zugleich der kleinste der nordafrikanischen Mittelmeeranrainer.

Das Staatsgebiet Tunesiens schließt Teile verschiedener geografischer Großräume ein, die den Bewohnern aufgrund ihrer besonderen topografischen und klimatischen Verhältnisse sehr unterschiedliche Lebensbedingungen bieten.

Das nordtunesische Bergland wird insgesamt von östlichen Ausläufern des Atlasgebirges geprägt. Entlang der nördlichen Mittelmeerküste verlaufen z.T. steil zum Meer abfallende Küstengebirge – im tunesisch-algerischen Grenzgebiet die Kroumirie, die nach Osten in das flachere Mogod-Bergland übergeht. Auf der südlichen, windabgewandten Seite der Küstengebirge befindet sich das fruchtbare Talbecken des Medjerda, des mit 450 km längsten Flusses Tunesiens, der als einziger Fluss des Landes ganzjährig Wasser führt und zugleich für 82% der tunesischen Süßwasservorkommen steht. Am Unterlauf des Medjerda sind wichtige Teile der tunesischen Landwirtschaft konzentriert.

Südlich des Medjerda-Tals beginnt der tunesische Zentralrücken, die Dorsale. Dieser vielgliedrige Höhenrücken erstreckt sich über 220 km von der algerischen Grenze in Richtung Nordosten bis zur Halbinsel Cap Bon und schließt auch die höchste Erhebung Tunesiens ein, den Djebel Chambi (1.544 m). Östlich der Dorsale liegt zwischen Hammamet und Mahdia die flache und niederschlagsreiche Küstenregion des Sahel (arab. "Ebene"), die einen weiteren Schwerpunkt der tunesischen Landwirtschaft bildet.

Die zentraltunesische Steppe erstreckt sich südlich der Dorsale und nördlich der südtunesischen Sahara von der algerischen Grenze bis fast zum Mittelmeer. Sie wird von Trockentälern, den Wadis, geprägt, weist in ihrem südlichen Teil bedeutende Phosphatvorkommen auf und wird nach Süden durch die sich von Algerien ins Land ziehende Schottsenke begrenzt. Diese Senke liegt unterhalb des Meeresspiegels und wird von Salzseen ("Schotts") wie dem Chott el Djerid und zahlreichen Oasen geprägt.

Den Süden Tunesiens prägt die Sahara mit dem Östlichen Großen Erg. Durch das weiter westlich gelegene Stufenland mit dem Kalksteinmassiv des Dahar wird die Sahara von der Djeffara-Ebene getrennt, die sich entlang der Küste von Gabès bis nach Libyen hinein erstreckt.

Klimatisch ist Tunesien von regional stark unterschiedlichen Temperaturen und Niederschlagsmengen geprägt. An den Küsten sorgt das Mittelmeer für ein relativ ausgeglichenes Klima, das jedoch zum Landesinneren hin einem ariden Kontinentalklima weicht. In den Wüstengebieten südlich der Schottsenke herrscht dagegen ein von extremen Temperaturunterschieden und fast ganzjähriger Trockenheit geprägtes Wüstenklima. Die infolge der globalen Klimaerwärmung zunehmende Unregelmäßigkeit der Niederschläge hat besonders in den teilweise gerade noch landwirtschaftlich nutzbaren zentraltunesischen Steppengebieten häufig Dürren zur Folge.

Politik/Administration

Ländername

Tunesische Republik

El Djumhuriya El Tunisiya, République Tunisienne

Hauptstadt

Tunis

Regierungsform

Nach der Revolution vom 14. Januar 2011 (Sturz Präsident Ben Alis infolge Volksaufstand) Auflösung des Parlamentes und Ernennung einer Übergangsregierung. Am 23.10.2011 Wahl einer Verfassungsgebenden Versammlung, die am 26. Januar 2014 eine neue Verfassung verabschiedete. Tunesien ist seitdem eine parlamentarische Republik mit Sonderrechten des Präsidenten in der Außen-, Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. Die ersten regulären Wahlen des Parlaments und des Staatspräsidenten fanden Ende 2014 statt.

Staatsoberhaupt

Béji Caid Essebsi (Nida Tunis)

seit 31. Dezember 2014

Regierungschef/in

Habib Essid

seit 5. Februar 2015

Außenminister/in

Khemaies Jhinaoui

seit 6. Januar 2016

Bildungs- und Wissenschaftsminsiter/in

Chiheb Bouden

seit 5. Februar 2015

Parlament

Das am 26. Oktober 2014 neu gewählte Parlament ist am 24. November 2014 erstmals zusammengetreten. In ihm ist die säkulare Partei "Nida Tunis" mit 86 Sitzen stärkste Fraktion, gefolgt von der islamisch-konservativen "Ennahda" mit 69 Sitzen (bei insgesamt 217 Mitgliedern des Parlaments).

Regierungsparteien

Die Regierung unter Habib Essid besteht aus 24 Ministern einer Koalition zwischen Nida Tunis, Ennahda, UPL und Afek Tunis (11 parteilos, 6 Nida Tunis, 3 UPL, 3 Afek Tunis, 1 Ennahda).

 

Nach der Revolution sind mehr als 110 Parteien neu entstanden, teilweise gab es bereits Fusionen und Auflösungen. Wichtige Parteien: Nida Tunis, Ennahda, Freie Patriotische Union, Volksfront, Horizonte.

Verwaltungsstruktur

24 Gouvernements mit von der Regierung eingesetzten Gouverneuren:

 

Tunis, Ariana, Ben Arous, Manouba, Beja, Jendouba, Kef, Siliana, Bizerte, Nabeul, Zaghouan, Gafsa, Kairouan, Kasserine, Mahdia, Monastir, Sfax, Sidi Bouzid, Sousse, Gabès, Kebili, Medenine, Tataouine, Tozeur

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Quelle: Auswärtiges Amt, CIA World Factbook

Staatsaufbau

Tunesien ist gemäß der Verfassung von 2014 ein freier, unabhängiger und souveräner Staat, dessen Religion der Islam, dessen Sprache das Arabische und dessen Regierungsform die Republik ist. Das Land ist noch zentralistisch aufgebaut und hat 24 Gouvernorate. Die  Revolution vom 14. Januar 2011 mit der Flucht des bisherigen Präsidenten Ben Ali hatte zu einer Phase des politischen Übergangs geführt. Am 23. Oktober 2011 wurde eine Verfassungsgebende Nationalversammlung gewählt, die am 26. Januar 2014 die neue demokratische Verfassung verabschiedete. Seit Ende 2011 haben sich drei Übergangsregierungen abgelöst, die jeweils von der Nationalversammlung bestätigt wurden. Die Parlamentswahlen am 26.10.2014 haben die säkulare Partei "Nida Tunis" zur stärksten Kraft gegenüber der noch 2011 siegreichen islamisch-konservativen Ennahda gemacht. In einer Stichwahl gegen den bisherigen Übergangspräsidenten Moncef Marzouki wurde am 21.12.2014 Béji Caid Essebsi zum Staatspräsidenten gewählt. Die neue Regierung – eine Koalition aus Nida Tunis, Ennahda, UPL und Afek Tunis – unter Führung des parteilosen Habib Essid wurde am 05.02.2015 vereidigt.

Verfassungsorgane und aktuelle politische Lage

Die neue Verfassung sieht für Tunesien ein gemischtes Regierungssystem vor, in dem der Premierminister vom Staatspräsidenten mit der Regierungsbildung beauftragt und vom Parlament bestätigt werden muss. Der Premierminister bestimmt die Richtlinien der Politik, mit Ausnahme der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, die in der Zuständigkeit des Staatspräsidenten liegen, der direkt vom Volk gewählt wird.

Die Parlamentswahlen am 26.10.2014 konnte die säkulare Partei Nida Tunis mit 86 Sitzen vor der islamisch-konservativen Ennahdha mit 69 Sitzen (von insgesamt 217) für sich entscheiden. Bei den Präsidentschaftswahlen setzte sich am 21.12.2014 (Stichwahl) der Gründer der Nida Tunis und Übergangspremierminister von 2011 Beji Caid Essebsi mit 55,68% gegen Übergangspräsident Moncef Marzouki (44,32%) durch Am 05.02.2015 wurde der parteilose Ökonom Habib Essid vom Parlament  mit 166 gegen 30 Stimmen bei 8 Enthaltungen als neuer Regierungschef bestätigt. Er führt ein Kabinett aus Mitgliedern der Parteien Nida Tunis, Ennahdha, UPL und Afek Tunis sowie parteilosen Experten. Die neue "Regierung der nationalen Einheit" beteiligt neben dem Wahlsieger Nida Tunis auch den Hauptantagonisten Ennahda und sollte somit in der Lage sein, auch für schmerzhafte Reformen die notwendige Akzeptanz inner- und außerhalb des Parlaments zu finden.  

Staat und Religion

Tunesien ist ein mehrheitlich muslimisch geprägtes Land. Der Anteil der christlichen und jüdischen Minderheit beträgt unter ein Prozent der Bevölkerung. Die neue Verfassung von 2014 garantiert, wie schon die Verfassung von 1959, die Religionsfreiheit. Die islamistischen Kräfte konnten sich mit ihrer Forderung nach einer Verankerung des islamischen Rechtssystems der Sharia in der Verfassung nicht durchsetzen. Stattdessen wird das Prinzip eines zivilen Staates festgeschrieben. In der Gesellschaft ist seit der Revolution jedoch eine zunehmende Rückbesinnung auf islamische Werte und Lebensformen zu beobachten (Bekleidungsvorschriften, Einhalten des Fastens im Ramadan). Die Übergangsregierungen haben sich mit wachsendem Erfolg bemüht, die Moscheen des Landes zu kontrollieren, um den Einfluss radikaler Prediger (Salafisten) zurückzudrängen, die sich seit der Revolution in einigen Gemeinden etabliert haben.

Quelle: Auswärtiges Amt

Wirtschaftsinformationen

Ausführliche Daten über die tunesische Wirtschaft und die tunesisch-deutschen Handelsbeziehungen finden Sie  in der Reihe "Wirtschaftsdaten kompakt" von Germany Trade and Invest (GTAI). Diese wird zweimal jährlich im Mai und November aktualisiert. Folgende Indikatoren sind unter anderem enthalten: Einwohner, Bevölkerungsdichte, Währung, Wechselkurs, Bruttoinlandsprodukt, BIP je Einwohner, BIP-Wachstum, Inflationsrate, Durchschnittslohn, Arbeitslosigkeit, Haushaltssaldo, Außenhandel, wichtigste Ein- und Ausfuhrgüter, wichtigste Handelspartner, ausländische Direktinvestitionen, Länderbonität, Devisenreserven, Außenhandel mit der EU und Deutschland, wichtigste deutsche Ein- und Ausfuhrgüter.

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