Auswahl an Regierungs- und Ressortabkommen mit Partnerländern

Mit über 200 Staatsverträgen und Abkommen besteht eine traditionell sehr enge Beziehung zu den USA. Abkommen über wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit gibt es auf Bundesebene mit Frankreich (1965), Deutschland (1971), Japan (1986), Südkorea (2002, verlängert 2007), Indien (2005), Israel (2006), China (2007), Brasilien (2008). Memoranda of Understanding wurden mit Chile (MoU 2008) und Schweden vereinbart.

Zusätzlich haben kanadische Provinzen internationale Abkommen zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit abgeschlossen.

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Teilnahme an europäischen Programmen und Initiativen

Seit 1996 besteht ein Abkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit zwischen Kanada und der Europäischen Union. Aktuelle Neuigkeiten können auf der Webseite der EU zur Kooperation mit Kanada im Bereich Forschung und Innovation abgerufen werden.

Im Rahmen des 7.EU-Forschungsrahmenprogramms (2007-13) hat sich Kanada an 164 Projekten beteiligt. Thematische Schwerpunkte der Zusammenarbeit waren Gesundheitsforschung und IKT. Unter den 87 Drittstaaten, die EU-Förderung erhalten haben, lag Kanada in Bezug auf die Anzahl erfolgreicher Antragsteller auf Rang 7 („EU Commission (2015): Seventh FP7 Monitoring Report 2013“).

Auch in dem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 (2014-20) hat sich Kanada bisher aktiv beteiligt. Kanadische Partner, die sich an erfolgreichen Projektkonsortien beteiligen wollen, erhalten jedoch in der Regel keine europäischen Fördergelder. Die kanadische Seite ko-finanziert nur im Falle ausgewählter Förderbekanntmachungen. Außerdem hat die Provinz Québec mit „PSR-SIRI“ ein passendes Programm zur Ko-Finanzierung von Partnern aus Québec.

Ausschlaggebend für die zukünftige Zusammenarbeit ist die  Roadmap for EU-Canada Science and Technology Cooperation", die im November 2018 beschlossen wurde. Folgende Fachgebiete wurden als prioritär festgelegt: Arktis, Meere,  Luft- und Raumfahrt, Energie, Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Forschungsinfrastrukturen und Mobilität von Forschern. Dazu kommen Nanosicherheit und Technologien für globale Gesundheit sowie Gesundheitsforschung allgemein.

Das im Jahr 2013 unterzeichnete Galway Statement on Atlantic Ocean Cooperation ist eine trilaterale Übereinkunft zwischen Kanada, der EU und den USA. Durch die Atlantic Ocean Research Alliance" soll die Kooperation in Meeres- und Polarforschung gestärkt werden. Bei der Umsetzung spielen Förderbekanntmachungen unter dem EU-Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020 eine entscheidende Rolle.

Andere Varianten europäisch-kanadischer Kooperation setzen auf die Verbindung verschiedener nationaler Fördertöpfe, um gemeinsame Projekte zu finanzieren. Sofern kanadische Fördereinrichtungen an solchen multinationalen Public-Public-Partnerships (P2Ps) teilnehmen, können kanadische Partner gefördert werden. Derzeit liegt die Anzahl aktiver P2Ps mit kanadischer Beteiligung bei 22. Seit 2008 gab es 85 transnationale Förderinitiativen, unter denen bislang 61 Projekte mit kanadischer Beteiligung gefördert wurden (Übersicht ERA-LEARN Plattform, Stand Mai 2019). Der Schwerpunkt liegt im Bereich Gesundheit, da sich vor allem die Fördereinrichtungen CIHR (Canadian Institutes of Health Research) sowie FRQS (Fonds de la Recherche en Santé du Québec) stark engagieren. Zu den P2Ps mit kanadischer Beteiligung gehören zum Beispiel die gemeinsamen Programminitiativen zu neurodegenerativen Krankheiten (JPND) sowie zu Antibiotikaresistenzen (JPIAMR) und ERA-Netze zu seltenen Krankheiten (E-Rare) sowie Nanomedizin (EuroNanoMed).

Kanada wurde 2012 als assoziiertes Mitglied in EUREKA aufgenommen. Unter Schweizerischen Vorsitz wurde dieser Status im März 2015 um weitere drei Jahre verlängert. Mit Stand Januar 2018 gibt es in EUREKA 34 laufende Projekte mit kanadischer Beteiligung, acht davon zusammen mit Deutschland. Kanada ist im Mai 2016 dem Programm Eurostars beigetreten. Derzeit gibt es drei gemeinsame Vorhaben. Vorhaben unter EUREKA und Eurostars werden über das Programm des National Research Council NRC-IRAP („Industrial Research Assistance Program“) gegenfinanziert.

Kanada ist bereits seit 1979 assoziiertes Mitglied der Europäischen Raumfahrtagentur ESA.

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Mitgliedschaften in internationalen Regierungsorganisationen und -foren

Kanada ist Mitglied der G7 und der G20. Während die G7 ein informeller Zusammenschluss der klassischen Industrieländer sind, gehören zu den G20 auch die BRICS-Länder sowie Argentinien, Australien, Saudi-Arabien und die Türkei. Durch die Mitgliedschaft ist Kanada an den jährlichen Beschlüssen der Staats- und Regierungschefs beteiligt, die auch Bildung und Forschung betreffen können. Zusätzlich haben bereits Treffen der G7- und der G20-Wissenschafts- und Bildungsminister stattgefunden.

Kanada ist Gründungsmitglied der Vereinten Nationen (UN), die ihren Sitz in New York haben. Kanada war außerdem eines der 20 Gründungsmitglieder der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO).

Kanada ist Mitglied der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und hat damit in den allgemeinen Bildungs- und Wissenschaftsgremien der OECD vollen Delegiertenstatus.

Weiterhin beteiligt sich Kanada auch an den folgenden Regierungsorganisationen, die Schwerpunkte in den Bereichen Forschung und Innovation haben:

  • Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC);
  • Weltbiodiversitätsrat (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services, IPBES);
  • Internationale Energieagentur (International Energy Agency, IEA).

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Teilnahme an multilateralen Programmen und Initiativen

Kanada beteiligt sich seit dem Jahr 2000 regelmäßig an dem OECD-Programm zur Kompetenzmessung von Schülern (PISA). Zwischen 2008-13 hat Kanada an dem OECD-Programm zur Kompetenzmessung der erwachsenen erwerbstätigen Bevölkerung (PIAAC) teilgenommen.

Weiterhin beteiligt sich Kanada an der Global Biodiversity Information Facility (GBIF).

Kanada wird in der weltweit größten Nichtregierungsorganisation im Bereich Wissenschaft, dem Internationalen Wissenschaftsrat (Internationalen Science Council, ISC) durch den National Research Council (NRC) sowie den Social Science and Humanities Research Council of Canada (SSHRC) vertreten.

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Sitzland für Einrichtungen internationaler Organisationen

In Montreal ist das UNESCO Institute of Statistics (UIS) ansässig.

Das United Nations University Institute for Water, Environment and Health (UNU-INWEH) wurde in Hamilton (Ontario) eingerichtet.

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Eine Initiative vom

Projektträger