Internationale Programmatik: China

  1. Strategien und Programme

Strategien und Programme

Die Abteilung für Internationale Kooperation des Ministeriums für Wissenschaft und Technologie (MoST) ist verantwortlich für bi- und multilaterale Kooperationen und Austausch auf Regierungsebene. Alle wichtigen internationalen Organisationen, offizielle Vereinbarungen und Wissenschafts- und Technologie-Kooperationen als auch nicht-offizielle Kooperationen und Großprojekte werden von dieser Abteilung koordiniert. Das Hauptaugenmerk des MoST liegt auf der schrittweisen Erweiterung des FuE-Systems durch den Ausbau von Kooperationen und wissenschaftlichem Austausch. Chinas Forschungs- und Innovationskapazitäten sollen weiter an den globalen Wettbewerb angepasst werden. Dazu ist die Einbindung in globale Forschungsprojekte, ein weitgehend offenes Innovationsumfeld sowie eine erweiterte Förderung von Wissenschafts- und Technologie-Ressourcen nötig.

Bis zum 12. Fünfjahresplan (2011) verfolgte China das Ziel, die eigene Abhängigkeit von ausländischen Technologieimporten bis 2020 auf 30 Prozent zu reduzieren. Dieses Ziel wurde nicht weiterverfolgt. Vielmehr treibt die Regierung den Import ausländischer Technologie immer weiter voran und versucht auch international Talente für die verschiedenen Disziplinen der Forschung und Entwicklung zu gewinnen. Ausländische Firmen werden dazu angehalten ihre Forschungs- und Innovationszentren in China anzusiedeln und ihre Kapazitäten auszubauen. Obwohl aktuelle Zahlen fehlen ist von weit über 1000 Zentren auszugehen (Can HUANG et al.; RIO Country Report 2015: China, S.48). Diese Vorgehensweise ist einer der Gründe für die fortschreitende Dynamik und Fülle an internationalen Forschungskooperationen mit China.

Der Wissenserwerb und die Fachkompetenzen chinesischer Studierender sowie die Aufnahme eines Studiums im Ausland werden stark gefördert. Der China Scholarship Council (CSC) unter der Leitung des chinesischen Bildungsministeriums ist die wichtigste staatliche Institution zur Förderung von Mobilität in beide Richtungen. Für China stellt es gleichzeitig seit längerem eine Priorität dar, den ins Ausland abgewanderten wissenschaftlichen Nachwuchs nach China zurück zu holen. Der sogenannte „111 Plan“ von 2006 sah nicht nur die Einrichtung von Innovationszentren an 211er und 985er-Universitäten vor, sondern sollte gleichzeitig die für diese Universitäten zukünftig tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anlocken. 2008 legte das chinesische Bildungsministerium das Programm „Thousand Talents“ mit der Zielsetzung auf, innerhalb von 5-10 Jahren 2000 unternehmerisch und akademisch erfolgreiche Fachkräfte mit ausländischem Promotionsabschluss zur Rückkehr nach China zu bewegen. 2010 wurde eine besondere Förderung für jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ergänzt. Diese sollen in nationale Schlüsselprojekte („National Key Projects“) und s.g. „Key Labs“ eingebunden werden, um das Innovationspotenzial weiter voranzubringen Bereits 2015 waren 4100 chinesische Fachkräfte nach China zurückgekehrt (Quelle: UNESCO Science Report 2015, S. 632).

Um der Abwanderung des wissenschaftlichen Nachwuchses entgegenzuwirken, hat der China Scholarship Council (CSC), eine Klausel in ihre Förderbedingungen eingebaut, die ins Ausland gehende Studierende zur Rückkehr nach dem Studium verpflichtet. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Zahl der Rückkehrer nach China in den letzten Jahren stetig gewachsen ist (Can HUANG et al.; RIO Country Report 2015: China, S.47).

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