StartseiteLänderAsienIranTU Berlin: Drei Millionen Euro für energieeffizienten Siedlungsbau im Iran

TU Berlin: Drei Millionen Euro für energieeffizienten Siedlungsbau im Iran

Das Forschungsprojekt „Young Cities – Developing Energy Efficient Urban Fabric in the Tehran-Karaj Region“ unter Leitung von Prof. Dr. Rudolf Schäfer geht in die zweite Förderphase. Die Finanzierung mit weiteren drei Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ist bis zum Jahr 2013 gesichert.

Logo TU BerlinDas „Young Cities“-Projekt erforscht die Möglichkeiten zur Planung und zum Bau von energieeffizienten „New Towns“ in den Ballungsräumen des Südens am Beispiel Iran. Dies umfasst neben technischen Neuerungen auch die Erforschung der möglichen Anpassungen von Planungs- und Managementmethoden sowie der Baupraxis im Partnerland. Einer Reihe ambitionierter Pilotprojekte soll das Energieeinsparungspotenzial verschiedener Gebäudetypen sowie einer Wohnsiedlung aufzeigen.

Das erste energieeffiziente Wohngebäude wurde bereits im Juli 2010 feierlich eröffnet. Weitere Pilotvorhaben stehen kurz vor der Umsetzung, darunter eine 35 Hektar große, energieeffiziente Siedlung für circa 8000 Einwohner sowie ein Bürogebäude und ein Ausbildungszentrum. Es ist das größte angewandte Forschungsprojekt zu energieeffizientem Städtebau in der Region.

Erstmals gefördert wurde das Projekt von 2007 bis 2010 im Rahmen des BMBF-Förderprogramms „Research for Sustainable Development of the Megacities of Tomorrow“. Die Fördersumme für die erste Phase betrug ebenfalls drei Millionen Euro.

Zu den wichtigsten bisherigen Forschungsergebnissen zählen:

  • Der wohnbedingte Kohlendioxid-Ausstoß im Großraum Teheran/Karaj könnte bis zum Jahr 2020 um zehn Prozent sinken, wenn mit „Young Cities“-Standards gebaut wird.
  • Der Kohlendioxid-Ausstoß könnte um weitere sieben Prozent sinken, wenn das Mobilitätskonzept umgesetzt wird.
  • Der Energieverbrauch der geplanten Wohngebäude wird durch die Kombination von fossilen und erneuerbaren Energiequellen um 65 Prozent verringert.
  • Städtebauliche und architektonische Maßnahmen reduzieren den Heizenergiebedarf der geplanten Wohngebäude um 16 Prozent und den Kühlenergiebedarf um 23 Prozent.

Die wichtigsten städtebaulichen und architektonischen „Young Cities“-Standards sind:

  • gemischte Landnutzung,
  • kompakte Bauweise,
  • geeignete Gebäudeorientierung,
  • die Anlehnung an traditionelle Bautypologien wie die im islamisch geprägten Raum traditionelle Hofhausarchitektur und
  • geeignete Mobilitätskonzepte, die mehr auf städtischen Nahverkehr als motorisierten Individualverkehr setzen.

Neben den Partnerinstitutionen im Iran sind an dem Projekt außerdem beteiligt: Universität der Künste Berlin, das Fraunhofer Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik FIRST, Bauindustrieverband Berlin-Brandenburg, Berufsförderungswerk Berlin-Brandenburg, „Inter 3“ Institut für Ressourcenmanagement und „Nexus“ Institut für Kooperationsmanagement. Die zentrale Partnerinstitution im Iran ist das „Building and Housing Research Center (BHRC)“, ein unabhängiges, materialwissenschaftliches Forschungsinstitut (www.bhrc.ac.ir/english). Weitere iranische Beteiligte sind New Towns Development Corporation (NTDC) und Housing Investment Company (HIC).

Kontakt 
Dipl.- Ing. Leslie Quitzow
Projektmanagement „Young Cities“
Tel.: 030 - 314 - 299 - 01
Fax: 030 - 314 - 299 - 03
E-Mail: quitzow(at)youngcities.org
Web: www.youngcities.org

Quelle: Technische Universität Berlin Redaktion: Länder / Organisationen: Iran Themen: Umwelt u. Nachhaltigkeit

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