Indikatoren für Bildung

Indikator

Südkorea

Deutschland

OECD-Gesamt

Stand

Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt: Bildung insgesamt [Prozent]

5,4

4,2

5,0

2016

Wachstum des Bildungsanteils am BIP (Differenz des BIP-Bildungsanteils zu dem des Vorjahres in Prozentpunkten) [Prozent]

-0,4

0,0

0,0

2016

Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt: tertiäre Bildung [Prozent]

1,7

1,2

1,5

2016

Öffentlicher Anteil an den Ausgaben für tertiäre Bildung [Prozent]

38

83

66

2016

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender aus dem Land [Prozent]*

3

4

2

2017

Anzahl Studierender im Tertiärbereich insgesamt [Mio.]

3,136

3,092

k.A.

2017

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender im Land [Prozent]**

2***

8

6

2017

Anzahl Promovierender insgesamt

74.342

198.300

k.A.

2017

Anteil internationaler abschlussorientierter Promovierender im Land [Prozent]**

10***

10

22

2017

Anteil 25- bis 34-Jähriger mit einem Abschluss im Tertiärbereich [Prozent]

70

32

44

2018

Anteil an neuen Studienabschlüssen in Mathematik, Statistik und Naturwissenschaften (Ingenieurwissenschaften) [Prozent]

5 (20)

9 (22)

6 (14)

2017

PISA-Ergebnisse: Lesen [Punktzahl (Platzierung)]

517 (7)

509 (12)

493

2015

PISA-Ergebnisse: Naturwissenschaften [Punktzahl (Platzierung)]

516 (11)

509 (16)

493

2015

PISA-Ergebnisse: Mathematik [Punktzahl (Platzierung)]

524 (7)

506 (16)

490

2015

Tabelle 3: Bildungsindikatoren

Quelle: OECD - Education at a Glance 2019, UNESCO Institute for Statistics und "OECD - PISA 2015: Ergebnisse im Fokus"

* OECD (UNESCO) registrieren nur diejenigen internationalen Studierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss im Ausland anstreben.

** OECD (UNESCO) registrieren nur diejenigen internationalen Studierenden bzw. Promovierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss in dem jeweiligen Land anstreben.

*** Statt auf internationale (d.h. bei im Ausland erworbener Hochschulzugangsberechtigung ohne Berücksichtigung der Staatsangehörigkeit) bezieht sich diese Angabe auf ausländische Studierende bzw. Promovierende.

       

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Schulen und Hochschulen

Das seit 2013 wieder eigenständig agierendes Bildungsministerium (Ministry of Education, MOE) ist für das Schul- und das Hochschulwesen zuständig, mit Ausnahme der Technischen Universitäten KAIST (Korea Advanced Institute of Science and Technology), GIST (Gwangju Institute of Science and Technology), DGIST (Daegu Gyeongbuk Institute of Science and Technology) und UNIST (Ulsan National Institute of Science and Technology). Diese sind dem Ministerium für Wissenschaft und Informations- und Kommunikationstechnologien (Ministry of Science and ICT, MSIT) zugeordnet.

In Südkorea gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Kindergarten- und Vorschulerziehung, in den urbanen Gebieten besuchen dennoch die meisten Kinder eine solche Einrichtung. Bereits mit der Einführung der sechsjährigen Grundschulpflicht 1951 erreichte man – obwohl noch auf dem Stand eines Entwicklungslandes – nach wenigen Jahren eine Einschulungsquote von annähernd 100 Prozent. Daran anschließend findet die Schulausbildung an der verpflichtenden dreijährigen Mittelschule statt. Die Übergangsrate auf die dreijährigen Oberschulen beträgt mittlerweile knapp 100 Prozent. Anders als bei den Grund- und Mittelschulen ist über die Hälfte der Oberschulen in privater Trägerschaft. Bei den Pisa-Ergebnissen der vergangenen Jahre gehört Südkorea mittlerweile zur Spitzengruppe (vgl. OECD, 2016).

Auf der tertiären Ebene des Bildungssystems dominieren Universitäten und Colleges mit vierjährigen Bachelor-Studiengängen (sechsjährige bei medizinischen Fächern) und z.T. darauf aufbauenden Master- und Doktorkursen (Graduate Schools). Die Mehrzahl der etwa 430 Hochschulen (226 Universitäten, 160 Junior Colleges und 47 Graduate School Colleges) in Korea sind im Korean Council for University Education (KCUE) zusammengeschlossen. Von den etwa Universitäten sind etwa 80 Prozent privat und lediglich 20 Prozent staatlich. Etwa 55 Prozent der gesamten Finanzierung von privaten Universitäten wird aus Studiengebühren abgedeckt. In den letzten 5 Jahren sind die staatlichen Zuwendungen für die privaten Universitäten kontinuierlich erhöht worden.

Von den ca. 50 Mio. Koreanerinnen und Koreanern studieren derzeit insgesamt etwa 3,26 Mio. Die Immatrikulationsquote liegt bei 93 Prozent (DAAD-Ländersachstand 2017). Auch staatliche Hochschulen erheben für einheimische Studierende relativ hohe Studiengebühren. Südkorea gehört damit innerhalb der OECD zur Spitzengruppe (OECD Education at a Glance (2019), Daten und Grafik). Bis 2020 wird sich die Zahl der Studierenden aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge reduzieren. Korea hat mit 1,2 eine der niedrigsten Geburtenraten weltweit.

Die Etablierung von international wettbewerbsfähigen Exzellenzuniversitäten wurde in Südkorea seit 1999 durch eine Reihe von Programmen vorangetrieben, darunter durch das „Brain Korea 21 Project“ und das „World Class Universities Project“, mit dem Lehrkräfte aus dem Ausland gewonnen werden sollten. 2015 hat das Bildungsministerium beschlossen, alle Universitäten zu evaluieren, um die Qualität der Hochschulbildung zu verbessern und die Hochschulen auf einen Rückgang der Studierendenzahlen vorzubereiten (siehe unter Bildungspolitische Ziele und Programme). Derzeit liegt die Arbeitslosigkeit bei Jungakademikerinnen und -akademikern bereits offiziell bei 13 Prozent, die Zahl dürfte inoffiziell sogar noch höher sein.

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Berufliche Bildung

Das politische Interesse an der beruflichen Bildung wächst derzeit in Korea deutlich. Hintergrund ist, dass der sehr hohe Stellenwert der Hochschulbildung seit Jahren dazu führt, dass es zwar einen hohen Anteil an Hochschulabsolventen gibt (bis zu 68 Prozent), dadurch jedoch die Bereiche, in denen Facharbeiter gebraucht werden, unter Fachkräftemangel leiden. Um hier gegenzusteuern, müsste die koreanische Regierung die berufliche Bildung stärken. Die gesellschaftliche Anerkennung eines Berufsbildungsabschlusses ist bislang jedoch gering. Die derzeit deutlich zunehmende Jugendarbeitslosigkeit und der Mangel an qualifizierten Fachkräften könnten dazu beitragen, dass zukünftig berufliche Ausbildungen nach einem dualen System sowohl politisch als auch gesellschaftlich deutlich mehr Interesse und Anerkennung finden.

Das jetzige Berufsbildungssystem Koreas beruht auf dem Berufsbildungsgesetz von 2001. Die Verantwortung für die berufliche Aus- und Weiterbildung obliegt dem Bildungsministerium (Ministry of Education, MOE) und dem Ministerium für Beschäftigung und Arbeit (Ministry of Employment and Labor, MOEL). In den Curricula der Mittelschulen sind bereits berufsvorbereitende Fächer wie Technik/Industrie, Hauswirtschaft und EDV enthalten. Die berufsbildenden Oberschulen, die von etwa einem Drittel der Schülerinnen und Schüler nach der Mittelschule besucht werden, gliedern sich im Wesentlichen in die Fachrichtungen Technik, Kaufmännische Ausbildung, Landwirtschaft, Fischzucht und Hauswirtschaft. Aus diesem System geht auch der Großteil der koreanischen FacharbeiterInnen hervor.

Die Berufsausbildung im eigentlichen Sinne wird vom Arbeitsministerium gelenkt. Das Korean Research Institute for Vocational Education & Training (KRIVET) untersteht dem Premierminister und legt die systematische Ausrichtung der Ausbildungsangebote in Korea fest. Außerdem werden von hier aus Bildungskooperationen mit dem Ausland organisiert. Die angebotenen Ausbildungsmaßnahmen lassen sich in Kurse der Erstausbildung, Aufstiegsfortbildung, Umschulung und job transfer training" einteilen, die von staatlichen, autorisierten und betrieblichen Institutionen angeboten werden. Südkoreanische kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) setzen bereits vereinzelt auf Ausbildungsmodelle, die an das deutsche Modell angelehnt sind (siehe unter Überblick Kooperation mit Deutschland).

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Weiterbildung

Auf der tertiären Ebene des Bildungssystems gibt es zudem zwei- bis dreijährige, berufsbezogene Fachhochschulen (Junior Colleges).

Im Zuge zahlreicher Gesetzesänderungen ist seit 2005 das Gesetz zur Qualifizierung am Arbeitsplatz in Kraft getreten. Seitdem steht lebenslanges Lernen im Mittelpunkt der Ausbildungsmaßnahmen für Berufstätige. Diese werden in Weiterbildung für Erwerbstätige und Qualifizierung von Arbeitslosen unterteilt. (Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) - Marktstudie Südkorea, 2014).

Zur Förderung des Lebenslangen Lernens wurden zahlreiche öffentliche Informationszentren und Bildungseinrichtungen in den Städten und Regionen eingerichtet (Citizen Schools",Trade High Schools",Night Schools" für arbeitende Jugendliche und junge Erwachsene,Special-purpose Schools"). Zentrale Anlaufstelle ist das Korea Educational Development Institute (KEDI)".

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Eine Initiative vom

Projektträger