StartseiteLänderAsienRepublik Korea (Südkorea)Frankreich und Südkorea bauen Kooperation aus

Frankreich und Südkorea bauen Kooperation aus

Berichterstattung weltweit

Mit zahlreichen Kooperationsvereinbarungen und insbesondere einem gemeinsamen internationalen Labor im Bereich neue Materialen vertiefen Frankreich und Südkorea ihre wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit.

Die französische Ministerin für Hochschulbildung, Forschung und Innovation Frédérique Vidal und der südkoreanische Minister für Wissenschaft, Informations- und Kommunikationstechnologien You Young Min haben am 15. Oktober 2018 einen gemeinsamen Aktionsplan für Wissenschaft und Technologie unterzeichnet.

Anlass war die siebte Versammlung des Französisch-Südkoreanischen Ausschusses für wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit, an dem die französischen Ministerien für auswärtige Angelegenheiten (MEAE) sowie für Hochschulbildung, Forschung und Innovation (MESRI) einerseits und das südkoreanische Ministerium für Wissenschaft, Informations- und Kommunikationstechnologien (MSIT) andererseits teilnahmen. Dieser wurde während des Staatsbesuchs des Präsidenten der Republik Korea Moon Jae-in in Frankreich organisiert.

Die Staaten wollen ihren Austausch in den Bereichen Weltraum, Klima- und Umweltwandel (hier insbesondere Messung von Luft- und Meeresverschmutzung sowie Verringerung der Auswirkungen des Klimawandels auf die Arktis), Künstliche Intelligenz, neue Materialien und Nanotechnologien sowie Lebenswissenschaften ausbauen.

Konkret wurden insbesondere folgende Kooperationsvereinbarungen unterzeichnet und gemeinsame Veranstaltungen beschlossen:

Institutioneller Dialog

  • Der politische Austausch im Rahmen des Ausschusses für wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit aber auch des Koordinationsausschusses für Nuklearenergie wird 2020 in Seoul bzw. Paris fortgesetzt.

Mobilität von Wissenschaftlern und Studierenden

  • Austausch insbesondere auf Master- und Doktorandenebene zwischen den vier südkoreanischen Wissenschafts- und Technologieinstituten und französischen Hochschulen, inklusive Doppeldiplomen und binationalen Promotionsverfahren: Die Möglichkeit gemeinsamer MOOCs (Massive Open Online Course) im Bereich Ingenieurswissenschaften zur Vorbereitung der Mobilität wird hierbei erwogen.
  • Organisation des zweiten französisch-südkoreanischen Treffens für Hochschulen, Forschung und Innovation nach einer ersten erfolgreichen Ausgabe 2016

Gemeinsame Forschungsprojekte

  • Gründung des ersten gemeinsamen internationalen Labors (Unité mixte internationale, UMI) zwischen Frankreich und Südkorea: Das Nationale Zentrum für wissenschaftliche Forschung CNRS (Centre national de la recherche scientifique), die Universitäten Sorbonne, Yonsei und Ewha Womans koopieren zukünftig im Bereich neue Materialien. Das sogenannte UMI 2B-FUEL (Building Blocks for FUture ELectronics) wurde bereits am 5. Oktober 2018 von CNRS und der Yonei Universität durch einen Kooperationsvertrag besiegelt. Das CNRS und die südkoreanischen Partner arbeiten seit 2008 zusammen und haben zahlreiche Co-Publikationen und gemeinsame Veranstaltungen vorzuweisen.
  • Organisation des dritten Südkoreanisch-Französischen Weltraumforums in Südkorea im kommenden Jahr
  • Vereinbarung zwischen dem Nationalen Zentrum für Weltraumforschung CNES (Centre national d’études spatiales), seinem südkoreanischen Pendant KARI (Korean Aerospace Research Institute) und der südkoreanischen Meteorologie-Behörde KMA (Korea Meteorological Administration) über Südkoreas Beteiligung an der vom CNES initiierten internationalen Beobachtungsstelle für Weltraum und Klima SCO (Space Climate Observatory)
  • Absichtserklärung zwischen dem Nationalen Forschungsinstitut für Informatik und Automatik INRIA (Institut National de Recherche en Informatique et Automatique) und des Mathematik-Departments des Koreanischen Höheren Instituts für Wissenschaft und Technologie KAIST (Korean Advanced Institute of Science and Technology) über die Zusammenarbeit in der angewandten Mathematik, Informatik sowie Informationswissenschaften und -technologien
  • Vereinbarung zwischen dem Ingenieur-Hochschulverbund INSA (Institut National des sciences appliquées) und dem Verbund der naturwissenschaftlichen Institute der koreanischen Universitäten (K-STAR) über verstärkte Mobilität insbesondere koreanischer Studierender und Wissenschaftler der Ingenieur- oder Grundlagenwissenschaften Richtung Frankreich
  • Absichtserklärung zwischen dem INRIA und dem Computing-Department der KAIST (School of Computing, SoC) über den Ausbau der Kooperation in Informatik, Informationswissenschaften und -technologien sowie Förderung gemeinsamer Forschungsprojekte und Veranstaltungen, verstärkte Mobilität

Seit April 1981 existiert ein bilaterales Abkommen beider Staaten über die technologische und wissenschaftliche Zusammenarbeit und seit 2002 findet alle zwei Jahre der Ausschuss für wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit statt. Die Kooperation wurde bisher vor allem vom Hubert Curien-Programm „Star“ getragen, einem Kooperationsinstrument, mit dem das französische MEAE die wissenschaftlichen Beziehungen zu zahlreichen Ländern fördert. Mit Südkorea wurden so seit dem Start 2003 167 Projekte (wissenschaftliche Veranstaltungen und Austausch von Wissenschaftlern) mit insgesamt fast drei Millionen Euro gefördert. Bereits 2015 wurde im Rahmen eines Staatsbesuchs des damaligen Präsidenten François Hollande in Südkorea ein Aktionsplan für insbesondere die universitäre Zusammenarbeit, neue Technologien, Innovation und Forschung verabschiedet.

Zum Nachlesen

Quelle: MESRI Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Frankreich Republik Korea (Südkorea) Themen: Strategie und Rahmenbedingungen Bildung und Hochschulen Engineering und Produktion Geowissenschaften Information u. Kommunikation Infrastruktur Innovation Physik. u. chem. Techn. Umwelt u. Nachhaltigkeit

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