StartseiteLänderAsienRepublik Korea (Südkorea)ZusammenfassungÜberblick zur Kooperation mit Deutschland

Überblick zur Kooperation mit Deutschland: Republik Korea (Südkorea)

Das Pendant zum deutschen Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ist das nationale Forschungszentrum KRIVET (Korea Research Institute for Vocational Education and Training). Beide Institute arbeiten wissenschaftlich zusammen. 2018 haben BIBB und KRIVET im Rahmen einer neuen Kooperationsvereinbarung eine vertiefte Zusammenarbeit auf dem Gebiet von Forschung und Entwicklung zur beruflichen Bildung sowie einen regelmäßigen Informations- und Erfahrungsaustausch insbesondere zum Thema „Digitalisierung der Arbeitswelt“ beschlossen. Neben dem KRIVET arbeitet auch HRD Korea (Human Resources Development Service of Korea), eine dem koreanischen Arbeitsministerium MOEL (Ministry of Employment and Labor) unterstellte Institution, bilateral mit Deutschland zusammen.

Südkoreanische kleine und mittlere Unternehmen setzen bereits vereinzelt auf Ausbildungsmodelle, die an das deutsche Modell angelehnt sind. So hat beispielsweise das koreanische Unternehmen C&M Robotics eine „Meister-Akademie“ nach dualem Vorbild aufgebaut. Die Außenhandelskammer (AHK) in Südkorea entwickelt derzeit gemeinsam mit den Firmen Mercedes Korea und BMW Korea eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker in Korea, an der sich 90 Auszubildende beteiligen sollen. Ziel ist es, Fachkräfte für die Betriebe in Korea zu qualifizieren.

Seit der Unterzeichnung des Regierungsabkommens zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit im Jahr 1986 haben sich zahlreiche und weitgefächerte Kooperationen zwischen Deutschland und Südkorea entwickelt. Für Südkorea hat die Zusammenarbeit einen hohen Stellenwert: Deutschland liegt als Zielland für internationale Studierende nach älteren Zahlen von 2015 etwa auf Rang 6, als Ko-Publikationspartner ebenfalls auf Rang 6.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt über seine internationale Abteilung Mittel für Sondierungs- und Vernetzungsaktivitäten, Mobilitätsmaßnahmen, Strukturmaßnahmen und 2+2-Projekte bereit. Zwischen 2005 und 2017 hat das BMBF rund 250 gemeinsame Projekte gefördert (Quelle: GATE-Länderprofil Südkorea).

Das BMBF war als Partner an der EU-Drittstaatenkooperation mit Südkorea durch KORANET und KONNECT beteiligt. KORANET war ein (horizontales) ERA-NET (European Research Area Network), mittels dessen die Zusammenarbeit zwischen Ministerien, Forschungsförderinstitutionen bzw. Programmverwaltern intensiviert werden sollte; KONNECT baute dabei auf den Ergebnissen früherer koreanisch–europäischer Projekte auf.

Der Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz weist (Stand 08/2018) 504 Kooperationen zwischen deutschen Hochschulen und koreanischen Wissenschaftseinrichtungen aus. Besonders aktiv ist die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen.

Das Korea Institute of Science and Technology Europe (KIST Europe) nutzt die räumliche Nähe zur Universität Saarbrücken. 2017 haben die beiden Akteure das „Transferzentrum Nachhaltige Elektrochemie“ gegründet, um zu Fragen der Energiespeicherung gemeinsam zu forschen.

Internationale Mobilität von und nach Korea wird durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) gefördert. Der DAAD unterhält ein Informationszentrum in Seoul. Der Austausch in beide Richtungen ist immer noch weitestgehend ausgeglichen; 2017 standen 408 deutsche Geförderte 368 koreanischen Geförderten gegenüber.

Auch die großen außeruniversitären Forschungsorganisationen pflegen die Zusammenarbeit mit Korea. Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) meldet für 2017 52 bilaterale Kooperationsprojekte der Max-Planck-Institute und 188 Nachwuchs- und Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus Südkorea. 2012 wurde ein Max-Planck-Forschungszentrum an der POSTECH University im koreanischen Pohang eingerichtet (siehe unten).

Über 80 Institute der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) haben 2017 Forschungsprojekte mit koreanischen Partnern durchgeführt. Zukünftig möchte die FhG die Zusammenarbeit mit KMUs intensivieren. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie (IMW) in Dresden hat das Korea Innovation Centre Europe (KIC-Europe) das sogenannte K-TC Lab gegründet. Ziel ist es, die Kommerzialisierung von Technologen und die Gründung von Startups voranzutreiben. Auch in Südkorea ist die FhG vor Ort präsent (siehe unten).

Die Leibniz Gemeinschaft meldet, dass derzeit 20 Leibniz-Institute mit Korea kooperieren. Für die Einrichtung eines gemeinsamen Forschungszentrums vor Ort erhielten das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) und eine Hochschule in Seoul eine Förderung des koreanischen Wissenschaftsmininsteriums unter dem „Global Development Research Center“-Programm (siehe unten, Quelle: GATE-Länderprofil Südkorea).

Eine Reihe von Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) unterhalten Forschungskooperationen mit Südkorea, unter ihnen das Alfred-Wegener-Institut (AWI), das Forschungszentrum Jülich, das GFZ Potsdam, das Helmholtz-Zentrum Geesthacht und das Karlsruher Institut für Technologie. Seit 2013 ist das Korea Institute of Ocean Science and Technology (KIOST) wichtigster südkoreanischer Partner des GEOMAR.

Im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) seit 2015 bilaterale Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit koreanischen Partnern. Die verantwortliche Förderorganisation in Südkorea ist das Korea Institute for Advancement of Technology (KIAT).

Im Folgenden werden noch einmal die Präsenzen vor Ort zusammengefasst.

Südkorea hat folgende Forschungs- und Innovationseinrichtungen in Deutschland:

  • Korea Institute of Science and Technology Europe (KIST Europe) in Saarbrücken;
  • Korea Innovation Centre Europe (KIC-Europe) in Berlin.

Deutsche Forschungs-, Förder und Mittlerorganisationen haben folgende Einrichtungen in Südkorea:

  • das Max Planck POSTECH Hsinchu Center for Complex Phase Materials, eingerichtet 2012 durch das Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden in Kooperation mit der POSTECH University im koreanischen Pohang;
  • das Fraunhofer Representative Office in Seoul;
  • das Fraunhofer Project Center for Composites Research in Ulsan, eingerichtet 2006 durch das Fraunhofer Institut für Chemische Technologie in Kooperation mit dem Ulsan National Institute of Science and Technology, Förderung durch das das koreanische Ministerium für Technologie, Industrie und Energie (MOTIE);
  • das Dream2Lab2Fab“, das innovative Kombinationen aus Textilien und elektronischen Lösungen an zwei Standorten in Deutschland und Sükorea ermöglichen soll, gegründet 2016/17 durch das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT), die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen, das Korea Institute of Industrial Technology (KITECH) in Ansan sowie die Sungkyunkwan University (SKKU);
  • das Plasma Medicine Center (APMC) in Seoul, eingerichtet 2017 durch das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) in Greifswald und das Plasma Bioscience Research Center (PBRC) an der Kwangwoon University in Seoul.

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