StartseiteLänderEuropaFrankreichFrankreich: Außenminister Alain Juppé setzt Akzente für die französisch-chinesische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kernenergie

Frankreich: Außenminister Alain Juppé setzt Akzente für die französisch-chinesische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kernenergie

Der Minister machte am 13.9. und 14.9.2011 einen offiziellen Besuch in China. In diesem Rahmen hielt er in Zhuhai die Ansprache zur offiziellen Eröffnung des "Institut franco-chinois de l'énergie nucléaire" (IFCEN).

Das Institut, das im Jahre 2008 konzipiert wurde, ist innerhalb der über die Grenzen Chinas hinaus bekannten Universität Sun Jat-Sen (Canton), die ein Campus in Zhuhai unterhält, in Gebäuden angesiedelt, die von einem französischen Archtektenteam entworfen und in der Bauphase betrteut wurden.

Aufgabe des Instituts ist es, pro Jahr etwa 105 chinesische Studierende aufzunehmen und sie auf der Grundlage eines französischerseits konzipierten Studien- und Ausbildungsprogramms zu Kernenergieingenieuren hohen Niveaus heranzubilden. Die Dauer des Studiums beträgt sechs Jahre. Teil des Studiums ist ein sich über drei Jahre erstreckender Vorbereitungszyklus, zu dem auch das Erlernen des Französischen gehört. In dem anschließenden "Cycle ingénieur" bietet IFCEN zwei Studienrichtungen an: "Nukleartechnik und Betrieb von Kernkraftwerken" sowie "Kernenergiematerialien und Brenstoffkreisläufe". Ein aus fünf französischen Spitzeneinrichtungen bestehendes Konsortium hat auf der Grundlage eines im Jahre 2009 mit der der Universität Sun Yat-Sen geschlossenen Abkommens das Studien- und Ausbildungsprogramm von IFCEN entwickelt.

Am 13.9.2011 hat der zweite Jahrgang sein Studium an dem Institut aufgenommen.

Der französische Direktor von IFCEN Jean-Marie Bourgeois-Demersay bezeichnet die ihm übertragene Aufgabe als besonders interessant, da man in China eine "Grande école d' ingénieurs du nucléaire" nach einem Modell aufgebaut habe, das in dieser Form in Frankreich selbst nicht existiere. Die erfolgreichen Absolventen von IFCEN erhalten zum Abschluss ihres Studiums ein Doppel-Diplom: den Master-Titel der Universität Sun Jat-sen und ein - gleichfalls chinesisches - IFCEN-Ingenieurdiplom, das in Frankreich anerkannt wird.

Vor diesem aus der Sicht Frankreichs vielversprechenden Hintergrund bezeichnete Außenminister Juppé in seiner Ansprache das IFCEN in dreifacher Hinsicht als Symbol

  1. für die Vitalität der universitären und wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Frankreich und China (bis 2015 ist - parallel zu dem Ausbau strukturierter und vertiefter Universitätspartnerschaften - geplant die Zahl  chinesischer Studenten in Frankreich auf 50.000 und die Zahl französischer Studenten in China auf 10.000 zu erhöhen),
  2. für den Platz, den Frankreich und China der Kernergie einräumen ("sûreté, sécurité et non-prolifération, lutte contre le réchauffement climatique"),  
  3. für das gemeinsame Engagement zugunsten der nuklearen Sicherheit auf internationaler Ebene (u.a. bei dem ministeriellen Seminar am 7.6.2011 und anlässlich der Ministerkonferenz vom 20.6. - 24.6.2011 in Paris sowie am 22.9.2011 bei dem hochrangigen Treffen in New York: "robustesse de la conception; l' efficacité de l' organisation de cride; formation").

Der vollständige Wortlaut der Ansprache des Außenministers steht unter der oben angegebenen Internetanschrift zur Verfügung.

Quelle: Le Monde vom 14.9.2011 Redaktion: Länder / Organisationen: China Frankreich Themen: Berufs- und Weiterbildung Bildung und Hochschulen Energie Sicherheitsforschung Wirtschaft, Märkte Engineering und Produktion Fachkräfte

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