StartseiteLänderEuropaFrankreichFrankreich führt die Akteure der Sicherheitsforschung in einem "Conseil supérieur de la formation et de la recherche stratégique" (CSFRS) zusammen

Frankreich führt die Akteure der Sicherheitsforschung in einem "Conseil supérieur de la formation et de la recherche stratégique" (CSFRS) zusammen

Am 24.6.2010 waren Herangehensweise und mögliche Szenarien Gegenstand einer Bestandsaufnahme und Prospektive im Rahmen der "Assises nationales de la recherche stratégique"

Mit einem von Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Premiermiister Francois Filon gemeinsam unterzeichneten Schreiben vom 2.8.2007 ("lettre de mission") wurde Alain Bauer, Professor für Kriminologie am CNAM, beauftragt, ihnen bis Anfang 2008 einen gutachterlichen Bericht samt Empfehlungen betreffend die Bündelung der Arbeiten der auf dem Gebiet der Sicherheitsforschung bestehenden Institute in Verbindung mit einer dynamischeren Gestaltung und stärker auf Kohärenz bedachten einschlägigen Aktivitäten anderer aus öffentlichen Mitteln finanzierten Einrichtungen und der Universitäten vorzulegen.

Diesem Auftrag kam Alain Bauer - unterstützt von 5 Mitgliedern einer eigens zusammengestellten Arbeitsgruppe und 5 "Ständigen Beratern" betroffener Einrichtungen - mit der Vorlage eines rund 50 Seiten umfasseden Berichts im März 2008 nach. Der Bericht trägt den Titel "Ausfindigmachen - Studieren - Ausbilden: Ein neuer Weg für die strategische Forschung" mit dem Untertitel "Rapprocher et mobiliser les institutions publiques chargées de penser la sécurité globale".

Alain Bauer  wurde zum Präsidenten des durch eine am 17.12.2009 im Journal Officiel veröffentlichten Entscheidung des Ministers für Budgetfragen und die Reform des Staates sowie der Forschungsministerin formell gegründeten "Conseil supérieur de la formation et de la recherche stratégique" ernannt. Seine Aufgabe besteht in der "Förderung, der Koordinierung und der Vermittlung von Impulsen der bzw. an die in Frankreich unternommenen Anstrengungen mit dem Ziel der Ausarbeitung und Aktualisierung von als Referenz dienenden Instrumenten, die internationalem Niveau entsprechen".

In einem Beittrag "Warum der CSFRS ? Warum die 'Assises' ? " vom 24.6.2010 auf der Homepage des CSFRS umreißt Alain Bauer die seit dem Ende des Kalten Krieges weit über die herkömmlichen militärischen Bedrohungslagen hinausgehenden bzw. sich bereits in Umrissen abzeichnenden neuen Bedrohungsszenarien. Er fasst sie unter der neuen Bezeichnung "Globale Sicherheit" zusammen; diese umfasst die nationale Verteidigung, die öffentliche Sicherheit, den Schutz der Unternehmen und die Umweltsicherheit (einschließlich Gesundheit).

Es gehe - so Alain Bauer - darum,  in der Perspektive der nächsten 5 bis 10 Jahre schon die ersten Anzeichen neuer Bedrohungslagen zu erkennen. Die Herangehensweise des CSFRS sei pluri- und interdisziplinär. Seine Aufgabe sei es, Impulse auszulösen und komplementär tätig zu werden. Das CDFRS verstehe sich nicht als ein weiteres Forschungszentrum, sondern als ein von von jungen französischen und ausländischen Forschern getragener "Akteur der Finanzierung von Forschungsprojekten, die für unsere Gesellschaft von vitaler Bedeutung seien", in einem richtig verstandenen Sinne auch als "fédérateur".  

Es sei dem CSFRS bereits gelungen, um seine Zielsetzung herum Partner aus der akademischen und universitären Welt sowie aus der Wirtschaft und der Verwaltung zusammenzuführen. Dem Wissenschaftlichen Beirat des CSFRS gehören Mitglieder der Streitkräfte, Zivilisten, Anthropologen, Soziologen, Bevölkerungswissenschaftler, Wirtschaftswissenschaftler, Fachleute und Wissenschaftler aus dem Kommunikationsbereich, Mathematiker und Ingenieure an.

Die "Assises" vom 24.6.2010 sollen es - so Alain Bauer weiter - erlauben, Themen, um die es gehe, in ihrer Vielschichtigkeit  anzusprechen, um "strategische Brüche" vorweg zu erkennen.

Die "recherche stratégique", die den koordinierenden Kernauftrag des CSFRS im Dienste der "sécurité globale" darstellt, dürfte teilweise mit  der Zielsetzung der "zivilen Sicherheitsforschung" deckungsgleich sein.

Quelle: Le Figaro vom 24.6.2010 Redaktion: Länder / Organisationen: EU Frankreich Themen: Sicherheitsforschung

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