StartseiteLänderEuropaFrankreichFranzösische Aufsichtsbehörden für Bildung und Forschung fusionieren

Französische Aufsichtsbehörden für Bildung und Forschung fusionieren

Berichterstattung weltweit

Die Schul- und Hochschulbildung aber auch Forschung, Bibliotheken sowie Jugend und Sport werden in Frankreich in Zukunft von einer einzigen Behörde kontrolliert: der neu entstehenden Generalinspektion für Bildung, Sport und Forschung IGÉSR.

In Frankreich kontrollieren im Bereich Bildung und Forschung vier Behörden – „Generalinspektionen“ – die staatliche Politik und die Verwendung öffentlicher Gelder: Die IGEN (Inspection générale de l’Education nationale) ist für Schulangelegenheiten zuständig, die IGAENR (Inspection générale de l'Administration de l'Education nationale et de la recherche) für Hochschulen und Forschung, die IGB (Inspection générale des Bibliothèques) für Bibliotheken und die IGJS (Inspection générale de la Jeunesse et des Sports) für Jugend und Sport. Im Oktober 2019 werden sie nun zu einer einzigen Aufsichtsbehörde fusioniert: zur Generalinspektion für Bildung, Sport und Forschung IGÉSR (Inspection générale de l'éducation, du sport et de la recherche, IGÉSR).

Durch die Fusion können wir die Entwicklung des gesamten Bildungssystems von der Vor- bis zur Hochschule kohärenter in den Blick nehmen, auch unter Einbeziehung begleitender Bereiche wie Sport oder den Bibliotheken“, erläuterte die zukünftige Direktorin der IGÉSR, Caroline Pascal, dem Onlinemedium Educpros.fr. Pascal ist seit März 2018 die Leiterin der IGEN. Laut Educpros.fr werden durch die Fusion sowohl das Monitoring und die Kontrolle der Einrichtungen, des Personals und der öffentlichen Politik als auch die Beratung der zuständigen Minister und der „Recteurs“ (regionaler Vertreter des Staates) gestärkt. Hochschulbildung und Forschung sollen als eigener Kompetenzbereich abgebildet werden.

Die IGÉSR wird vier Befugnisse haben: Unterstützung, Expertise, Evaluierung und Kontrolle. Sie wird in den kommenden Monaten insbesondere die Umsetzung der Reformen im Schulbereich (insbesondere verpflichtende Vorschule ab drei Jahren und Flexibilisierung des Abiturs) und die beschlossenen Verbesserungen der Studienbedingungen begleiten aber beispielsweise auch die Gründung eines nationalen Schul-Evaluierungsrates begleiten (geplant für kommendes Jahr).

Die neue Behörde wird 280 Generalinspektoreninnen ubnd -inspektoren beschäftigen. Ab September wird ein Team aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der vier bisherigen Generalinspektionen die Fusion im Detail vorbereiten. Ab 2020 wird sie dann eigene Räumlichkeiten im Ministerium für Hochschulbildung, Forschung und Innovation beziehen.

Die IGAENR wurde seit 2014 von dem erfahrenen Hochschulexperten Jean-Richard Cytermann geleitet. Er hatte im Auftrag der Ministerin für Hochschulbildung, Forschung und Innovation, Frédérique Vidal, die Zusammenführung der Behörden seit letztem Jahr vorbereitet. Im Gespräch ist sie seit über 20 Jahren.   

Im Bereich Internationalisierung hat sich die IGEAENR in der jüngeren Vergangenheit beispielsweise mit den Auswirkungen internationaler Rankings auf die Standortpolitik französischer Hochschulen oder der Rolle von Fremdsprachen in der französischen Hochschullehre befasst.

Zum Nachlesen

Quelle: Educpros.fr Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Bildung und Hochschulen Strategie und Rahmenbedingungen

Weitere Informationen

Eine Initiative vom

Projektträger