StartseiteLänderEuropaSchwedenISIpedia-Portal startet: Internationale Klimafolgenforschung für die Öffentlichkeit besser zugänglich machen

ISIpedia-Portal startet: Internationale Klimafolgenforschung für die Öffentlichkeit besser zugänglich machen

Berichterstattung weltweit

Am 15. Juni startete das Online-Portal ISIpedia, in dem Forschende ihre Studien zur Klimaforschung erklären und globale Ergebnisse auf Länderebene herunterbrechen. Die Daten und Erklärungen zu den Auswirkungen der globalen Erwärmung - von Überschwemmungen bis hin zu Dürren - werden von einem Team aus 12 internationalen Forschungsinstituten der Öffentlichkeit besser zugänglich gemacht. Mit dieser Grundlage soll Entscheidungsträgern auf allen Ebenen ein neues Werkzeug zur Bewältigung der Herausforderung des Klimawandels in die Hand gegeben werden.

Katja Frieler, ISIpedia-Projektleiterin vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, äußerte sich folgendermaßen über die Plattform und ihr Potential:

"Das Problem zu verstehen kann ein mächtiges Werkzeug sein, um dabei zu helfen, eine sichere Klimazukunft für alle zu schaffen. Wir alle sind Entscheidungsträger bei diesem Thema, und unsere Entscheidungen sollten idealerweise auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Deshalb machen die Forscherinnen und Forscher auf ISIpedia nicht nur ihre Daten, verdichtet in Karten und Grafiken, und entscheidende Informationen aus globalen Studien auf Länderebene leicht zugänglich, sondern geben auch einen Einblick in die Analysen selbst. Auf ISIpedia erzählen sie über den Forschungsprozess; die Methoden, die sie anwenden; was wir nicht wissen und was wir sehr sicher wissen. Unser Ziel ist es, die Beweise auf den Tisch zu legen, damit sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Unternehmen und Politiker bestinformierte Entscheidungen treffen können, wenn es um das Handeln in der Klimakrise geht."

Die Artikel auf der neuen Plattform fallen alle in drei Kategorien: Die erste ist "Beobachtete Auswirkungen des Klimawandels" und befasst sich mit Fragen wie "Ist der berichtete Anstieg von hochwasserbedingten Schäden bereits durch den Klimawandel verursacht?". Die zweite Kategorie ist "Modellevaluation", also die Frage, ob die Computersimulationen zur Projektion von Klimaauswirkungen in die Zukunft gut genug sind. Die dritte Kategorie ist "Zukunftsprojektionen" und handelt von den Risiken, die der Klimawandel für die natürlichen Systeme und unsere Gesellschaft mit sich bringt.

Der Name ISIpedia ist eine Kurzform für Inter-Sectoral Impacts Encyclopedia. Sie basiert auf Forschungen, die im Rahmen des Inter-Sectoral Impact Model Intercomparison Project (ISIMIP) durchgeführt wurden, an dem weltweit rund 100 Forschergruppen beteiligt sind. Durch den einheitlichen Rahmen für verschiedenste Computersimulationen von Klimafolgen ermöglicht das Projekt konsistente und robuste Projektionen der Auswirkungen des Klimawandels über verschiedene Sektoren und Skalen hinweg. Das ISIpedia-Portal ist kostenlos und frei zugänglich. Professionelle Nutzer und Nutzerinnen können sowohl die in den besprochenen wissenschaftlichen Studien verarbeiteten Daten als auch die Rohdaten herunterladen.

Barbara Willaarts vom IIASA, dem International Institute for Applied Systems Analysis, einem der Kernpartner, sagte:

"Um die Nutzbarkeit der Klimafolgenabschätzungen zu erhöhen, enthält unser Portal umfangreiche Informationen darüber, wie diese Abschätzungen angewendet werden können. Sie sind zum Beispiel wichtig, um in Klimaprozessen eine solide wissenschaftliche Grundlage zu schaffen oder um die Risiken des Klimawandels für den Finanzsektor zu bewerten:"

Die Einbeziehung der Perspektive potenzieller Nutzerinnen und Nutzer, um deren Bedürfnisse in das Design und die Entwicklung des ISIpedia-Portals widerzuspiegeln, war ein Schlüsselelement, um seine Praktikabilität zu maximieren.

Inga Menke von Climate Analytics in Berlin, die das Stakeholder-Engagement-Team leitete, sagte dazu:

"Wir wollten das Portal auf partizipative Weise entwickeln und Dialoge zwischen Klimamodellierern und potenziellen Nutzern, einschließlich politischen Entscheidungsträgern und Praktikern, ermöglichen. Das hat uns geholfen, Vertrauen in die Daten hinter dem Portal aufzubauen, Interesse für die Nutzung der Daten zu schaffen, zum Beispiel in der nationalen Anpassungsplanung, während die Modellierer ein besseres Verständnis dafür bekamen, was die Nutzer brauchen."

Das ISIpedia-Projekt ist Teil von ERA4CS, einem ERA-NET-Projekt, das von JPI Climate mit Ko-Finanzierung durch die Europäische Union initiiert wurde. Das ISIpedia-Projekt wird von einem 12-köpfigen Konsortium, bestehend aus internationalen Forschungsinstituten aus Frankreich, Niederlande, Österreich, Schweden, Spanien und Deutschland, unter der Leitung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) durchgeführt.

Zum Nachlesen

Quelle: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung via IDW Nachrichten Redaktion: von Sarafina Yamoah, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Frankreich Niederlande Österreich Schweden Spanien EU Themen: Information u. Kommunikation Umwelt u. Nachhaltigkeit

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