StartseiteLänderEuropaUkraineZusammenfassungÜberblick zur Kooperation mit Deutschland

Überblick zur Kooperation mit Deutschland: Ukraine

Deutschland und die Ukraine verbinden eine lange und vertrauensvolle Zusammenarbeit in Bildung und Forschung. 2023 war das 30. Jubiläumsjahr der Erklärung zur Wissenschaftlich-Technischen Zusammenarbeit (WTZ), Angekündigt wurde für 2024 die Unterzeichnung eines neuen Abkommens, um den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen gerecht zu werden. Für die WTZ ist auf deutscher Seite das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) federführend, auf Seite der Ukraine das Ministerium für Bildung und Wissenschaft (MBW) (Überblick zu bilateralen und multilateralen Projekten mit einer Förderung des BMBF).

Bereits seit der Krim-Annexion 2014 hat sich die Kooperation mit der Ukraine fortwährend weiterentwickelt. Vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine wird die intensive Zusammenarbeit mit den ukrainischen Partnern auf allen Ebenen fortgesetzt und zukunftsorientiert ausgebaut. Eine Grundlage für spezifische Förderaufrufe bietet ab November 2023 eine Rahmenbekanntmachung zur Kooperation mit den Ländern der Östlichen Partnerschaft (Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Republik Moldau und Ukraine) und Zentralasiens (Kasachstan, Kirgistan, Mongolei, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan).

Beim Wiederaufbau der Ukraine ist die Energieversorgung von zentraler Bedeutung. Mit dem „Green Deal Ukraina“ möchte das BMBF einen ukrainisch-polnisch-deutschen ThinkTank aufbauen. Er soll die Ukraine beim Aufbau eines nachhaltigen Energiesystems auf Grundlage erneuerbarer Energien unterstützen.

Die deutsch-ukrainischen Exzellenzkerne sind als Keimzellen für ein modernes, forschungsstarkes Wissenschaftssystem und einen funktionierenden Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft konzipiert. Vier ausgewählte deutsch-ukrainische Exzellenzkerne, die bereits eine Vorfinanzierung für eine Konzeptphase von 18 Monaten erhalten hatten, werden ab 2024 ausgebaut. Für jeden Exzellenzkern stellt das BMBF etwa 2,5 Millionen Euro (gegebenenfalls zuzüglich einer Projektpauschale von 20 Prozent) an Fördermitteln für vier Jahre zur Verfügung:

  • Der deutsch-ukrainische Exzellenzkern EUU20 soll perspektivisch in Lwiw die deutsch-ukrainische und europäische Geschichte des Zwanzigsten Jahrhunderts erforschen.
    Hauptpartner in Deutschland: Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)
    Hauptpartner in der Ukraine: Ukrainische Katholische Universität Lviv
  • Der deutsch-ukrainische Exzellenzkern für Naturstoffforschung CENtR  (Pressemitteilung) soll perspektivisch in Lwiw angesiedelt sein und fokussiert auf Strategien zur Entdeckung und medizinischen Nutzbarmachung neuer Antiinfektiva.
    Hauptpartner in Deutschland: Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland
    Hauptpartner in der Ukraine: Explogen LLC und Ivan Franko National University of Lviv
  • Der deutsch-ukrainische Exzellenzkern für Quantenmaterialien GU-QuMat (Pressemitteilung) soll perspektivisch in Kiew angesiedelt sein und wird sich auf die Suche nach neuartigen Quantenmaterialien sowie deren Funktionalisierung als Plattform für zukünftige Technologien konzentrieren.
    Hauptpartner in Deutschland: Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden e.V.
    Hauptpartner in der Ukraine: Kyiv Academic University (KAU)
  • Der deutsch-ukrainische Exzellenzkern PLASMA-SPIN-ENERGY (Pressemitteilung) soll perspektivisch in Charkiw angesiedelt sein. Ziel ist es, Plasmatechnologien für die Herstellung von Spintronik-Bauteilen zu nutzen und so elektronische Geräte der nächsten Generation zu schaffen.
    Hauptpartner in Deutschland: Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik
    Hauptpartner in der Ukraine: V. N. Karazin Kharkiv National University und National Science Centre “Kharkiv Institute of Physics and Technology”

Des Weiteren wurden in Deutschland zahlreiche Maßnahmen zur Unterstützung ukrainischer Geflüchteter ergriffen, um die Aufnahme in das deutsche Bildungs- und Wissenschaftssystem zu ermöglichen. Die gesamten Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung und des Bundesministerium für Bildung und Forschung sind auf einer eigenen Website gebündelt dargestellt und werden laufend aktualisiert (So unterstützt Deutschland die Ukraine). Der Beitrag der Bundesregierung zum Wiederaufbau der Ukraine ist auf der Plattform Wiederaufbau Ukraine zu finden.

Der Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD) bündelt auf der Webseite der „Nationalen Akademischen Kontaktstelle Ukraine“ umfangreiche Informations- und die vielfältigen Hilfsangebote der deutschen Wissenschaft für ukrainische Studierende und Forschende. Neben den direkten Hilfsangeboten werden so zudem die deutschen Hochschulen, die Allianz der Wissenschaftsorganisationen und weitere Institutionen und Organisationen des Wissenschaftssystems erfasst.

Bereits im Jahr 2016 wurde die Deutsch-Ukrainische Akademische Gesellschaft (German-Ukrainian Academic Society) in Berlin als gemeinnütziger Verein gegründet. Ziel der DUAG ist die Etablierung einer Dialog- und Kooperationsplattform, um deutsche und ukrainische Forschende zu vernetzen. Über Deutschland hinausgehend unterstützt die Gesellschaft zusätzlich ein globales Netzwerk („The UKRainian Academic International NEtwork“) als informelle Gemeinschaft, die Forschenden und Fachleuten – unabhängig von ihrer Nationalität und ihrem Aufenthaltsland – offensteht.

Ausführliche Informationen zu den Angeboten deuscher Wissenschafts-, Hochschul-, Forschungs-, Förder- und Mittlerorganisationen finden Sie hier:

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