StartseiteLänderMultilateralesEuropäische Union (EU)Großbritannien: Wissenschaftler organisieren sich in der Initiative „Scientists for EU“ gegen einen EU-Austritt ihres Landes

Großbritannien: Wissenschaftler organisieren sich in der Initiative „Scientists for EU“ gegen einen EU-Austritt ihres Landes

Berichterstattung weltweit

Britische Wissenschaftler sprechen sich für einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union aus: Ein „Brexit“ hätte aus ihrer Sicht schwerwiegende Folgen für den Forschungsstandort Großbritannien.

Die Interessengruppe „Scientists for EU“ – als Social-Media-Kampagne von den beiden Briten Mike Galsworthy und Rob Davidson initiiert – setzt sich angesichts der immer wieder diskutierten Austritts-Pläne vehement für einen Verbleib Großbritanniens in der EU ein: Ein Austritt würde unter anderem mehrere zehn Mio. Britische Pfund jährliche Forschungsförderung für britische Universitäten gefährden. Inzwischen hat „Scientists for EU“ tausende Unterstützer auf Facebook und Twitter sammeln können. In einem offenen Brief der Gruppe in der Times hieß es:

    Freedom of movement for talent and ambitious EU science funding programmes, which support vital complex international collaborations, put the UK in a world-leading position.”

Die Interessengemeinschaft britischer Universitäten "Universities UK" schätzt, dass derzeit rund 15 Prozent des Lehr- und Forschungspersonals an den 132 britischen Universitäten aus den Staaten der Europäischen Union stammen, mehr als die Hälfte der vom Europäischen Forschungsrat in Großbritannien ausgestellten Stipendien entfallen auf EU-Ausländer.

Hingewiesen wird auch auf die Probleme, in die beispielsweise die Schweiz nach dem Zuwanderungs-Referendum 2014 mit Blick auf bereits vereinbarte EU-Förderungen geraten ist: Die EU argumentierte nach dem Referendum, dass mit dem eidgenössischen Votum gegen die Personenfreizügigkeit einer der europäischen Grundsätze verletzt werde. In der Folge wurden bereits verhandelte Vereinbarungen über Forschungsförderungen – beispielsweise für die "École Polytechnique Fédérale de Lausanne" (EPFL) – EU-seitig ausgesetzt, der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung musste finanziell einspringen.

Kooperation international berichtete zu der Aussetzung der Vehandlungen mit der Schweiz und den kompensatorischen Fördermaßnahmen des Schweizerischen Nationalfonds, siehe 1, 2, 3.

Zum Nachlesen:

Quelle: The Guardian, Chemistry World, VDI TZ Redaktion: Länder / Organisationen: Vereinigtes Königreich (Großbritannien) EU Themen: Bildung und Hochschulen Strategie und Rahmenbedingungen

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