StartseiteLänderMultilateralesEuropäische Union (EU)Frankreich: "Conférence des Présidents d'Université" (CPU) unterstützt Vorschläge der EU-Kommission für Mehrjährigen Finanzrahmen 2014 - 2020 (MFR) in Forschung, Innovation und Bildung

Frankreich: "Conférence des Présidents d'Université" (CPU) unterstützt Vorschläge der EU-Kommission für Mehrjährigen Finanzrahmen 2014 - 2020 (MFR) in Forschung, Innovation und Bildung

Der Vorschlag der EU-Kommission für einen Mehrjährigen Finanzrahmen 2014 - 2020 vom 29.6.2011 sieht für eine Ausweitung der Programme zur Förderung der allgemeinen und beruflichen Bildung ein Gesamtprogramm von 15,2, Milliarden Euro vor. Für den Zeitraum 2014 - 2020 sollen die Investitionen in Forschung und Innovation durch eine Mittelausstattung von 80 Milliarden deutlich aufgestockt werden.

Die beiden Programmbereiche sind in dem Vorschlag der EU-Kommission für den MFR 2014 - 2020 unter dem Arbeitstiteln "Programme Education Europe" und "Gemeinsame EU-Strategie Horizon 2020" zusammenfassend dargestellt. 

Für das "Programme Education Europe" sind in der MFR 2014 - 2020 15,2 Milliarden Euro eingeplant. Das entspricht praktisch einer Verdoppelung gegenüber dem Zeitraum 2007 - 2013.

Für die "Gemeinsame EU-Strategie Horizon 2020" sind im Rahmen der MFR 80 Milliarden Euro eingeplant. Damit sollen die Investitionen im FuE-Bereich an 3% des EU-BIP herangeführt werden. Für das im Jahre 2013 auslaufende 7. EU-Forschungsrahmenprogramm waren 53 Milliarden Euro veranschlagt.

Zum Programm "Horizon 2020":

Die CPU stellt fest, dass hinsichtlich der inhaltlichen Ausgestaltung des Programms noch manche Fragen offen bleiben. Nach den Vorstellungen der EU-Kommission soll sich das Programm um drei große Ziele herum artikulieren:

  • Stärkung der Exzellenz an der wissenschaftlichen Basis (insbesondere das ERC-Programm zur Förderung der besten Forscher und die "Stipendien Marie Curie" zur Förderung der Mobilität der Forscher);
  • Aufgreifen der Probleme, denen sich die Gesellschaft gegenübersieht (Gesundheit, Nahrungsmittelsicherheit, saubere und wirtschaftliche Energieformen, grüner und integrierter Transport, Klimawandel, optimaler Einsatz natürlicher Ressourcen...);
  • Entwicklung einer industriellen Führungsrolle und Schaffung von Anreizen für eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit.
    Sie sollen durch Maßnahmen der Innovationsförderung auch kleinen und mittleren Unternehmen (KMU/PME) zugute kommen.

Die im Bereich der europäischen Regionalpolitik bestehenden Instrumentarien (Strukturfonds), aus denen auch die französischen Universitäten Nutzen ziehen können, sollen mit einem Budget von 376 Milliarden Euro ausgestattet werden; damit würden diese Fonds zum größten Haushaltsposten noch vor der Gemeinsamen Agrarpolitik. Die Regionalpolitik müsse an die Ziele der "Strategie EU 2020" angebunden werden (Innovation und Wettbewerbsfähigkeit).

Ein Betrag von 53,1 Milliarden Euro des Gesamtansatzes sollte für diejenigen Regionen der EU verwendet werden, deren Wettbewerbsfähigkeit noch einer Aufbesserung bedarf. Die französischen Universitäten kommen schon jetzt in den Genuss einschlägiger Fördermittel.

Zum Programm "Education Europe":

Die CPU begrüßt es, dass die Vorschläge der EU-Kommission zum MFR 2014 - 2020 insoweit sehr weitgehend den Vorschlägen entsprechen, die die CPU im Frühjahr 2011 hierzu gemacht hat. Sie schließt sich ausdrücklich folgenden von der EU-Kommission gemachten Einzelvorschlägen an:

  • Vereinfachung der einschlägigen Programme und Zusammenfassung der bisher mehr oder weniger nebeneinander bestehenden Programme in einem Gesamtprogramm "Europe Education";
  • qualitative Verbesserung der verschiedenen Formen von "Mobilität", ein Thema, auf das die CPU unter dem Gesichtspunkt abgestimmter Studienprogramme ("cursus conjoints") Wert gelegt hatte;
  • Lebenslange Mobilität auch schon im Berufsleben stehender Personen;
  • Fokussierung auf die Maßnahmen, die die Chancen des jeweils betroffenen Personenkreises auf dem Arbeitsmarkt verbessern ("employabilité")
    Hierzu soll das künftige Programm u.a eine Verstärkung der Beziehungen zwischen Einrichtungen des Hochschulwesens und der Berufswelt fördern.

Die CPU vermisst, dass die EU-Kommission nicht ihren Vorschlag aufgegriffen hat, dass ein Studierender mehrere Perioden, in denen er Mobilität (Typ "Erasmus") im Verlauf seines Studiums in Anspruch genommen hat, kumulieren kann.

Die CPU macht zum "Programme Europe Education" mehrere Verbesserungsvorschläge. Sie hält es u. a. für notwendig, dass die geplanten großen Programme  ("Europe Education" und "Horizon 2020") untereinander kohärent gestaltet werden. Auch legt sie Wert auf Synergien zwischen den beiden Programmen und anderen EU-Programmen wie z. B. den EU-Strukturfonds.

Zum Vergleich der Erwartungen der CPU an den jetzt von der EU-Kommission auf den Weg gebrachten "Mehrjährigen Finanzrahmen 2014 - 2020" und die hiermit verbundenen Programmansätze der EU-Kommission empfiehlt sich die Lektüre der von der CPU im Frühjahr veröffentlichten Empfehlungen, die unter der nachfolgenden Internetanschrift abgerufen werden können:

www.cpu.fr/uploads/tx_publications/Recommandations_de_la_CPU_pour_le_8eme_PCRDT_et_l__EER.pdf

Dieses Papier behandelt im Schwerpunkt forschungspolitische Fragen. Bei einem anderen Papier mit der Überschrift "Position de la CPU sur l' évolution des programmes européens de formation tout au long de la vie" liegt hingegen der Schwerpunkt stärker auf den bidungspoltischen Anliegen der CPU hinsichtlich des künftigen insoweit einschlägigen EU-Gesamtprogramms; dieses Papier ist unter der nachstehenden Internetanschrift verfügbar:

www.cpu.fr/Actualites.240.0.html?&no_cache=1&actu_id=303

Quelle: CPU - Lettre du 22 juillet 2011 Nr. 73 Redaktion: Länder / Organisationen: EU Frankreich Themen: Berufs- und Weiterbildung Bildung und Hochschulen Förderung Infrastruktur Strategie und Rahmenbedingungen

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