StartseiteLänderMultilateralesEuropäische Union (EU)SBF sieht positive Auswirkungen der Teilnahme an den EU-Forschungsrahmenprogrammen auf den Wissens- und Innovationsplatz Schweiz

SBF sieht positive Auswirkungen der Teilnahme an den EU-Forschungsrahmenprogrammen auf den Wissens- und Innovationsplatz Schweiz

Nach Angaben des Staatssekretariats für Bildung und Forschung (SBF) zeitigt die Assoziation der Schweiz an die Rahmenprogramme für Forschung und technologische Entwicklung der Europäischen Union (FRP) außerordentlich mannigfache positive Effekte. Die Teilnahme an FRP-Projekten ermögliche die Vernetzung mit der europäischen Spitzenforschung, die Positionierung in neuen Märkten und die Entwicklung marktfähiger Produkte. Das SBF hat ein Indikatorensystem zur Messung der Kostenwirksamkeit und der konkreten Auswirkungen der assoziierten Teilnahme der Schweiz an den Forschungsrahmenprogrammen der EU entwickelt und publiziert nun die ersten Ergebnisse.

Die Rahmenprogramme für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration sind das wichtigste Instrument der Europäischen Union im Bereich der Forschungsförderung. Dank des Forschungsabkommens im Rahmen der Bilateralen Verträge genießt die Schweiz seit 2004 den Status eines an die FRP assoziierten Staates.
Dem SBF zufolge stellen die FRP heute mit durchschnittlich rund 200 Mio. CHF pro Jahr eine bedeutende Quelle von Drittmitteln für die Schweizer Forschung dar. Ihr Beitrag an die Forschungsfinanzierung entspreche rund der Hälfte der jährlich vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) investierten Mittel der Forschungsförderung. Da das Budget des aktuellen 7. FRP mit jedem Jahr zunimmt (von ca. 5 Mrd. EUR 2007 bis auf knapp 10 Mrd. EUR 2013), dürfte die Bedeutung der FRP für die Schweizer Forschung noch weiter steigen. Die überdurchschnittliche Erfolgsquote der eingereichten Schweizer Projektvorschläge lässt dabei einen positiven finanziellen Rückfluss erwarten.

Die FRP sind den Angaben zufolge mit Abstand die wichtigste öffentliche Finanzierungsquelle für die Forschung und Entwicklung (FuE) privater Firmen in der Schweiz: Unter dem 6. FRP wurden jedes Jahr knapp 50 Millionen Franken an Unternehmen ausbezahlt, wovon mehr als die Hälfte (55 %) kleine und mittlere Unternehmen (KMU) waren.

Jede Schweizer Beteiligung an einem europäischen Projekt schafft direkt rund zwei Arbeitsplätze, so das SBF. Damit könne davon ausgegangen werden, dass rund 3000 Personen in der Schweiz als Folge des 5. FRP eine mindestens befristete Stelle gefunden hätten; 4000 sogar aufgrund des 6. FRP. Mehr als eine von fünf Projektbeteiligungen trage zur Gründung eines Start-ups oder Spin-offs bei, die längerfristig ebenfalls Arbeitsplätze schafften.

Darüber hinaus tragen die FRP nach Angaben des SBF in hohem Masse zur Vergabe von Patenten bei: 29 Prozent der Schweizer Teilnehmenden geben an, ein Patent erhalten zu haben oder innerhalb von drei Jahren nach Abschluss des Projekts zu erwarten. Drei- bis viermal häufiger als Patente kämen zudem andere Möglichkeiten zum Schutz der Ergebnisse aus einem europäischen Projekt zum Zuge (z. B. Urheberrechte, Markenhinterlegung, Produktionsgeheimnis). Auch sie ließen einen zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen erwarten.

Der Analyse zufolge finanzieren die FRP bis zu zehn Prozent der Forschungstätigkeiten an den kantonalen Universitäten und den ETH. Dieser (laufend steigende) Anteil sowie die Sichtbarkeit und das Prestige, die mit einer Teilnahme verbunden sind, machten die FRP zu einer bedeutenden Quelle von Drittmitteln und zu einem für die Hochschulen wichtigen strategischen Element. Jedes Jahr würden in der Schweiz schätzungsweise rund 200 Diplome (insbesondere Master und Doktorate) verliehen, die dank der Unterstützung durch die FRP erworben wurden.

Auch die Unternehmen, die im Rahmen der vorliegenden Untersuchung kontaktiert wurden, halten die FRP für strategisch wichtig. Zum einen können gewisse KMU bis zu 40 Prozent ihrer FuE-Tätigkeiten über die FRP finanzieren, zum anderen begünstigen die Rahmenprogramme den Wissenstransfer, die Schaffung oder die Pflege von Netzwerken sowie die Kenntnis des Wettbewerbsumfeldes der Teilnehmenden. Einige Schweizer Grossunternehmen schätzen die Möglichkeit, gleichberechtigt mit europäischen Unternehmen an sämtlichen Initiativen rund um die FRP teilzunehmen, als entscheidend für Forschungsbereiche ein, in denen eine internationale Zusammenarbeit unverzichtbar ist.

Adresse für Rückfragen:
Staatssekretariat für Bildung und Forschung
Laurent Salzarulo
Wissenschaftlicher Berater Multilaterale Forschungszusammenarbeit
Tel. 031 323 54 09

Quelle: Pressemitteilung des Staatssekretariats für Forschung und Bildung (SBF) vom 8.2.2010 Redaktion: Länder / Organisationen: EU Schweiz Themen: Strategie und Rahmenbedingungen Förderung Infrastruktur Fachkräfte Ethik, Recht, Gesellschaft Grundlagenforschung Innovation Wirtschaft, Märkte

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