Es ist Aufgabe des jeweiligen Präsidentschaftslandes inhaltliche Schwerpunkte zu setzen. Gleichzeitig wird häufig auf Beschlüsse aus früheren Jahren Bezug genommen, so dass man von einer G7-Agenda und G20-Agenda sprechen kann.

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G7-Themen

Angesichts der ökonomischen Probleme in den 1970er-Jahren – erste Ölkrise und Zusammenbruch des Systems der festen Wechselkurse (Bretton Woods) – diente das Treffen ursprünglich zur Entwicklung von Lösungsansätzen in der internationalen Wirtschaftspolitik, um dem anhaltenden weltweiten Abschwung zu begegnen.

Die G7 hat im Laufe der Zeit ihre Agenda erweitert, so dass sie mittlerweile ein großes Spektrum globaler Fragestellungen abdeckt. Einige Themen finden dabei regelmäßig Eingang in die Agenda, wie bspw. Weltwirtschaft und Handel, Außen- und Sicherheitspolitik, Entwicklungspolitik und Ernährungssicherung, Klima und Energie sowie Arbeit und Soziales.

Im Folgenden sind die Themenschwerpunkte der G7-Gipfel- und Treffen der G7-Fachministerinnen und -minister in den Bereichen Bildung und Wissenschaft für die laufende Präsidentschaft und die letzten Jahre aufgeführt:    

2021: Vereinigtes Königreich

G7-Gipfel: Gemeinsame Werte, Erholung von der COVID-19-Pandemie, Prävention weiterer Pandemien, Wohlstand durch freien und fairen Welthandel, Kampf gegen den Klimawandel und Verlust von Biodiversität

2020: USA    

G7-Sondertreffen der Ministerinnen und -minister für Wissenschaft- und Technologie, 28. Mai, virtuell

  • Gemeinsame G7-Wissenschafts- und Technologieerklärung zu COVID-19
  • Zusammenarbeit gemeinsamer prioritärer COVID-19 Forschungsschwerpunkte
  • Zugang zu Daten: gemeinsame Nutzung von Höchstleistungsrechnern, Global Partnership on Articificial Intelligence (GPAI)
  • Innovative Lösungsansätze zur Bewältigung der Pandemie

2019: Frankreich

G7-Treffen der Bildungsministerinnen und -minister, 04. Juli, Paris

  • Abschlusserklärung zur frühkindlichen Bildung und Professionalisierung der Lehrerausbildung
  • Kommuniqué zur Bekämpfung von Mobbing an Schulen

Gemeinsames G7-Treffen der Ministerinnen und -minister für Bildung sowie für Entwicklungszusammenarbeit, 05. Juli, Paris

  • Bildung für Mädchen
  • Berufsausbildung zur Unterstützung der sozialen und professionellen Eingliederung

2018: Kanada

keine Treffen der Ministerinnen und -minister zum Thema Bildung oder Forschung

2017: Italien

G7-Treffen der Ministerinnen und -minister für Wissenschaft, 28.-29. September, Turin

  • Die Qualifizierung von Arbeitskräften für Forschung und Innovation (F&I)
  • Die Rolle der Forschung bei der Förderung von Zukunftstechnologien, Innovationen und ihre Finanzierungsmechanismen
  • Globale Forschungsinfrastrukturen und Zugang zu Daten

Aktuell gibt es vier G7-Arbeitsgruppen im Bereich Wissenschaft und Forschung, welche an kontinuierlichen globalen Themen arbeiten.

Arbeitsgruppe Vorsitz Gründungs-jahr
Open Science Japan, EU 2016
Future of the Seas and Oceans Großbritannien 2015
GSO Global Research Infrastructures Derzeit China (zusammen mit Großbritannien) 2013
Financing Science for Inclusive Growth Kanada, Italien 2017

 

G20-Themen

Die G20 konzentrierte sich zunächst auf die Reformen zur Regulierung der Finanzmärkte und des internationalen Währungssystems sowie die makroökonomische Zusammenarbeit der G20-Länder. Inzwischen ist die Agenda der G20, ähnlich wie die Agenda der G7, auf viele weitere Themenfelder ausgedehnt worden.

Neben den Schwerpunktthemen Wirtschaft und Finanzen stehen auf der Agenda regelmäßig die Politikfelder:

  • Finanzen und die Folgen für die Weltwirtschaft
  • Globale Gesundheit
  • Klimawandel und Umwelt
  • Agrarwirtschaft und Wasser
  • Digitalisierung
  • Energie
  • Entwicklung
  • Bildung
  • Arbeit und Beschäftigung
  • Gleichberechtigung von Mann und Frau

Infolge des ersten G20-Digitalministertreffens im Jahr 2017 in Deutschland, haben auch die Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz zunehmend an Bedeutung gewonnen. Aufgrund der thematischen Breite der G20 ergibt sich eine Vielzahl unterschiedlicher Arbeitsgruppen und Treffen.
2018 setzte Argentinien das Thema Bildung erstmals auf die Agenda.

Im Folgenden sind die Themenschwerpunkte der G20-Gipfel- und Treffen der G20-Fachministerinnen und -minister in den Bereichen Bildung und Wissenschaft für die laufende Präsidentschaft sowie die letzten Jahre aufgeführt:  

2021: Italien

G20-Treffen der Bildungsministerinnen und -minister, 22. Juni, Catania

Gemeinsames G20-Treffen der Ministerinnen und -minister für Arbeit sowie für Bildung, 23. Juni, Catania

G20-Treffen der Ministerinnen und -minister für Forschung, 05. August, Triest

Gemeinsames G20-Treffen der Ministerinnen und -minister für Digitale Ökonomie sowie für Forschung, 06. August, Triest

2020: Saudi-Arabien, virtuell

G20-Treffen der Bildungsministerinnen und -minister zu COVID-19, 29. Juni, virtuell

  • Als Folge der Pandemie: Austausch zur globalen Unterbrechung der Bildung und möglichen Lösungsmöglichkeiten
  • Gerechter Zugang zu Bildung durch mehr Digitalisierung und weitere „distance-learning“-Konzepte
  • Veränderte Internationalisierung in der Bildung

G20-Treffen der Bildungsministerinnen und -minister, 05. September, virtuell

  • Bildungskontinuität
  • Frühkindliche Bildung
  • Internationalisierung in der Bildung

2019: Japan

kein Treffen der Ministerinnen und Minster für Bildung oder Forschung

2018: Argentinien

Gemeinsames G20-Treffen der Ministerinnen und Minster für Bildung sowie für Arbeit, 05. September, Mendoza

  • Fähigkeiten für die Zukunft (Skills for the future)
  • Bildungsfinanzierung (Financing Education)
  • Internationale Zusammenarbeit in der Bildung

In Vorbereitung auf das erste G20-Treffen der Bildungsministerinnen und -minister wurde die Arbeitsgruppe „Bildung“ (Education Working Group, EdWG) gegründet.  

2017: Deutschland

kein Treffen der Ministerinnen und Minster für Bildung oder Forschung

Zusammenarbeit der G7 und G20 mit nichtstaatlichen Akteuren („Engagement Groups")

Der Dialog mit Interessenvertretern aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft oder Forschung wird von den Staats- und Regierungschefs aktiv gesucht und unterstützt. Diese Gruppen („Engagement Groups") leisten einen wichtigen Beitrag, um die Themen der G7 und der G20 partizipativ in die Gesellschaft zu tragen und wiederum Empfehlungen zu geben. Die Gruppen verständigen sich auf ein Positionspapier mit Handlungsempfehlungen und können auf diesem Weg Einfluss nehmen. So haben sich aus verschiedenen Nichtregierungsorganisationen u.a. folgende Gruppen in diesem Kontext gegründet:

  • Business: B7 bzw. B20,
  • Civil: C7 bzw. C20,
  • Labour: L7 bzw. L20,
  • Science: S7 bzw. S20,
  • Think (tanks): T7 bzw. T20,
  • Universities: U7 Alliance,
  • Women: W7 bzw. W20,
  • Youth: Y7 bzw. Y20.

Die Gruppen bestehen aus Fachleuten des jeweiligen Bereichs aus allen G7 / G20 Ländern. Im Bereich Wissenschaft (S7/S20) vertritt beispielsweise als Nationale Akademie der Wissenschaften die Leopoldina die deutsche Wissenschaft in dieser Gruppe und erarbeitet zu entsprechenden Themen gemeinsame Stellungnahmen und Empfehlungen für Fachministertreffen/Gipfel.

Weitere Informationen
Links/Institutionen

Gründungen der G7 und G20 („Spin-Offs")

In einigen Fällen haben die Beschlüsse von G7/G8 oder G20 zur Gründung neuer Netzwerke und Organisationen mit Wissenschafts-/Innovationsfokus geführt. Im Rahmen der Fortschreibung der G7- und G20-Agenda bekunden die Staats- und Regierungschefs sowie die Fachministerinnen und -minister auch in späteren Jahren häufig ihre Unterstützung für die jeweiligen Partnerschaften und Foren.

Dazu zählen (in Klammern Treffen mit Gründungsbeschluss):

  • Human Frontier Science Program Organization (HFSP, G8-Gipfel 1987 in Venedig auf Initiative Japans);
  • Globaler Fonds (Global Fund, ursprünglich zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria als Global Fund for the Fight against Aids, Tuberculosis und Malaria (GFATM) eingerichtet, G8-Gipfel 2001 in Genua);
  • Group on Earth Observations (GEO, G8-Gipfel 2003 in Evian);
  • International Partnership for Hydrogen and Fuel Cells in the Economy (IPHE, G8-Gipfel 2003 in Evian);
  • Carbon Sequestration Leadership Forum (CSLF, G8-Gipfel 2003 in Evian);
  • Gobal Bioenergy Partnership (GBEP, G8 (+5)-Gipfel 2005 in Gleneagles);
  • Global Partnership on Artificial Intelligence (GPAI, G7-Gipfel 2019 in Biarritz auf Initiative Frankreichs und Kanadas);
  • International Research Initiative for Wheat Improvement IRIWI ("The Wheat Initiative", G20-Agrarminister 2011).
  • Global Antimicrobial Resistance Research and Development Hubs (Global AMR R&D Hub): der Global AMR R&D Hub wurde als Folge des G20-Gipfels im Jahr 2017 in Hamburg gegründet und am 22. Mai 2018 am Rande der Weltgesundheitsversammlung in Genf offiziell eröffnet. Der Hub ist eine übergreifende Initiative für staatliche und nicht-staatliche Förderer von Forschung und Entwicklung (FuE) im Bereich der antimikrobiellen Resistenzen (AMR). Hauptziel ist es, übergreifende Empfehlungen zu erarbeiten, um eine effiziente, unter den Mitgliedern abgestimmte Verwendung der verfügbaren FuE-Fördermittel zu AMR zu ermöglichen. Der Hub soll zu einer Erhöhung der FuE-Gesamtinvestitionen im Bereich AMR führen. Das BMBF unterstützt den Hub.

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