StartseiteLänderOzeanienAustralienZusammenfassungÜberblick zur Bildungs-, Forschungs- und Innovationslandschaft und -politik

Bildungssystem

Die Bildungsausgaben haben einen Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 5,3 Prozent. Damit liegt Australien im internationalen Vergleich auf Rang 18. Beim PISA-Test 2015 belegte Australien in den Bereichen Lesen, Rechnen und Naturwissenschaften den 19. Platz (Quelle: Global Innovation Index 2017). Das australische Bildungsministerium (DoET) administriert die Gesetzgebung im Bildungsbereich und ist verantwortlich für die Entwicklung und die Umsetzung von nationalen Richtlinien im gesamten Bildungsbereich, von der frühen Kindheit bis hin zur Hochschulausbildung.

Die Bildungslandschaft Australiens gilt im internationalen Vergleich als gleichermaßen hochentwickelt wie auch in einem hohen Maße kommerzialisiert. Auch staatliche Hochschulen erheben für einheimische Studierende relativ hohe Studiengebühren. Australien gehört damit innerhalb der OECD zur Spitzengruppe (OECD Education at a Glance (2019), Daten und Grafik).

Die 41 australischen Universitäten (davon 39 staatlich und 2 privat) sind im Dachverband Universities Australia (UA) organisiert. Für den Bereich der Berufs- und Weiterbildung sind die Technical and Further Education Colleges (TAFE; einen Überblick bieten u.a. OZ Studies und Studies in Australia) wichtig. Das Institut Ranke-Heinemann (Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund - IDP Education) veröffentlicht deutschsprachige Kurzporträts von Universitäten und von TAFE-Colleges und Berufsakademien.

Forschungs- und Innovationssystem

In Australien liegen zu den Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) nur ältere Daten für 2015 vor. Nach den Daten von 2017 haben die Türkei und Spanien Australien überholt, das damit auf Rang 15 läge (UNESCO eAtlas of –Research and Experimental Development, Gesamtausgaben für FuE). Die FuE-Intensität Australiens, das heißt, der Anteil der gesamten FuE-Ausgaben am BIP hat sich zwischen 2008 und 2015 von 2,2 auf 1,9 Prozent vermindert und liegt somit inzwischen deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 2,4 Prozent (siehe FuE-Indikatoren).

In Bezug auf die Anzahl der wissenschaftlichen Publikationen liegt Australien seit 2013 stabil auf Rang 10 (Quelle: SCImago (2007). SJR – SCImago Journal & Country Rank. Data retrieved June 7, 2019, from www.scimagojr.com).

Die politischen Leitlinien für die Forschungs- und Innovationspolitik werden im Wesentlichen durch das Ministerium für Industrie, Innovation und Wissenschaft (Department of Industry, Innovation & Science, DIIS) festgelegt. Das Ministerium ist außerdem zuständig für die wichtigsten außeruniversitären Forschungseinrichtungen: Geoscience Australia, das Australian Institute of Marine Science (AIMS) sowie die Australian Nuclear Science and Technology Organisation (ANSTO).

Die 1916 gegründete Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) ist die älteste und größte Forschungseinrichtung Australiens, sie ist primär der anwendungsbezogenen Forschung verpflichtet, was sie am ehesten mit der Fraunhofer Gesellschaft vergleichbar macht. CSIRO-Projekte müssen stets mit einem Partner aus der Industrie durchgeführt werden, um die Anwendungsbezogenheit und kommerzielle Verwertbarkeit der Forschungsergebnisse sicherzustellen. Die rund 5.200 Angestellten sind mit einem jährlichen Forschungsbudget von etwa 839 Mio. AUD (2019/20) ausgestattet. Durch Sparpolitik der konservativen Regierung musste CSIRO bis zu 600 Stellen abbauen. CSIRO bietet Unternehmen Auftrags- und Kooperationsforschung, die Entsendung von Personal und Beratungsleistungen an. Das fachliche Spektrum ist breitgefächert: Landwirtschaft und Wasser, Bodenschätze, Umwelt und Geowissenschaften, Meeresforschung, industrielle Produktion, Energie, Ernährung, Gesundheit und Biosicherheit. Für den Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) bzw. Digitalisierung ist die Einheit CSIRO Data61 zuständig. Vorgänger ist unter anderem National ICT Australia (NICTA), das ursprünglich als Centre of Excellence an der University of New South Wales eingerichtet worden war (siehe unten).

In Australien haben einige Fachministerien eigene Ressortforschungseinrichtungen, so z.B. das Ministerium für Umwelt und Energie (Australian Antarctic Division - Antarctica, Great Barrier Reef Marine Park Authority (GBRMPA) und das Office of Water Science). Die Australian Renewable Energy Agency (ARENA) forscht in eigenen Laboratorien zu einem Umbau des Stromnetzes in Verbindung mit erneuerbaren Energien. Auch das Verteidigungsministerium hat eine eigene Forschungseinrichtung, die Defence Science and Technology Group (DST Group). Es gibt derzeit außerdem knapp 50 private gemeinnützige Gesundheitsforschungseinrichtungen in Australien (Association of Australian Medical Research Institutes, AAMRI), die teilweise mit öffentlichen Hochschulen und Universitätskliniken verbunden sind. Dazu zählen das Hudson Institute of Medical Research und das George Institute for Global Health.

Die von der öffentlichen Hand finanzierte Forschung an den Hochschulen Australiens wird im Wesentlichen von denjenigen Universitäten durchgeführt, die in einem der drei Hochschulverbünde Group of Eight (Go8), Australian Technology Network (ATN) und Innovative Research Universities (IRU) organisiert sind. Hochschulrankings können Hinweise auf Forschungs- und Innovationsstärke geben. Die fünf bestplatzierten australischen Hochschulen sind sämtlich Mitglied in der Group of Eight (in Klammern Position auf der weltweiten Rangliste): die University of Melbourne (32), die Australian National University (50), die University of Sydney 60), die University of Queensland (66) sowie die University of New South Wales (71) (Quelle: Times Higher Education - World University Ranking 2020, “Best for Research”).

Das Bildungsministerium ist für die Hochschulforschung und die Forschungsinfrastrukturen zuständig. Es fördert im Rahmen der „National Collaborative Research Infrastructure Stategy" (NCRIS) derzeit 27 Projekte mit einer Summe von 150 Mio. AUD/Jahr. Beispiele sind das „Australian Urban Research Infrastructure Network" (AURIN) oder die „Australian Plant Phenomics Facility“ in Adelaide (Überblick geförderte Projekte).

Die wichtigste Fördereinrichtung für Forschung und Entwicklung an den Hochschulen ist der Australian Research Council (ARC), der den 1988 gegründeten Vorgänger 2001 abgelöst hat. ARC fördert FuE in den Bereichen Sozial- und Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften und Technik. Zuständig ist das Bildungsministerium. Ein besonderes Förderinstrument des ARC sind seit 2003 die Centres of Excellence, die an ausgewählten Hochschulen des Landes eingerichtet wurden. Forschungsschwerpunkte sind beispielsweise  Astrophysik, Quantencomputer, Klimaextreme und Altersforschung. Ab 2017 werden neun weitere Centres of Excellence in Höhe von insgesamt 283,5 Mio AUD über maximal 7 Jahre gefördert.

Wie in angelsächsischen Ländern üblich, gibt es für die Förderung der Gesundheitsforschung eine spezielle Einrichtung, den 1936 gegründeten National Health and Medical Research Council (NHMRC). Zuständig ist das Ministerium für Gesundheit.

Forschung und Entwicklung zu Umweltthemen wird durch das Ministerium für Umwelt und Energie gefördert. Für erneuerbare Energien hat das Ministerium seit 2012 eine eigene Förderagentur, die Australian Renewable Energy Agency (ARENA).

Die wichtigste Fördereinrichtung für Unternehmen ist das Ministerium für Industrie, Innovation und Wissenschaft (DIIS). Das DIIS unterstützt Innovationen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) und richtet „Cooperative Research Centres (CRC)“ ein, um die mittel- und langfristige Kooperation von öffentlichen und privaten Akteuren zu gewährleisten. Insgesamt wurden seit 1990 mehr als 200 CRC gefördert. Das Programm ist mehrfach positiv evaluiert worden. Das Budget des CRC-Programms beträgt im Haushaltsjahr 2019/20 rund 184 Mio. AUD. Die insgesamt 28 aktiven CRCs beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit  Umwelt, Landwirtschaft, Informations- und Kommunikationstechnologien, Bergbau, Medizin und Produktionstechnologien (Überblick CRCs als Mitglieder der Cooperative Research Centres Association, CRCA). 

Um die Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Forschung und der Industrie weiter zu stimulieren fördert das australische Ministerium für Industrie seit 2015 die sogenannte „Industry Growth Centres (IGCs)". Es handelt es sich um thematische Cluster unter Führung von Unternehmen. Ziel ist eine bessere und schnellere industrielle Umsetzung von Wissen, die Verringerung administrativer Bürden für die australische Industrie und die Erarbeitung von Konzepten für die Ausbildung künftiger Fachkräfte. Die IGC sind in den sechs Bereichen 1. Bergbautechnologien und -services, 2. Öl, Gas und Energieressourcen,  3. Lebensmittel und Agrarwirtschaft, 4. Produktionstechnologien, 5. Medizintechnik und Pharmazie,  sowie 6. Cybersicherheit angesiedelt und werden für zunächst vier Jahre mit rund 190 Mio. AUD finanziert. Die IGCs können selbst Fördermittel vergeben.

Die Industrieforschungseinrichtung CSIRO fördert unter anderem die Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen durch Unternehmen. Um die Entwicklung von Raumfahrttechnologien durch Unternehmen gezielter fördern zu können, hat die australische Regierung im Juli 2018 die Australian Space Agency gegründet.

Regionale Schwerpunkte von Forschung und Innovation liegen in der Hightech-Region Melbourne und dem Großraum Sydney.

Forschung und Entwicklung in australischen Unternehmen ist besonders auf den Dienstleistungssektor konzentriert, in dem über 50 Prozent der Ausgaben anfallen. Die wichtigsten Branchen sind Finanzen und Versicherungen, gefolgt von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). In Bezug auf den Anteil der industriellen Fertigung an den FuE-Ausgaben der Unternehmen gehört Australien mit unter 25 Prozent zu den Schlusslichtern innerhalb der OECD. Zum Vergleich: in Deutschland und China beträgt dieser Anteil deutlich über 80 Prozent (Quelle: „Business Enterprise R&D Expenditure by Industry“, OECD Datenbank).

Während Australien mit einem Anteil von rund 3 Prozent der weltweiten wissenschaftlichen Publikationen in der vordersten Liga mitspielt, ist die Zusammenarbeit zwischen den Universitäten und der Industrie nur schwach ausgeprägt. Von den innovativ tätigen Unternehmen kooperieren unter 10 Prozent mit Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen („Boosting R&D outcomes in Australia“, OECD-Studie). Wie bei dem Anteil industrieller Fertigung gehört Australien hier zu den Schlusslichtern innerhalb der OECD. Vor diesem Hintergrund hat die australische Regierung Ende 2015 die National Innovation & Science Agenda (NISA) in Kraft gesetzt. Innerhalb von vier Jahren sollen 1,1 Milliarden AUD für 24 Maßnahmen investiert werden. Die Agenda hat im Wesentlichen vier Handlungsfelder:

  • Kultur und Kapital: enthält u.a. Steuererleichterungen für forschende Firmen und Förderprogramme für kleine und mittlere Unternehmen zur Umsetzung von Ideen in Produkten.
  • Zusammenarbeit: hierüber soll die Zusammenarbeit von Industrie und Universitäten/Forschungseinrichtungen gestärkt werden. So soll die Finanzierung der Hochschulen stärker von der Zusammenarbeit mit der Industrie abhängig gemacht werden. Australien investiert im Rahmen der 2016 veröffentlichten National Research Infrastructure Roadmap in den nächsten 10 Jahren mehr als 2 Mrd. AUD in die Forschungsinfrastruktur. Hierzu gehören u.a. die Investitionen in das Square Kilometer Array (Radioteleskop, SKA) oder das Australian Synchrotron in Melbourne. Über die „Global Innovation Strategy“ werden wieder Mittel für internationale Zusammenarbeit zur Verfügung gestellt (siehe unter Überblick zur internationalen Kooperation).
  • Talent und Kompetenzen: wesentliche Aspekte sind die Heranführung junger Australierinnen und Australier an Digitaltechnologien, eine stärkere Beteiligung von Frauen in den Ingenieur- und Naturwissenschaften und bessere Visa-Bedingungen für ausländische Unternehmer und Forschende.
  • Regierung mit Vorbildcharakter: Innovation und Forschung sollen stärker in den Mittelpunkt des Regierungshandelns rücken. Hierzu wurde ein neues Beratungsgremium „Innovation and Science Australia“ eingerichtet.

Am 29.01.2018 hat das neue Beratungsgremium Innovation and Science Australia eine neue Roadmap: Australia 2030: Prosperity through Innovation (2030 Plan) vorgelegt. Sie enthält insgesamt 30 Empfehlungen, schreibt die Handlungsfelder der NISA fort und ergänzt diese um ein fünftes Handlungsfeld:

  • Culture & Ambition: Entwicklung eines neuen Nationalstolzes für australische Innovationen und Forschungsleistungen durch gezielte Investition in National Missions, die die großen gesellschaftlichen Herausforderungen angehen (z.B. Genomics and Precision Medicine National Mission, Restore the Great Barrier Reef).
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Indikatoren für Bildung

Indikator

Australien

Deutschland

OECD-Gesamt

Stand

Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt: Bildung insgesamt [Prozent]

5,8

4,2

5,0

2016

Wachstum des Bildungsanteils am BIP (Differenz des BIP-Bildungsanteils zu dem des Vorjahres in Prozentpunkten) [Prozent]

-0,2

0,0

0,0

2016

Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt: tertiäre Bildung [Prozent]

1,9

1,2

1,5

2016

Öffentlicher Anteil an den Ausgaben für tertiäre Bildung [Prozent]

40

83

66

2016

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender aus dem Land [Prozent]*

1

4

2

2017

Anzahl Studierender im Tertiärbereich insgesamt [Mio.]

1,775

3,092

k.A.

2017

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender im Land [Prozent]**

21

8

6

2017

Anzahl Promovierender insgesamt

55.669

198.300

k.A.

2017

Anteil internationaler abschlussorientierter Promovierender im Land [Prozent]**

32

10

22

2017

Anteil 25- bis 34-Jähriger mit einem Abschluss im Tertiärbereich [Prozent]

51

32

44

2018

Anteil an neuen Studienabschlüssen in Mathematik, Statistik und Naturwissenschaften (Ingenieurwissenschaften) [Prozent]

6 (8)

9 (22)

6 (14)

2017

PISA-Ergebnisse: Lesen [Punktzahl (Platzierung)]

503 (16)

498 (20)

487

2018

PISA-Ergebnisse: Mathematik [Punktzahl (Platzierung)]

491 (29)

500 (20)

489

2018

PISA-Ergebnisse: Naturwissenschaften [Punktzahl (Platzierung)]

503 (15)

503 (15)

489

2018

Tabelle 3: Bildungsindikatoren

Quelle: OECD - Education at a Glance 2019, UNESCO Institute for Statistics und "OECD - PISA 2018: Ergebnisse"

* OECD (UNESCO) registrieren nur diejenigen internationalen Studierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss im Ausland anstreben.

** OECD (UNESCO) registrieren nur diejenigen internationalen Studierenden bzw. Promovierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss in dem jeweiligen Land anstreben.

       

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FuE-Indikatoren

Indikator

Australien

Deutschland

OECD

Stand

Nationale FuE-Ausgaben [Mio. USD*]

21.152

132.004

1.360.044

2015/17/17

FuE-Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) [Prozent]

1,9

3,0

2,4

2015/17/17

Ausgaben für FuE in Unternehmen (BERD) [Mio. USD*]

11.301

91.209

959.075

2015/17/17

Anteil der öffentlich finanzierten Ausgaben für FuE in Unternehmen (direkter Förderanteil) [Prozent]

2,2

3,2

5,0

2015/17/17

Anteil der vom Ausland finanzierten Ausgaben für FuE in Unternehmen [Prozent]

1,6

6,3

7,9

2015/17/16

Ausgaben für FuE in Hochschulen (HERD) [Mio. USD*]

7.496

22.916

233.743

2016/17/17

Anteil der unternehmensfinanzierten Ausgaben für FuE in Hochschulen [Prozent]

5,1

13,3

5,9

2016/17/17

Ausgaben für FuE in außeruniversitären öffentlichen Forschungseinrichtungen (GOVERD) [Mio. USD*]

2.259

17.879

135.237

2016/17/17

Anteil der unternehmensfinanzierten Ausgaben für FuE in außeruniversitären öffentlichen Forschungseinrichtungen [Prozent]

10,3

10,1

3,7

2016/17/16

Anteil internationaler Ko-Patente an Patentanmeldungen unter dem Vertrag über Patentzusammenarbeit (PCT) [Prozent](1)

14,8

16,9

7,6

2016

Tabelle 4: Indikatoren zu Forschung und Entwicklung (FuE)

Quelle: OECD Main Science and Technology Indicators 2019/1, Stand August 2019

(1) OECD Patents Statistics, Stand April 2019

* in laufenden Preisen, kaufkraftbereinigt

       

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FuE-Finanzierung

Zu der Aufteilung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf Finanzierungsquellen (Wirtschaft, Staat, Inland Sonstiges und Ausland) in Australien liegen für den Zeitraum ab 2008 keine Daten der OECD vor.

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FuE-Durchführung

Anmerkung: Zu Australien liegen zwar schon absolute Zahlen für die Durchführung in bestimmten Sektoren für 2016 vor, prozentuale Anteile jedoch nur 2015. Bei der Durchführung von Forschung und Entwicklung nehmen die Unternehmen in den OECD-Ländern meist eine dominante Rolle ein (Anteile für Deutschland und OECD Gesamt liegen bei 69 und 70 Prozent). Im Vergleich dazu halten sich die Unternehmen in Australien stark zurück.

Im öffentlichen Sektor sind der OECD-Raum und in geringerem Maße auch Deutschland hochschulzentriert (Verhältnis von GOVERD zu HERD von etwa 35 : 65 bzw. 45 : 55). In Australien dominieren die Hochschulen noch stärker gegenüber den außeruniversitären öffentlichen Forschungseinrichtungen (Verhältnis von GOVERD zu HERD von etwa 30 : 70).

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Bibliometrie

Die Verteilung der Publikationen auf Fachgebiete kann erste Hinweise auf die Stärken eines Forschungssystems geben (Bezugsjahr 2016, (Quelle: SCImago (2007). SJR – SCImago Journal & Country Rank. Retrieved August 8, 2017, from www.scimagojr.com)). Weltweit wie in Australien steht die Medizin mit den meisten Publikationen an erster Stelle. Typisch für angelsächsisch geprägte Länder ist, dass der Anteil der Medizin noch etwas über dem Durchschnitt liegt (Australien: 19,4 Prozent, Welt: 15,9 Prozent sowie Deutschland: 16,7 Prozent). An zweiter Stelle weltweit stehen die Ingenieurwissenschaften mit 10,9 Prozent deutlich vor der Biochemie, Genetik und Molekularbiologie (7,2 Prozent). In Australien liegen dagegen die Ingenieurwissenschaften (7,4 Prozent) sowie Biochemie, Genetik und Molekularbiologie (7Prozent) etwa gleichauf an zweiter Stelle. Eine Spezialisierung Australiens ist in folgenden Fachgebieten festzustellen (Auswahl basierend auf Spezialisierungsindex Länderanteil/Weltanteil ≥ 1,3):

  • Agrar- und Biowissenschaften (6,8 Prozent, Welt: 5 Prozent sowie Deutschland: 4,4 Prozent)
  • Sozialwissenschaften (6,7 Prozent, Welt: 4 Prozent, Deutschland: 3,1 Prozent)
  • Umweltwissenschaften (4,6 Prozent, Welt: 3,4 Prozent, Deutschland: 2,8 Prozent)
  • Geisteswissenschaften (2,9 Prozent, Welt: 1,9 Prozent und Deutschland: 2 Prozent).

Bei einem weltweiten Vergleich der Anzahl der Publikationen liegt Australien im Jahr 2016 insgesamt auf Rang 10. Innerhalb der einzelnen Fachgebiete erreicht Australien die besten Platzierungen in den Sozialwissenschaften (Rang 4) und den Agrar- und Umweltwissenschaften (Rang 6).

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