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EU-Kommission legt Konzept zur Förderung von Investitionen für Künstliche Intelligenz vor

Berichterstattung weltweit

Mit einer Reihe von Maßnahmen will die Kommission die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI) erschließen und die Wettbewerbsfähigkeit Europas weiter steigern. Bis 2020 sollen 20 Mrd. EUR investiert werden.

Mit einem auf drei Säulen beruhenden Konzept will die EU-Kommission die europaweite KI-Forschung vorantreiben: erstens sollen öffentliche und private Investitionen erhöht werden; zweitens seien Bürgerinnen und Bürger auf sozioökonomische Änderungen vorzubereiten; drittens müsse ein geeigneter ethischer und rechtlicher Rahmen gewährleistet werden.

Bis 2020 plant die Kommission, Mittel für die KI-Forschung und -Entwicklung im öffentlichen und privaten Sektor in Höhe von mindestens 20 Mrd. EUR zu mobilisieren. Dafür wird das Forschungs- und Innovationsprogramm "Horizont 2020" auf 1,5 Mrd. EUR aufgestockt, um Anreize für zusätzliche Investitionen bestehender öffentlich-privater Partnerschaften zu schaffen, z. B. in den Bereichen Big Data und Robotik. Sie sollen dazu beitragen, die KI-Entwicklung in Schlüsselbereichen – vom Verkehr bis zum Gesundheitswesen – zu unterstützen, KI-Forschungszentren in ganz Europa zu vernetzen und zu stärken und KI-Tests und ‑Versuche zu fördern. Zusätzlich sollen mithilfe des Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) mehrere Schlüsselbereiche mit 500 Mio. EUR bis 2020 gefördert werden. Ferner wird die Entwicklung einer "Plattform für KI auf Abruf" unterstützt, die allen Nutzern in der EU Zugang zu relevanten KI-Ressourcen verschaffen soll.

Im Bereich der sozioökonomischen Veränderungen plädiert die EU-Kommission für eine Modernisierung der Bildungs- und Ausbildungssysteme in den Mitgliedsstaaten. Darüber hinaus werde sie Partnerschaften zwischen Unternehmen und Bildungseinrichtungen fördern, spezielle, durch den Europäischen Sozialfonds gestützte Ausbildungsprogramme einrichten und im Zuge des nächsten mehrjährigen EU-Finanzrahmens von 2021-2027 die Vermittlung neuer digitaler Kompetenzen einschließlich KI-spezifischer Fähigkeiten in den Fokus rücken.

Bis Ende 2018 will die Kommission außerdem ethische Leitlinien für die KI-Entwicklung erarbeiten, die auf der Charta der Grundrechte der Europäischen Union beruhen und Grundsätze wie Datenschutz und Transparenz berücksichtigen.

Hintergrund

Künstliche Intelligenz ist längst fester Bestandteil des Alltags. Von virtuellen persönlichen Assistenten, die den Arbeitstag organisieren, bis hin zu Smartphones, die nach persönlichem Geschmack ausgewählte Popsongs vorschlagen – die KI ist nicht mehr wegzudenken. Doch intelligente Systeme machen nicht nur das Leben leichter, sondern können auch dazu beitragen, einige der größten Herausforderungen zu meistern, mit denen Menschen weltweit konfrontiert sind – von der Behandlung chronischer Krankheiten bis hin zum Kampf gegen den Klimawandel oder der Antizipation von Bedrohungen für die Cybersicherheit. Künstliche Intelligenz sei somit eine der strategisch bedeutendsten Technologien des 21. Jahrhunderts, so die EU-Kommission. Daher solle Europa bei diesen Entwicklungen eine führende Rolle spielen.

Auf der Grundlage der von 24 Mitgliedstaaten und Norwegen am 10. April 2018 unterzeichneten Kooperationserklärung plant die Kommission, bis Ende des Jahres mit den Mitgliedstaaten einen koordinierten Plan für die KI zu entwickeln. Dessen Hauptziele sollen darin bestehen, die Wirkung von Investitionen auf EU- und nationaler Ebene zu maximieren, die Zusammenarbeit in der gesamten EU zu fördern, empfehlenswerte Verfahren zu verbreiten und gemeinsam die weitere Vorgehensweise zu bestimmen, um die weltweite Wettbewerbsfähigkeit der EU sicherzustellen. Zudem will die Kommission weiterhin in zentrale KI-Initiativen investieren. Diese betreffen etwa die Entwicklung effizienterer Elektronikkomponenten und -systeme (wie z. B. speziell für KI-Anwendungen konzipierter Computerchips) und Weltklasse-Hochleistungscomputer sowie zentrale Projekte in den Bereichen Quantentechnik und Human Brain Mapping.

Zum Nachlesen:

Quelle: Europäische Kommission Redaktion: von Alexander Bullinger, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: EU Themen: Strategie und Rahmenbedingungen Innovation Information u. Kommunikation Grundlagenforschung

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Das Schmuckbild zeigt fünf Glühbirnen. Eine Glühbirne leuchtet.

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