StartseiteThemenDigitaler WandelDAAD und HAWs wollen Studierende und Forschende aus der Ukraine digital unterstützen

DAAD und HAWs wollen Studierende und Forschende aus der Ukraine digital unterstützen

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Auf verschiedenen Ebenen organisieren deutsche Hochschulen und deren Verbände sowie Bildungs- und Menschenrechtsorganisationen derzeit Hilfsangebote für die vor dem Krieg in der Ukraine fliehenden Studierenden und Forschenden. Ein erster Schritt ist die Enwicklung einer digitalen Informationsplattform, um Hilfsangebote der deutschen Hochschul- und Wissenschaftslandschaft zu bündeln. Auch die Entwicklung digitaler Lehrangebote wird in Aussicht gestellt.

Etwa 60.000 internationale Studierende waren nach UNESCO-Angaben unmittelbar vor Beginn des Krieges an ukrainischen Hochschulen eingeschrieben. Hauptherkunftsländer waren Indien, Marokko, Aserbaidschan, Turkmenistan, Ägypten und Nigeria. Der World University Service (WUS) setzt sich für rechliche Änderungen und spezielle Unterstützungsmaßnahmen ein, damit alle aus der Ukraine geflohenen internationalen Studierenden sich um die Fortsetzung ihres Studiums in Deutschland oder einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union bemühen können. Die deutsche Hochschulrektorenkonferenz (HRK) sprach sich dafür aus, dass angemessene Regelungen für Studierende aus Drittstaaten gefunden werden sollten.

In den vergangenen Wochen haben viele deutsche Hochschulen in eigener Initiative Unterstützungsangebote für geflüchtete ukrainische Studierende und Forschende vorgelegt. Eine Zielgruppe von Angeboten sind auch ukrainische Studierende und Forschende, die sich im Rahmen von Mobilitätsförderung zu Beginn des Krieges bereits in Deuschland aufgehalten haben und deren Rückkehr durch den Ausbruch des Krieges nun erschwert oder gar unmöglich gemacht wird. Die kurzfristig beschlossenen Angebote reichen von Stipendien über Deutschkurse und Verleihung eines Gasthörerstatus bis hin zur psychologischen Unterstützung und werden teilweise durch private Spenden finanziert.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) rechnen mit bis zu 100.000 Geflüchteten aus dem Wissenschaftsbereich, die an deutsche Hochschulen kommen könnten. Um deren Aufnahme zu bewältigen, formulieren DAAD und HRK konkrete Vorschläge für staatliche Unterstützungsprogramme, um das bestehende Engagement der Hochschulen massiv auszubauen. Die skizzierten Programme stützen sich auf einen Vorschlag, den der DAAD bereits Anfang März vorgelegt hatte. Eine der fünf Säulen besteht in der Unterstützung der deutschen Hochschulen bei der Entwicklung und Bereitstellung von digitalen Angeboten für ihre ukrainischen Partnerhochschulen, solange diese ihren Betrieb aufrechterhalten können.

Auf Bitten der Kultusministerkonferenz und unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird der DAAD nun sein Onlineangebot für deutsche Hochschulen zur Ukraine und für ukrainische Studierende und Forschende zu einer nationalen Kontaktstelle Ukraine ausbauen. Die HRK unterstützt ihre Mitgliedshochschulen und den DAAD bei der Bündelung und Sichtbarmachung der Unterstützungsangebote.

Weitere Hilfsangebote wollen die deutschen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAWs) auf den Weg bringen. Sie verabschiedeten im Rahmen der jährlichen Tagung des Bad Wiesseer Kreises am 15. und 16. März in Berlin eine Resolution. Darin verurteilen die HAWs den völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und verknüpfen ihr Statement mit konkreten Unterstützungsangeboten für Studierende, Lehrende und Forschende. Die insgesamt 118 HAWs sehen sich in der Lage, eine große Zahl an Studierenden aufzunehmen und ihnen eine zeitnahe Perspektive und ggf. auch eine Anbindung an den deutschen Arbeitsmarkt zu bieten. Zusätzlich planen sie umfangreiche digitale Angebote zur Unterstützung ukrainischer Hochschulen:

"Darüber hinaus werden wir die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, um sowohl Hochschulen in der Ukraine zu unterstützen als auch ukrainisch-deutsche Plattformen beispielsweise für gemeinsame Lehre zu schaffen. Insbesondere Letzteres kann somit auch ein Angebot an Wissenschaftler:innen und Wissenschaftsmanager:innen sein, deren Aufnahme in großem Umfang die Hochschulen vor andere Herausforderungen stellt als die Aufnahme von Studierenden."

Zum Nachlesen

Quelle: DAAD, HRK, HAW, WUS Redaktion: von Sonja Bugdahn, DLR Projektträger Länder / Organisationen: Deutschland Ukraine Themen: Bildung und Hochschulen Ethik, Recht, Gesellschaft Fachkräfte Förderung Information u. Kommunikation

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Großaufnahme Kompass mit Landesflagge der Ukraine an Flaggenmast

© Shutterstock / sundaemorning

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