StartseiteThemenOpen Education, Science & InnovationFreier Zugang zu Forschungsdaten: US-Gesundheitsinstitute führen Richtlinie ein

Freier Zugang zu Forschungsdaten: US-Gesundheitsinstitute führen Richtlinie ein

Berichterstattung weltweit

Ab Januar 2023 werden die US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH) von den meisten Forschenden und Einrichtungen bei der Antragsstellung Datenmanagementpläne verlangen, die den öffentlichen Zugang zu den gewonnenen Forschungsdaten einschließen.

In den USA waren zuletzt im Rahmen einer Studie zur Reproduzierbarkeit von einflussreichen Publikationen zur Krebsforschung mehr als die Hälfte als nicht reproduzierbar eingestuft worden. Es wird geschätzt, dass insgesamt in den USA zwischen 10 und 50 Milliarden US-Dollar für Forschungsarbeiten mit defizitären Methoden, die sich nicht reproduzieren lassen, aufgewendet werden. Ein Großteil dieser Mittel stammt aus der öffentlichen Forschungsförderung. Unter anderem um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, werden die National Institutes of Health ab Januar 2023 bei der Antragsstellung detaillierte Datenmanagementpläne einfordern.

Die neue Richtlinie sieht vor, dass alle Projekte, bei denen wissenschaftliche Daten gesammelt werden, einen Plan für die Verwaltung und gemeinsame Nutzung von Daten (Data Management and Sharing, DMS) vorlegen müssen. Dies schließt Angaben zu Software oder anderen Werkzeugen, die für die Analyse der Daten benötigt werden, sowie zu Veröffentlichung, Zugang und Verbreitung der Daten ein.

Die Ankündigung der Maßnahme und der dahinterstehende Open-Science-Ansatz sowie die mögliche globale Signalwirkung stieß in der Forschungslandschaft auf breite Zustimmung. Kritische Stimmen äußern jedoch die Sorge, dass die logistischen Herausforderungen und fehlende Kompetenzen zur Einhaltung der neuen Richtlinie bestehende Ungleichheiten in der Wissenschaftsfinanzierung verschärfen und eine Belastung für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler darstellen könnte.

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Quelle: Nature Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: USA Themen: Förderung Lebenswissenschaften Strategie und Rahmenbedingungen

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