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Frankreich richtet Nationalen Wasserstoffrat ein

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Umweltministerin Barbara Pompili, Wirtschaftsminister Bruno Le Maire, Forschungsministerin Frédérique Vidal und Industrieministerin Agnès Pannier-Runacher haben am 11.01.2021 die Einrichtung des Nationalen Wasserstoffrats bekannt gegeben.

Mit der von der Regierung am 8. September 2020 veröffentlichten Nationalen Strategie zur Entwicklung von dekarbonisiertem Wasserstoff (Stratégie nationale pour le développement de l'hydrogène décarboné) kündigte Frankreich eine massive Beschleunigung der Investitionen in die Entwicklungen entsprechender Technologien an. Bis 2030 sollen insgesamt 7 Mrd. Euro in dieser Branche investiert werden – allein 2 Mrd. Euro bis 2022 im Rahmen des französischen Konjunkturprogramms „France Relance“.

Ziel dieser Strategie ist es, die technologische Beherrschung der wesentlichen Komponenten der Wertschöpfungskette von dekarbonisiertem Wasserstoff sowie einen schnellen Übergang in den industriellen Maßstab zu beschleunigen, um eine deutliche Senkung der Produktionskosten zu ermöglichen. Die Strategie umfasst drei Schwerpunkte, die technologische Entwicklung und ökologischen Wandel miteinander verbinden:

  • Dekarbonisierung der Industrie, um durch das Entstehen einer französischen Wasserstoffindustrie zum Erreichen der Kohlenstoffneutralität im Jahr 2050 beizutragen;

  • die Entwicklung von wasserstoffbetriebener schwerer Mobilität;

  • Unterstützung für Forschung, Innovation und Kompetenzentwicklung.

Der nun neu gegründete Nationale Wasserstoffrat (Conseil national de l'hydrogène) soll die effektive Umsetzung der Nationalen Strategie für die Entwicklung von dekarbonisiertem Wasserstoff gewährleisten. Das Gremium soll den Austausch zwischen dem Staat und den an der Umsetzung der Strategie beteiligten Akteuren, insbesondere den Industriesektoren strukturieren sowie die reibungslose Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen ermöglichen und deren Wirksamkeit messen. Es trägt somit zur Entwicklung eines wettbewerbsfähigen französischen Sektors für dekarbonisierten Wasserstoff bei und fördert die Entstehung von kollektiven Projekten, die auf die Entstehung und Strukturierung einer vollständigen Wertschöpfungskette in Frankreich oder im Rahmen einer europäischen Zusammenarbeit abzielen.

Der Nationale Wasserstoffrat soll aus 16 Mitgliedern bestehen, die Einrichtungen der öffentlichen Forschung sowie der relevanten Industrieverbände und Unternehmen vertreten. Ein noch zu ernennender interministerieller Koordinator soll für den Rat Sekretariatsaufgaben übernehmen und insbesondere die Verbindung zu den ständigen Vertretern des Strategieausschusses Neue Energiesysteme (Nouveaux systèmes énergétiques) beim Nationalen Industrierat CNI (Conseil national de l’industrie) und des Verbands France Hydrogène gewährleisten.

Der Nationale Wasserstoffrat soll im Januar 2021 zum ersten Mal tagen und eine erste Bilanz der bisher im Rahmen der Strategie für die Entwicklung von dekarbonisiertem Wasserstoff umgesetzten Maßnahmen vornehmen sowie Status Quo und weitere Planung des gemeinsamen europäischen Wasserstoffprojekts (IPCEI Wasserstoff) erörtern.

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Quelle: MESRI Redaktion: von Sylvie Rijkers-Defrasne, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Engineering und Produktion Strategie und Rahmenbedingungen Umwelt u. Nachhaltigkeit

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