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Künstliche Intelligenz: Französischer Wirtschaftsminister konkretisiert Strategie

Berichterstattung weltweit

Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire hat dargelegt, wie Unternehmen im Rahmen der „Nationalen Strategie für künstliche Intelligenz“ unterstützt werden. Zudem wollen acht große französische Konzerne bei diesem Thema kooperieren und beispielsweise Datensätze teilen.

Frankreich will bis 2022 im Rahmen seiner „Nationalen Strategie für künstliche Intelligenz“ 1,5 Milliarden Euro in die Entwicklung von künstlicher Intelligenz (KI) im eigenen Land investieren. Am 3. Juli 2019 konkretisierte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire im Rahmen der Veranstaltung „KI im Dienste der Unternehmen“ nun die Pläne, wie das Geld im Wirtschaftsbereich eingesetzt werden soll. Dabei werden laut der Tageszeitung La Tribune auf folgende Ziele verfolgt:

  • Das KI-Startup-Ökosystem soll ausgebaut werden.
  • KI soll in allen wirtschaftlichen Bereichen verwendet werden, auch in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und den großen Konzernen.
  • Frankreich will ausländische Investitionen anziehen.
  • Es soll eine „französische“, das heißt ethische und transparente, KI entstehen.

Von den 1,5 Milliarden, die bis 2022 für KI ausgegeben werden sollen, sind 650 Millionen Euro für die Forschung bestimmt und 800 Millionen Euro für erste konkrete „Projekte“. Dazu gehören laut Le Maire beispielsweise die Verbesserung ärztlicher Diagnosen, Cybersicherheit oder die Zertifizierung von Algorithmen. Ein Beispiel ist das Programm „KI-Herausforderungen“ (Challenges IA) mit einem Umfang von fünf Millionen Euro, das die Zusammenarbeit zwischen großen Unternehmen und kleineren, auf KI spezialisierten Firmen in den strategischen Bereichen Gesundheit, Transport/Mobilität, Umwelt oder Verteidigung/Sicherheit erleichtern soll.  Weiterhin strebt Frankreich bis Ende 2019 eine eigene Cloud-Lösung an, um dort die „strategischsten Daten“ zu speichern.

Le Maire wohnte bei der Veranstaltung auch der Unterzeichnung einer Absichtserklärung von acht großen französischen Konzernen (Air Liquide, Dassault Aviation, EDF, Renault, Safran, Thales, Total und Valeo) bei. Unter dem Stichwort „KI im Dienste der Industrie“ wollen sie einerseits prioritäre Forschungsfelder erarbeiten und andererseits den industriellen Einsatz von KI diskutieren. Dabei geht es beispielsweise um die Verwendung von KI in kritischen Systemen wie Bohrinseln oder das Teilen großer Datenmengen. Zu letzterem wird das Wirtschaftsministerium noch im Juli ein Förderprogramm veröffentlichen. Bis Ende des Jahres will die Arbeitsgruppe dann konkrete Vorschläge erarbeiten und diese mit weiteren Unternehmen aber auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern teilen. So sollen zum Beispiel die Universitäten Sorbonne und Saclay beteiligt werden. Wie das Wirtschaftsministerium mitteilte, gehe man davon aus dass mit KI modernisierte Unternehmen neue Arbeitsplätze schüfen. Daher sei dieser Teil der KI-Strategie wichtiger Bestandteil des Bereichs „Digitalisierung“ innerhalb des kürzlich verabschiedeten „Produktiv-Pakts“ mit dem Frankreich bis 2025 Vollbeschäftigung erreichen will.

Le Maire betonte die Bedeutung der europäischen Zusammenarbeit beim Thema KI und wies auf die Diskrepanz zwischen der EU und ihren Konkurrenten hin:

„Nordamerika hat 2017 23 Milliarden Euro in KI investiert, Asien zwölf und Europa vier.“

Europa sollte sich hier durch eine ethische KI, die die Nutzerrechte respektiert, unterscheiden.

Zum Nachlesen

Quelle: La Tribune/ Les Echos/ L’Usine nouvelle/ Französisches Wirtschaftsministerium Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Engineering und Produktion Innovation Wirtschaft, Märkte

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Das Schmuckbild zeigt zwei Roboterarme sowie illustrative Statistiken und Diagramme.

© phonlamaiphoto/Fotolia

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