StartseiteAktuellesNachrichtenErasmus+: Deutsche Universitäten beteiligen sich an der Aufforderung der Europäischen Kommission zur Einreichung von Vorschlägen für die Schaffung Europäischer Hochschulen

Erasmus+: Deutsche Universitäten beteiligen sich an der Aufforderung der Europäischen Kommission zur Einreichung von Vorschlägen für die Schaffung Europäischer Hochschulen

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Bis zum 28. Februar konnten Hochschulnetzwerke europäischer Universitäten ihre Idee der Europäischen Universität formulieren. Seitdem haben mehrere deutsche Einrichtungen bekanntgegeben, das und mit welchen Kooperationspartnern sie sich im Rahmen der Initiative Netzwerke Europäischer Hochschulen der Europäischen Kommission um die Auszeichnung als „Europäische Universität“ beworben haben.

Zurückgehend auf eine Initiative des französischen Präsidenten Emmanuel Macron im Jahr 2017 strebt die Europäische Union den Aufbau von etwa 20 Europäischen Universitäten als enge Netzwerke bestehender Universitäten an. Daruafhin entwarf die Europäische Kommission die European Universities Initiative (EUI), ein Förderinstrument, in dem für bis zu zwölf Netzwerke eine Förderung von insgesamt 60 Millionen Euro im Zeitraum 2020 bis 2022 vorgesehen ist. Es ist in der neuen Förderlinie des Erasmus+ Programms der Generaldirektion Bildung und Kultur angesiedelt. Bis zum 28. Februar konnten sich Hochschulnetzwerke europäischer Universitäten mit ihrer Idee der Europäischen Universität bewerben.

Die TU Darmstadt bewarb sich gemeinsam mit sechs weiteren europäischen technischen Universitäten als Allianz UNITE! (University Network for Innovation, Technology and Engineering). Die Allianz wird von der TU Darmstadt koordiniert und mit ihr wollen die sieben Partneruniversitäten einen transeuropäischen Campus für Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter Einbezug von Regionen und Unternehmen schaffen. Transeuropäische Studienverläufe, wissenschaftliche Zusammenarbeit in Lehre und Forschung sowie der länderübergreifende Wissenstransfer sollen damit selbstverständlich werden. Zu UNITE! gehören neben der TU Darmstadt die Aalto Universität (Finnland), die Königlich-Technische Hochschule (Schweden), das Nationale Polytechnische Institut Grenoble (Frankreich), das Polytechnikum Turin (Italien), die Polytechnische Universität Katalonien (Spanien) und die Universität Lissabon (Portugal).

Unter dem Akronym YUFE – Young Universities for the Future of Europe – haben sich die Universität Bremen, die Universität Maastricht (Niederlande), die Universität Rom Tor Vergata (Italien), die Universität Ostfinnland, die Universität Carlos III Madrid (Spanien), die Universität Antwerpen (Belgien), die Universität Essex (Vereinigtes Königreich) und die Universität Zypern zusammengefunden. Die YUFE Alliance möchte ein Prototyp der ersten Europäischen Universitäten werden und will auf mehreren Ebenen neue Qualitätstandards formulieren. So sollen die YUFE-Studierenden nicht nur im Hörsaal, sondern auch durch praktische Erfahrung und gesellschaftliches Engagement lernen.

In der „European Partnership for an Innovative Campus Unifying Regions“ (EPICUR) kooperiert die Universität Freiburg mit dem Karlsruher Institut für Technologie, den Universitäten Strasbourg und Haute-Alsace (Frankreich), der Universität von Amsterdam (Niederlande), der Adam Mickiewicz Universität Poznań (Polen), der Universität für Bodenkultur Wien (Österreich) und der Aristoteles Universität Thessaloniki (Griechenland). EPICUR zielt auf den Bereich der universitären Lehre und stellt in ihrer Bewerbung unter anderem die Liberal Arts and Sciences Education, die digitale Transformation der Lehrformen sowie den Ausbau der Mobilität für Studierende ins Zentrum der Kooperation. Daneben bilden die europäischen Sprachen und die verschiedenen Netzwerke, in die die Universitäten eingebettet sind, Schwerpunkte der Zusammenarbeit.

Die Goethe-Universität Frankfurt am Main bewirbt sich gemeinsam mit sechs weiteren Universitäten aus fünf Städten. „Vertrauen durch Mobilität“ – dieses Thema hat sich das Netzwerk schon bei den ersten Treffen im Vorjahr gesetzt. „TruMotion Alliance“ lautet denn auch der Name, den sich das Bündnis gegeben hat. Als Partner-Universitäten der Goethe-Uni sind die Hochschulen Birmingham (Großbritannien), Lyon Lumière II, Sciences Po Lyon (beide Frankreich) und die Cattolica (Mailand, Italien) beteiligt. Als assoziierte Partner sind außerdem die Unis in Lodz (Polen) und Tel Aviv (Israel) mit im Boot. Alle Standorte sind auch als Partnerstädte miteinander verbunden. Die Goethe-Universität hat die Federführung im Konsortium übernommen und ist zuständig für die Projektkoordination, die Nachhaltigkeit und die Verbreitung. Birmingham kümmert sich schwerpunktmäßig um den Bereich Leitungsstruktur und das gegenseitige Lernen; Lyon Lumière II und Sciences Po Lyon sind für die Entwicklung neuer Studiengänge und für den studentischen Austausch zuständig, Mailand für bürgerschaftliches Engagement.

Die europäische Hochschulallianz FORTHEM Fostering Outreach within European Regions, Transnational Higher Education and Mobility bewarb sich als gemeinsames Projekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) mit der Université de Bourgogne in Frankreich, der Jyväskylän yliopisto in Finnland, der Uniwersytet Opolski in Polen, der Università degli Studi di Palermo in Italien, der Latvijas Universitāte in Lettland und der Universitat de València in Spanien. Sie zielt insbesondere auf die Etablierung eines neuen, innovativen Netzwerks ab, das auf bestehenden bi- und trinationalen Abkommen der beteiligten Universitäten aufbaut. Ziel des FORTHEM-Netzwerks ist es, die verschiedenen Mobilitätsvereinbarungen, Forschungsprogramme und Doppel- und Mehrfachabschlüsse der Partneruniversitäten bis 2022 in einer gemeinsamen "Transnational Higher Education Strategy" zusammenzuführen und diese bis 2025 auf die gesamte Allianz zu übertragen.

Im Verbund „Universität der Großregion“ haben sich vor zehn Jahren die Universität des Saarlandes, die Université de Lorraine sowie die Universitäten in Lüttich, Luxemburg, Trier und Kaiserslautern vernetzt. Ihr vielfältiges Netzwerk soll nun erheblich weiterentwickelt werden und zugleich Hochschulen in anderen Grenzregionen als Vorbild dienen, um auch dort die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu intensivieren. Als Brückenköpfe in zwei weiteren europäischen Grenzregionen wurden die bulgarische Universität St Kliment Ohridski in Sofia und die litauische Vytautas Magnus University in Kaunas ausgewählt. Zusammen haben sie sich nun als „Europäische Universität“ beworben. Gemeinsam wollen die Projektpartner Werkzeuge entwickeln, um auch in diesen Regionen die Mobilität der Studierenden zu vereinfachen und zu systematisieren. Zudem sollen der europäische Charakter ihrer Institutionen und Bildungsangebote gestärkt werden, damit sich bei allen Studierenden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine europäische Identität entwickelt.

Die Universität Göttingen hat gemeinsam mit ihren Partnerhochschulen im Netzwerk U4Society einen Antrag zur Förderung als „European University“ eingereicht. Das Netzwerk wurde vor zehn Jahren von den Universitäten Gent, Göttingen, Groningen und Uppsala gegründet und 2018 um die Universität Tartu erweitert. U4Society hat sich ambitionierte Ziele für die Zukunft gesetzt. Das Netzwerk möchte als einzigartige European University für alle Mitglieder der Hochschulen einen offenen hürdenfreien Raum für gemeinsame exzellente Forschung, Lehre und Administration bieten. Dabei spielt die virtuelle Kooperation im Rahmen eines digital verbundenen Campus eine besondere Rolle. In fünf gemeinsamen Clustern, die jeweils in den Geistes-, Gesellschafts-, Lebens- und Naturwissenschaften sowie in Data Science gemeinsam Forschung und Lehre betreiben, haben in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche gemeinsame Aktivitäten stattgefunden.

Sind die Anträge dieser Initiativen erfolgreich, werden die Projekte ab September 2019 umgesetzt. Die Entscheidung darüber fällt im Juli. Die Allianzen werden für die ersten drei Jahre von der EU mit bis zu fünf Millionen Euro gefördert.

Zum Nachlesen

Quelle: Technische Universität Darmstadt/ Universität Bremen/ Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau/Goethe-Universität Frankfurt am Main/ Johannes Gutenberg-Universität Mainz/ Universität des Saarlandes/ Georg-August-Universität Göttingen Redaktion: von Mirjam Buse, VDI TZ GmbH; ursprünglich veröffentlicht am 07.03.2019 Länder / Organisationen: EU Themen: Bildung und Hochschulen Förderung Netzwerke

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