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Erasmus+ wird 35: "Symbol für ein lebendiges und dynamisches Europa"

Erfolgsgeschichten

Das EU-Programm Erasmus+ ist seit 35 Jahren ein Erfolgsmodell: Seit dem Start am 15. Juni 1987 gingen rund eine Million deutsche Studierende mit Erasmus ins europäische Ausland. Insgesamt haben mehr als zwölf Millionen Europäerinnen und Europäer an Erasmus teilgenommen. An dem Programm nehmen 350 deutsche Hochschulen teil.

Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Bonn sagte:

"Erasmus+ ist ein Symbol für ein lebendiges, junges und dynamisches Europa. Es baut Brücken zwischen Menschen und somit auch zwischen den Ländern der Europäischen Union. Eine Million Studierende aus Deutschland haben durch Erasmus wertvolle Erfahrungen im Ausland gesammelt und oftmals lebenslange Netzwerke geknüpft. Erasmus+ dient der jungen europäischen Generation als emotionale und intellektuelle Klammer. In diesem Sinne ist Erasmus auch ein Friedensprogramm und ich bin überzeugt, dass dieses Ziel heute wichtiger ist denn je."

Dr. Stephan Geifes, Direktor der Nationalen Agentur für Erasmus+ Hochschulzusammenarbeit im DAAD (NA DAAD) erläutert:

"Seit seinem Beginn als Austauschprogramm für europäische Studierende hat sich das Erasmus-Programm beständig weiterentwickelt. Unter dem Dach von Erasmus+ sind heute die europäischen Mobilitätsprogramme für Studierende, Auszubildende, Schülerinnen und Schüler sowie Jugendliche vereint. Erasmus+ wirkt damit in die Breite der Gesellschaft. Es nehmen fast alle deutschen Hochschulen am Erasmus-Programm für Studierenden- und Praktikumsaustausch teil. Allein dieses Jahr kann die NA DAAD den deutschen Hochschulen ein Rekordbudget von knapp 200 Millionen Euro zur Verfügung stellen.“

Gefeiert wird der 35. Geburtstag mit einer gemeinsamen 2-Euro-Sondermünze, die ab ersten Juli mit einer Auflage von fast 40 Millionen Stück in ganz Europa ausgegeben wird. Die Erasmus+ Münze ist die fünfte Gedenkmünze, die in allen Euro-Ländern gleichzeitig geprägt wird.

Ein Programm für europäischen Zusammenhalt

Das aktuelle Erasmus-Programm (2021-2027) unterstützt mit einem Gesamtbudget von über 28 Milliarden Euro die bildungspolitischen Ziele der EU-Kommission und steigert die Attraktivität Europas als Studien- und Wissenschaftsstandort. Rund 1,4 Milliarden Euro fließen über die NA DAAD in den kommenden Jahren direkt an deutsche Hochschulen. Im Hochschulbereich richtet sich Erasmus+ an alle Studierenden für Studien- und Praktikumsaufenthalte sowie an alle anderen Hochschulangehörigen. Schwerpunkte der neuen Programmgeneration sind die stärkere Förderung von Chancengerechtigkeit, Inklusion und Vielfalt sowie die digitale Transformation und das Thema Nachhaltigkeit. Zudem werden die Nutzung nachhaltiger Verkehrsmittel zur Anreise bei Auslandsaufenthalten honoriert und die Fördersätze angehoben.

Erasmus+: „Enriching lives, opening minds

Erasmus+ ist das EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport. Unter dem Motto „Enriching lives, opening minds“ fördert es die europaweite Zusammenarbeit in allen Bildungsbereichen. In verschiedenen Programmlinien haben deutsche Hochschulen die Möglichkeit, den internationalen Austausch ihrer Studierenden und ihres Hochschulpersonals zur fördern, Kooperations- und Partnerschaftsprogramme zu etablieren und einen weitreichenden institutionellen Austausch zwischen Hochschulen in Europa und weltweit zu nutzen. An Erasmus+ nehmen 33 Länder als Programmländer teil: Die 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie Island, Liechtenstein, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien und die Türkei. Zwar ist das Vereinigte Königreich nach dem Brexit kein Programmland mehr, es bleibt aber Partnerland. Somit können weiterhin Mobilitäten dorthin gefördert werden.

Erasmus+ unterstützt Studierende in allen Phasen, vom Bachelor bis zur Promotion, bei Studienaufenthalten und Praktika im Ausland bis zu jeweils zwölf Monate mit einer finanziellen Förderung.

In Deutschland fungiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für den Hochschulbereich als nationale Behörde für Erasmus. Der DAAD übernimmt als eine von vier nationalen Agenturen die Umsetzung des Erasmus-Programms bei der Hochschulbildung.

BMBF schlägt neues Kapitel in 35-jähriger Erfolgsgeschichte des europäischen Studentenaustauschs auf

Das BMBF hat im Dezember 2021 die Fördersätze für Auslandsaufenthalte von Studierenden im Programm Erasmus+ erhöht. Nun stehen dem BMBF dafür zusätzliche 57 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds zur Verfügung.

Dazu erklärt Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger:

„Mir liegt sehr am Herzen, dass gerade in diesen Zeiten noch mehr junge Menschen mit Erasmus Europa erfahren können. Daher stärken wir Erasmus+ noch einmal mit 57 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds. Dadurch können wir bis zu 13.700 mehr junge Menschen höher fördern. Mit dieser Stärkung schlagen wir ein neues Kapitel in der 35-jährigen Erfolgsgeschichte des europäischen Studierendenaustauschs auf. Erasmus ist gelebtes Europa.“

Die Grundförderung für Studierende aus Deutschland beläuft sich mit der Bewilligung ab dem Wintersemester 2022/2023 je nach Zielland auf 490 bis 600 Euro. Darüber hinaus erhalten Studierende mit Behinderung, bei Auslandsaufenthalten mit Kindern, aus einem nicht-akademischen Elternhaus oder erwerbstätige Studierende unter bestimmten Voraussetzungen einen zusätzlichen Zuschuss von 250 Euro pro Monat.

Die Förderung wird zudem durch 57 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) bis 2027 deutlich erhöht. Durch diese zusätzlichen Mittel können bis zu 3.600 weitere Studierende aus Deutschland im ersten Jahr und insgesamt bis zu 13.700 eine höhere Förderung erhalten.

Neues Erasmus+-Pilotprojekt wird Gütesiegel für Hochschulen erproben

Mit einem gemeinsamen europäischen Gütesiegel will die Europäische Kommission die transnationale Zusammenarbeit zwischen Hochschulen in Europa voranbringen. Geplant ist, das Gütesiegel als Zusatzzertifikat zu den Qualifikationen der Absolventen von Studiengängen auszustellen, die in transnationaler Zusammenarbeit zwischen mehreren Hochschuleinrichtungen durchgeführt werden. Damit das Hochschulgütesiegel erprobt und institutionalisierte EU-Kooperationsinstrumente getestet werden können, hat die Kommission am 15. Juni 2022 eine Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen von Erasmus+ veröffentlicht.

Die Erprobung von institutionalisierten EU-Kooperationsinstrumenten, wie z. B. ein möglicher europäischer Rechtsstatus für Allianzen, wird die Steuerung bestehender europäischer Instrumente für eine engere transnationale Zusammenarbeit zwischen Hochschuleinrichtungen unterstützen. Ziel ist es, Allianzen auf freiwilliger Basis den Spielraum zu geben, gemeinsame strategische Entscheidungen zu treffen, gemeinsame Lehrpläne zu entwerfen oder Ressourcen und Kapazitäten in den Bereichen Personal, Technik, Daten, Bildung, Forschung und Innovation zusammenzulegen. Die offene und wettbewerbsorientierte Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen ist mit einem Gesamtbudget von 2 Millionen Euro ausgestattet.

Die Frist für die Einreichung der Anträge endet am 6. Oktober 2022.

Quelle: Deutscher Akademischer Austauschdienst e.V. / BMBF / Vertretung der EU-Kommission in Deutschland Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Türkei Belgien Bulgarien Dänemark Deutschland Estland Finnland Frankreich Griechenland Irland Island Italien Lettland Litauen Luxemburg Malta Niederlande Norwegen Österreich Polen Portugal Republik Nordmazedonien Rumänien Schweden Serbien Slowakei Slowenien Spanien Tschechische Republik Ungarn Vereinigtes Königreich (Großbritannien) Zypern EU Themen: Berufs- und Weiterbildung Bildung und Hochschulen Fachkräfte Förderung

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