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Startups: Frankreich will für Fachkräfte aus dem Ausland noch attraktiver werden

Berichterstattung weltweit

Die französische Regierung will ihre jungen, innovativen Unternehmen noch stärker bei der Fachkräftegewinnung unterstützen. Und Unternehmen aus der Digitalbranche engagieren sich, als Arbeitgeber für Personal aus dem Ausland attraktiver zu werden. Dafür wurden nun zwei neue Maßnahmen bekannt gegeben: das French Tech-Visum und die Initiative FD Talents.

French Tech-Visum

Das französische Wirtschafts- und Finanzministerium hat die Ausgestaltung für ein neues Visum speziell für ausländische Fachkräfte aus der Digital- und Technikbranche veröffentlicht. Der Staatssekretär für Digitales, Mounir Mahjoubi, hatte 2018 eine deutliche Vereinfachung der Antragsstellung angekündigt, da sich das bereits bestehende Visaverfahren im Rahmen der staatlichen Startup-Förderung „French Tech“ als zu kompliziert und langwierig erwiesen hatte. Das neue French Tech-Visum vereine nun laut Ministerium als einziges auf der Welt alle entscheidenden Vorteile für innovative Startups.

So ist es laut Pressemitteilung:

  • kostenlos
  • für vier Jahre gültig
  • Die Bewerberinnen und Bewerber müssen kein Diplom nachweisen.
  • Der Bewerbungsprozess soll für alle Herkunftsländer bis auf wenige Details gleich gestaltet sein.

Nur „innovative Unternehmen“ können für ihre zukünftigen Mitarbeiter ein French Tech-Visum beantragen. Um als solches eingestuft zu werden, müssen sie eines der drei folgenden Kriterien erfüllen:

  • Innerhalb der letzten fünf Jahre eine staatliche Innovationsförderung erhalten haben
  • Von einer Struktur, die „innovative Unternehmen finanziert oder in sie investiert und nicht börsennotiert ist“, Investitionen erhalten haben
  • Betreuung (aktuell oder in der Vergangenheit) durch eine Struktur, die auf Innovationsförderung spezialisiert ist

Das Ministerium bestätigt einem Unternehmen seinen innovativen Charakter auf Antrag und für eine Laufzeit von drei Jahren. Zudem muss im Arbeitsvertrag festgehalten werden, dass der oder die Mitarbeiter(in) im Bereich Forschung und Entwicklung oder an der wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen oder internationalen Weiterentwicklung des Unternehmens arbeitet. Und schließlich muss das Jahresgehalt mindestens doppelt so hoch sein wie der Brutto-Mindestlohn.

Das Verfahren wurde mit dem im letzten Jahr verabschiedeten Zuwanderungsgesetz beschlossen (Loi du 10 septembre 2018 pour une immigration maîtrisée) und ist seit 1. März 2019 gültig.

Wie das Ministerium betont, habe man gleichzeitig in Frankreich das Ausbildungsangebot für Ingenieure und Techniker deutlich vergrößert, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

FD Talents

France Digitale (FD) ist ein Verein, der seit 2012 Investoren und Startups der Digitalbranche vereint. Er hat nun die Initiative „FD Talents“ gestartet, die französische Fachkräfte aus dem Ausland zurück oder ausländische Fachkräfte nach Frankreich locken soll. Dahinter steht die Erfahrung französischer „Scale-Ups“, also Startups, die sich im starken Wachstum befinden, dass es in Frankreich an Fachkräften im technischen Bereich aber auch beispielsweise für Finanzen, Produktentwicklung oder Onlinemarketing mangelt. Und dass es gleichzeitig ein breites internationales Netzwerk ausgewanderter Franzosen gibt, die in diesen Bereichen im Ausland Karriere machen. Einige Unternehmen gründeten daher 2015 gemeinsam die Arbeitgeber-Marke „Wonderleon“, die sich nun in „FD Talents“ wandelt und den über 1.200 FD-Mitgliedern zur Verfügung steht, etwa durch Veranstaltungen oder Personalmanagement-Weiterbildungen.

Zum Nachlesen (Französisch)

Quelle: L'Usine digitale Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Fachkräfte Strategie und Rahmenbedingungen Wirtschaft, Märkte

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