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Zweite Runde der französischen Exzellenzinitiative: weitere acht Standorte ausgewählt

Berichterstattung weltweit

In der letzten Runde der französischen Exzellenzinitiative wurden acht Hochschulstandorte für die zusätzlichen staatlichen Projektgelder in Höhe von etwa 3,1 Milliarden Euro ausgewählt, darunter auch Lyon.

In dieser zweiten Bewerbungsrunde der zweiten Ausschreibung für Exzellenzeinrichtungen konnten sich Universitäten und Hochschulverbünde wie in der ersten Runde einerseits um die Förderlinie „Idex“ bewerben, die es auch in der ersten Ausschreibung 2010-2012 gab und Standorte mit dem Potential zu international wettbewerbsfähigen Forschungsuniversitäten fördern soll. Andererseits stand die neue Förderlinie „Isite“ (Initiative science, innovation, territoires, économie) zur Auswahl. Die Isites zeichnen, den deutschen Exzellenzclustern nicht unähnlich, Standorte mit ausgewählten wissenschaftlichen Schwerpunkten sowie engen Wirtschaftskooperationen in diesen Bereichen aus.

Von neun Bewerbungen für beide Förderlinien wurden acht ausgewählt. Darunter befinden sich auch die vier Projekte, die in der ersten Bewerbungsrunde 2016 gescheitert waren. Der Lenkungsausschuss und in letzter Instanz der Premierminister folgten der Empfehlung der internationalen Jury unter Vorsitz des Wirtschaftsprofessors Jean-Marc Rapp und wählten folgende Bewerbungen für die Förderung aus:

Als Idex wird gefördert:

  • Université de Lyon (Zusammenschluss von zwölf Hochschul- und Forschungseinrichtungen, darunter die drei Lyoner Universitäten, die École normale supérieure Lyon, das CNRS und das Nationale Institut für angewandte Wissenschaften INSA; weitere 19 Einrichtungen sind assoziiert)

Das Label Isite dürfen künftig tragen:

  • ComUE Lille Nord de France (Zusammenschluss von elf Hochschul- und Forschungseinrichtungen, darunter die drei Liller Universitäten und das CNRS) – Lille hatte sich für ein Idex beworben
  • Université de Montpellier (2015 entstanden aus der Fusion der Universitäten Montpellier 1 und 2, ausgewählt für ihr Projekt „MUSE (Montpellier Université d'Excellence)“, zusammen mit 18 Hochschul- und Forschungseinrichtungen)
  • Université de Pau et des Pays de l‘Adour (ausgewählt für ihr Projekt „Energy Environment Solutions (E2S)“, zusammen mit dem Nationalen Forschungsinstitut für Informatik und Automatik INRIA sowie dem Nationalen Institut für Agrarforschung INRA)
  • Université Clermont Auvergne (am 1. Januar 2017 gegründete Universität, entstanden aus der Fusion der Universitäten Blaise Pascal und Auvergne, ausgewählt für ihr Projekt „CAP 20-25“)
  • Université de Nantes (ausgewählt für ihr Projekt „NExT (Nantes Excellence Trajectory), zusammen mit der Ecole Centrale de Nantes, dem Universitätskrankenhaus und dem Nationalen Institut für Gesundheit und medizinische Forschung Inserm)
  • Université Paris Seine (Zusammenschluss von 15 Hochschulen, darunter die Universität Cergy-Pontoise und die Business School Essec)
  • Université Paris-Est (Zusammenschluss aus sieben Hochschul- und Forschungseinrichtungen, darunter die Universität Paris-Est Créteil Val de Marne, die Ingenieurhochschule École des Ponts ParisTech und das CNRS; weitere 15 Einrichtungen sind assoziiert; ausgewählt für ihr Projekt „FUTURE“)

Insbesondere das Ergebnis für die Universität Lyon wurde mit Spannung erwartet. Der Standort hatte sich in der ersten Ausschreibung 2011/2012 in beiden Ausschreibungsrunden erfolglos um das Exzellenzlabel beworben. Dies wurde insbesondere darauf zurückgeführt, dass die Universität Jean Moulin Lyon 3 die angestrebte Fusion mit den anderen Lyoner Universitäten ablehnte. Erst im Dezember 2016 stimmte der Verwaltungsrat für das Vorhaben.

Die genauen Mittelzuweisungen dieser zweiten Ausschreibung der Exzellenzinitiative werden Mitte März bekannt gegeben. Insgesamt sollen für beide Bewerbungsrunden 3,1 Milliarden Euro in Form von Kapitalanlagen verteilt werden, von denen die Standorte die Zinserträge erhalten. Der Auswahlprozess wurde von der nationalen Forschungsagentur ANR (Agence nationale de la recherche) betreut und wird im Rahmen des 2. Programms für Zukunftsinvestitionen (Second programme d'Investissements d'avenir, PIA 2) finanziert.

Insgesamt gibt es nun 20 Hochschul- und Forschungsstandorte, die seit 2011 für eines der beiden Exzellenzlabel ausgewählt wurden. In der ersten Ausschreibung der Exzellenzinitiative erhielten die acht in zwei Runden ausgewählten Idex die Zinserträge aus Kapitalanlagen in Höhe von 700 bis 950 Million Euro (Gesamtbudget: 6,35 Milliarden Euro). Drei Standorten (Aix-Marseille, Bordeaux, Strasbourg) wurde seitdem bereits eine Entfristung der Förderung bewilligt. Die Zusammenschlüsse im Pariser Großraum Paris Sciences Lettres, Sorbonne Universités und Paris-Saclay haben nur eine vorläufige Verlängerung erhalten und werden im Herbst 2017 erneut bewertet. Toulouse und Sorbonne-Paris-Cité hingegen wurden negativ evaluiert. Im März dieses Jahres wird entschieden, ob sie sich ein weiteres Mal der Jury vorstellen dürfen.

Quelle: MENESR, educpros.fr Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Bildung und Hochschulen Förderung

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