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Überblick zur internationalen Kooperation: Ägypten

Für internationale Hochschul-, Forschungs- und Technologiezusammenarbeit ist das Ministerium für Höhere Bildung und Wissenschaftliche Forschung (Ministry of Higher Education and Scientific Research) zuständig. Ägypten ist es innerhalb weniger Jahre gelungen, sich als attraktiver Studienstandort international zu etablieren. 2016 entsprachen die über 50.000 ausländischen Studierenden in Ägypten einem Anteil von 1,8 Prozent an allen Studierenden. Die aus Ägypten stammenden 31.000 Studierenden, die im Ausland einen Abschluss anstreben, machten einen Anteil von 1,1 Prozent der Studierenden in Ägypten aus. Während die absoluten Zahlen stark gewachsen sind, liegt Ägypten mit den jeweiligen Anteilen noch deutlich unter dem OECD-Durchschnitt (siehe Bildungsindikatoren). Bis 2030 wird ein Anteil von 6 Prozent internationaler Studierender an allen Studierenden in Ägypten angestrebt.

Die wichtigsten Herkunftsländer der ausländischen Studierenden sind Malaysia, Indonesien, Thailand, Nigeria und die Türkei. Ägyptische Studierende bevorzugen als Zielländer die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, die USA, Frankreich und Großbritannien (Quelle: UNESCO Institute of Statistics Global Flow of Tertiary-Level Students, erfasst werden nur diejenigen Studierenden, die einen Abschluss im Ausland anstreben. Zu China als Zielland fehlen Daten). Zu Deutschland als Zielland fehlen aktuelle Daten, nach den UNESCO-Daten von 2015 läge Deutschland als Zielland für 1.743 ägyptische Studierende auf Rang 6, etwa gleichauf mit Katar.

Die ägyptische Regierung hat sich in den letzten Jahren das Ziel gesetzt, Ägypten zu einem transnationalen Hochschulzentrum auszubauen. Zu diesem Zweck sollen vor allem in der neuen administrativen Hauptstadt „Neu-Kairo“ Zweigniederlassungen von Hochschulen angesiedelt werden, die in ausländischer Trägerschaft stehen („Branch Campuses“).

Die wichtigste Fördereinrichtung in der internationalen Forschungs- und Technologiezusammenarbeit ist der 2008 eingerichtete Science and Technology Development Fund (STDF). Er stellt im Rahmen von diversen bilateralen Bekanntmachungen Förderung für die ägyptischen Projektpartner bereit.

Der Anteil der internationalen Ko-Publikationen an allen wissenschaftlichen Publikationen hat sich in Ägypten uneinheitlich entwickelt. Zwischen 1996 und 2001 ging der Anteil zunächst von 32 auf 24 Prozent zurück. Danach ist der Anteil stetig gewachsen, hat sich mehr als verdoppelt und liegt 2018 bei 51,5 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland hat die internationale Ko-Publikationsrate im selben Zeitraum von 30,9 auf 51,3 Prozent zugenommen  (Quelle: SCImago. (2007). SJR — SCImago Journal & Country Rank. Retrieved July 10, 2019, from www.scimagojr.com).

Die fünf wichtigsten Ko-Publikationsländer der letzten drei Jahre entsprechen teilweise den beliebtesten Zielländern für Studierende aus Ägypten: An erster Stelle liegt Saudi-Arabien, gefolgt mit weitem Abstand von den USA, Deutschland und Großbritannien. China hat sich kürzlich auf Rang 5 vorgeschoben und damit Japan auf Rang 6 verdrängt. Indien nimmt Rang 8 ein (Quelle: Scopus-Datenbank, Elsevier, Zeitraum 2016-18).

Ägypten arbeitet in diversen internationalen Organisationen mit, die in Bildung-, Forschungs- und Innovationspolitik kooperieren. Dazu gehören zum Beispiel die Wirtschafts- und Sozialkommission der Vereinten Nationen für Westasien (United Nations Economic and Social Commission for Western Asia, ESCWA), die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) und ihre Unterorganisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (ISESCO), die Arabische Liga und ihre Unterorganisation für Bildung, Kultur und Wissenschaft (ALECSO, Internetauftritt derzeit nur auf Arabisch verfügbar) sowie die Afrikanische Union (AU).

Ägypten ist auch aktives Mitglied in der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO), mit deren Hilfe die internationale Forschungsinfrastruktur SESAME („Synchrotron Light for Experimental Science and Applications in the Middle East“) in Jordanien aufgebaut wurde, an der sich Ägypten ebenfalls beteiligt. In Ägyptens Hauptstadt Kairo haben verschiedene Organisationen mit regionaler Ausstrahlung ihren Hauptsitz, darunter das UNESCO Regionalbüro für Wissenschaft in den Arabischen Ländern, die Arabische Liga und das damit verbundene Regionale Zentrum für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (RCREEE).

2008 trat ein Abkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit zwischen Ägypten und der Europäischen Union in Kraft. Aktuelle Informationen können auf der Webseite der EU zur Kooperation mit Ägypten im Bereich Forschung und Innovation abgerufen werden. Die europäisch-ägyptische Kooperation hat dabei mehrere Facetten. Eine Spielart setzt auf die Beteiligung Ägyptens an dem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 (2014-20). Bis März 2019 warb Ägypten 3,6 Millionen Euro an europäischen Fördergeldern ein. Unter den insgesamt 37 Projekten, an denen sich das Land bisher beteiligte, wies mit 18 Projekten die Hälfte auch eine deutsche Teilnahme auf (Quelle: H2020-ECORDA-Datenbank).

Eine weitere Variante europäisch-ägyptischer Kooperation betrifft die Verbindung verschiedener nationaler und europäischer Fördertöpfe im Rahmen von Public Public Partnerships (P2Ps, Überblick ERA-LEARN), so zum Beispiel durch das themenzentrierte Netzwerk WaterWorks. Über bi-regionale Kooperation ist Ägypten gleich zweifach mit der EU verbunden und beteiligt sich an den darunter finanzierten multilateralen Partnerschaften wie LEAP-Agri (EU-Afrika-Kooperation) und PRIMA (Partnership on Research and Innovation in the Mediterranean Area unter der mediterranen Nachbarschaftspolitik).

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