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Überblick zur internationalen Kooperation: USA

Das Außenministerium (U.S. Department of State, DoS) ist zuständig für die internationale Zusammenarbeit und gibt politische Ziele vor. Eine spezielle Strategie zur Internationalisierung von Bildung und Forschung existiert nicht. Dennoch bemüht sich das Außenministerium, die Stellung der USA als weltweit beliebtetes Zielland für internationale Studierende zu pflegen und zu fördern. Dabei unterstützen die rund 400 Studienberatungszentren des Netzwerks EducationUSA sowie das Institute of International Education (IIE), das derzeit mehr als 200 internationale Mobilitätsprogramme administriert, darunter auch das bekannte Fulbright-Programm des DoS.

Zu Studierenden, die einen Abschluss im Ausland anstreben, liegen internationale Vergleichszahlen vor. Während der Anteil internationaler Studierender insgesamt nur bei 5 Prozent und somit unter dem OECD-Durchschnitt liegt, sind die USA in der Promotionsphase überdurchschnittlich international aufgestellt (Klick auf Grafik oben). In absoluten Zahlen ist die Anzahl internationaler Studierender in den USA in jedem Fall sehr beeindruckend: Mit mehr als 971.000 Studierenden liegen die USA weltweit unangefochten auf Platz 1 der Zielländer. Die Anzahl der US-amerikanischen Studierenden, die im Ausland einen Abschluss anstreben, ist mit 72.830 deutlich kleiner und ihr Anteil an der Gesamtzahl der Studierenden in den USA ist mit 0,4 Prozent sehr gering (Bildungsindikatoren).

Führende Herkunftsländer sind China, Indien, Südkorea, Saudi-Arabien und Kanada. Deutschland folgt erst auf Rang 21. Die führenden Zielländer sind Großbritannien, Mexiko, Kanada, Grenada und Argentinien (Quelle: UNESCO Institute of Statistics Global Flow of Tertiary-Level Students, erfasst werden nur diejenigen Studierenden, die einen Abschluss im Ausland anstreben. Zu China als Zielland fehlen Daten). Zu Deutschland als Zielland fehlen aktuelle Daten, nach den UNESCO-Daten von 2015 läge Deutschland als Zielland für 4.523 US-amerikanische Studierende auf Rang 5.

In Bezug auf Hochschulbildung und Forschung unterstützt die National Science Foundation (NSF) internationale Kooperation und Mobilität in begrenztem Umfang, darunter seit 2005 durch das Programm „Partnerships in International Research and Education“ (PIRE), das US-amerikanische Universitäten in der Grundlagenforschung international vernetzt. Ab 2018 nutzt die NSF einen neuen strategischen Ansatz, um internationale Kooperation vorzubereiten. Statt vor Ort mit Büros in Peking, Tokio und Brüssel dauerhaft präsent zu sein, entsendet die NSF Expertengruppen in Zielregionen, um Möglichkeiten für die Zusammenarbeit in ausgewählten Fachgebieten zu erkunden (Multiplier-Missionen).

Eine Besonderheit der USA ist, dass eine Reihe von Forschungsförderorganisationen, insbesondere die National Institutes of Health (NIH), Mittel für Projekte direkt an ausländische Einrichtungen/Hochschulen vergeben, sofern dies den Interessen der USA dient.

Enge Forschungsbeziehungen bestehen zu Kanada, den europäischen Ländern sowie zu Ländern des asiatisch-pazifischen Raums. Der Anteil internationaler Ko-Publikationen an der Gesamtzahl der wissenschaftlichen Publikationen ist in den USA von 18,8 Prozent in 1996 auf 36,3 Prozent im Jahr 2018 gewachsen. Zum Vergleich: In vielen kleineren westlichen Wissenschaftsnationen wie Deutschland, Frankreich und Kanada lag die internationale Ko-Publikationsrate bereits 1996 bei gut 30 Prozent und betrug 2018 50 Prozent und mehr (Quelle: SCImago. SJR — SCImago Journal & Country Rank. Retrieved June 4, 2019, from www.scimagojr.com) . Die wichtigsten fünf Ko-Publikationsländer der USA in den letzten drei Jahren waren China, Großbritannien, Deutschland, Kanada und Frankreich (Quelle: Scopus-Datenbank, Elsevier, 2016-18).

Für die bilateralen und multilateralen Wissenschafts- und Technologieabkommen zwischen den USA und Partnern im Ausland ist das Außenministerium zuständig. Dort werden derzeit die Aktivitäten zu mehr als 50 Rahmenvereinbarungen verwaltet, 38 davon mit Staaten außerhalb der EU. Die USA sind ein wichtiger Partner bei umfangreichen internationalen Infrastrukturprogrammen, so zum Beispiel durch Beteiligungen am „Large Hadron Collider“ der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) und am „Integrated Ocean Drilling Program".

Seit 1998 besteht ein Abkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit zwischen den USA und der Europäischen Union. Aktuelle Informationen können auf der Webseite der EU zur Kooperation mit den USA im Bereich Forschung und Innovation abgerufen werden. Ausschlaggebend für die zukünftige Zusammenarbeit ist die Roadmap for EU-US Science and Technology Cooperation", die im Oktober 2018 beschlossen wurde. Folgende Fachgebiete wurden als prioritär festgelegt: Arktis, Meere, Bioökonomie, Forschungsinfrastrukturen, Gesundheit, Transport und Nanosicherheit. Die USA beteiligen sich aktiv an Ausschreibungen unter dem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 (2014-20). Forschungseinrichtungen aus den USA erhalten jedoch mit Ausnahme der Gesundheitsforschung in der Regel keine europäischen Fördergelder.Das Land nutzt allerdings aktiv die Möglichkeit, in diesen und anderen speziellen Fällen eine Finanzierung der EU zu erhalten: Bis September 2018 warb die USA europäische Fördergelder in Höhe von 39 Millionen Euro ein (Schwerpunkt Gesundheitsforschung). Unter den insgesamt 823 Projekten, an denen sich die USA bisher beteiligte, wiesen mit 333 Projekten etwa 40 Prozent auch eine deutsche Teilnahme auf (Quelle: H2020-ECORDA-Vertragsdatenbank).

Andere Varianten europäisch-US-amerikanischer Kooperation setzen nicht auf eine Beteiligung an Projekten unter dem Rahmenprogramm der EU, sondern auf die Verbindung verschiedener nationaler Fördertöpfe, um gemeinsame Projekte zu finanzieren (ERA-Netze und „Joint Programming Initiatives", Public-Public Partnerships, P2Ps). Die USA sind hier jedoch deutlich zurückhaltender als das Nachbarland Kanada: Derzeit beteiligt sich das Land lediglich an 4 P2Ps, während Kanada in über 20 aktiv ist (Übersicht ERA-LEARN Plattform, Stand Februar 2019). Der Schwerpunkt liegt im Bereich Agrarwissenschaft.

Unter dem Rahmenprogramm Horizont 2020 treibt die Initiative NearUS von April 2017 bis September 2020 den Aufbau eines European Network of Research and Innovation Centres and Hubs (ENRICH) voran. ENRICH soll als erste Anlaufstelle in den USA dienen und für die beteiligten Länder Dienstleistungen entwickeln, um den Zugang zum US-Markt zu beschleunigen und Erfolgschancen zu maximieren.

Für die Förderung von Forschung und Innovation in und mit Entwicklungsländern ist in den USA die United States Agency for International Development (USAID) zuständig. Dazu stehen USAID ungefähr 200 Mio. USD im Jahr zur Verfügung.

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