StartseiteLänderAmerikaUSAZusammenfassungÜberblick zur Kooperation mit Deutschland

Überblick zur Kooperation mit Deutschland: USA

Die Zusammenarbeit in Bildung und Forschung zwischen Deutschland und den USA hat für beide Länder einen hohen Stellenwert: Aus US-amerikanischer Perspektive liegt Deutschland als Zielland für Studierende aus den USA wie auch als Ko-Publikationsland für wissenschaftliche Veröffentlichungen unter den Top 5 (siehe vorheriger Abschnitt). Aus deutscher Perspektive platziert sich die USA als Zielland ebenfalls unter den Top 5 und liegt als Ko-Publikationsland sogar auf Rang 1. Als Herkunftsland für internationale Studierende kommt beiden Ländern jeweils eine geringere Bedeutung zu.

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den USA ist dezentral organisiert und wird von den Forschungsorganisationen, Forschungsinstituten bzw. Forschenden weitgehend selbstständig betrieben. Es gibt zahlreiche bilaterale Kooperationsvereinbarungen zwischen Einzelinstitutionen, die die Basis für ein enges Netzwerk deutsch-amerikanischer Forschungsprojekte bilden.

Ein Rahmenabkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den USA wurde im Februar 2010 unterzeichnet.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert Kooperationsprojekte mit verschiedenen fachlichen Schwerpunkten, wichtig ist vor allem die Gesundheitsforschung. Im Jahr 2009 wurde eine deutsch-US-amerikanische Förderinitiative in der Zusammenarbeit in den „Computational Neurosciences“ begonnen, die gemeinsam vom BMBF und der National Science Foundation (NSF) getragen wird. Das Ziel der regelmäßigen Förderrunden ist es, transnationale Forschungsprojekte durchzuführen. Basierend auf einem Memorandum of Understanding kooperiert das BMBF seit dem Jahr 2009 mit dem California Institute for Regenerative Medicine (CIRM) mit dem Ziel, Forschungskooperationen zwischen deutschen und kalifornischen Partnern auf dem Gebiet der Regenerativen Medizin gemeinsam zu fördern.

Am 05.06.2015 erfolgte die Unterzeichnung der gemeinsamen Absichtserklärung zur Berufsbildungskooperation zwischen den US-amerikanischen Ministerien für Arbeit, Bildung und Handel (Departments of Labor, Education und Commerce) auf US-Seite und den deutschen Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF), Arbeit und Soziales (BMAS) sowie Wirtschaft und Energie (BMWi). Im April 2016 tagte erstmalig das Executive Committee, das als bilaterale Arbeitsgruppe die gemeinsamen Aktivitäten steuert. Auf Grundlage eines Arbeitsplanentwurfes wurden vereinbart, Kooperationsansätze im Bereich der Berufsbildungsforschung sowie zum bilateralen Austausch von Auszubildenden, Experten und Berufsschullehrkräften zu etablieren. Ein weiterer wichtiger Aktionsbereich ist die Weiterentwicklung bestehender kooperativer „Apprenticeship“-Modelle.

Der Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) weist derzeit 2.446 offizielle Kooperationen zwischen Deutschland und den USA aus. 246 deutsche Hochschulen kooperieren mit 644 US-amerikanischen Hochschulen und 23 sonstigen Einrichtungen (Stand: 08/2020).

Internationale Mobilität von und in die USA wird durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) gefördert. In der gemeinsamen Verantwortung von DAAD, DFG und AvH wird das German Academic International Network (GAIN) gepflegt, ein Netzwerk von deutschen Studierenden und Forschenden in Nordamerika.

  • 2019 hat der DAAD unter eigenen Programmen Förderung für einen Aufenthalt in den USA an 3.626 Studierende und Graduierte (inkl. Promovierende, Statusgruppen I-III) und 611 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Hochschullehrkräfte (inkl. Post-Docs, Statusgruppe IV) aus Deutschland vergeben. In der Förderbilanz der DAAD sind die USA damit nach wie vor mit weitem Abstand das wichtigste Zielland. In den obengenannten Kategorien erhielten außerdem 1.025 und 152 Geförderte aus den USA eine Unterstützung des DAAD, um eine Aktivität im eigenen Land oder einen Auslandsaufenthalt, darunter auch Deutschlandaufenthalte, zu finanzieren.
  • Die AvH fördert ausländische Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aller Fächer und Länder, die mit Hilfe von Forschungsstipendien und -preisen in Deutschland tätig werden. 2019 wurden 75 Forschungsstipendien und 29 Forschungspreise an Geförderte aus den USA vergeben. Damit steht die USA in der Förderbilanz der AvH an zweiter Stelle hinter China.
  • Auch bei der DFG, die eng mit der National Science Foundation (NSF) kooperiert, genießt die USA einen hohen Stellenwert. In der Förderbilanz  lagen die USA 2019 mit sieben Internationalen Graduiertenkollegs auf Rang 2 hinter Kanada (siehe Übersicht, Auswahl aktuell laufende Internationale Graduiertenkollegs), in Bezug auf die Anzahl der DFG-Forschungsstipendien für deutsche Post-Docs belegten die USA mit 460 Forschungsstipendien als Zielland den Spitzenrang vor dem Vereinigten Königreich.

Die vier großen außeruniversitären Forschungsorganisationen pflegen die Zusammenarbeit mit den USA seit Langem intensiv.

2019 beherbergte die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) 705 US-amerikanische Nachwuchs- und Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. In der Förderbilanz der MPG lag die USA damit als Herkunftsland für Gastforschende auf Rang 3 hinter China und Indien. In der Projektkooperation belegte sie mit 923 Projekten mit weitem Abstand den Spitzenrang. Auch das Max Planck Florida Institute for Neuroscience und die Einrichtung von fünf internationalen Max Planck Centern unterstreichen die herausragende Stellung, die die Kooperation einnimmt (siehe unten).

Unter dem Dach von Fraunhofer USA operieren derzeit eine Reihe von rechtlich unselbstständigen Fraunhofer-Zentren bzw. Büros mit eigenen Forschungskapazitäten sowie ein Marketingbüro (siehe unten).

Die Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) arbeitet in zahlreichen Projekten in allen thematischen Bereichen mit US-amerikanischen Partnern zusammen. Herausragend ist die Zusammenarbeit in der physikalischen Grundlagenforschung. Auch in der Gesundheitsforschung gibt es eine enge Kooperation.

In der Förderbilanz der Leibniz-Institute ist die USA ist mit 866 Personen (2019) das mit Abstand wichtigste Herkunftsland für Gastforschungsaufenthalte. Mit der Smithsonian Institution wurde eine langfristige strategische Kooperation vereinbart.

Andere Ressorts sind ebenfalls aktiv. Für Deutschland sind die USA der wichtigste außereuropäische Kooperationspartner für Forschung in den Themen Weltraum, Aeronautik und Energie. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Verantwortungsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) kooperiert in diesen Themen eng mit verschiedenen Partnern in den USA und unterhält außerdem eine Außenstellen in Washington D.C.. Am 8. Dezember 2010 wurde zwischen DLR und der National Aeronautics and Space Administration (NASA) ein Rahmenabkommen über die Zusammenarbeit beider Organisationen in der Luft- und Raumfahrtforschung abgeschlossen. Im Juni 2015 wurden zwei weitere Abkommen über wissenschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet. Der Forschungsschwerpunk ist: Flugzeuglärmsimulation und Verbesserung der Hubschrauberaerodynamik. Ziel ist, dass der Fluglärm verringert wird und dabei kein nachteiliger Einfluss auf die Umwelt entstehen soll, gleichzeitig aber die Leistungsfähigkeit des Luftverkehrs bestehen bleibt. Dazu wurden im Januar 2018 erste gemeinsame Forschungsflüge der NASA DC-8 und DLR A320 ATRA umgesetzt.

Ein weiteres Beispiel der Zusammenarbeit ist das deutsch-amerikanische Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie SOFIA und die Satellitenmission GRACE.

Es folgt eine Auswahl von Einrichtungen vor Ort, die die Kooperation zwischen Deutschland und den USA tragen und unterstützen:

Zusätzlich haben viele deutsche Universitäten Vertretungen in den USA, mehr als 25 deutsche Hochschulbüros sind alleine im Deutschen Wissenschafts - und Innovationshaus New York (DWIH NY) vertreten.

Im April 2016 haben die Universität Freiburg/Verbund EUCOR ein Verbindungsbüro in New York eröffnet. Die Technische Universität München (TUM) hat im September 2015 ein Büro in der Bay Area eingerichtet.

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