Auswahl an Regierungs- und Ressortabkommen mit Partnerländern

Vor 1978 waren es hauptsächlich Staaten der damals sogenannten „Dritten Welt“ und Osteuropa, welche mit der Volksrepublik China in bilateralen, wissenschaftlich-technologischen Kooperationen zusammenarbeiteten. Nach 1978 begann China auch bilaterale Kooperation mit Industriestaaten einzugehen. Derzeit hat China mit weltweit insgesamt 152 Staaten und Regionen Kooperationsaktivitäten im Bereich der Wissenschaft und Technologie etabliert. Von diesen Staaten haben bereits 96 ein zwischenstaatliches Kooperationsabkommen im Bereich der Wissenschaft- und Technologie oder Wirtschaft- und Technologie mit China unterzeichnet. Einige Beispiele (in Klammern Jahr, in dem das Abkommen geschlossen wurde) sind Dänemark (1987), Deutschland (1978), Finnland (1986), Frankreich (1978), Großbritannien (1978), Indien (1988), Israel (1993), Japan (2004), Kanada (2007) sowie die USA (1979).

Im Laufe der Jahre sind zahlreiche bilaterale Forschungs- und Innovationszentren entstanden. Dänemark hat für die temporäre Einrichtung solcher Zentren zusammen mit der National Science Foundation of China (NSFC) ein spezielles Förderprogramm aufgelegt. Ein prominentes Beispiel für ein bilaterales Forschungszentrum ist das 2009 gegründete U.S.-China Clean Energy Research Center (CERC). Hintergrund ist vor allem die starke chinesische Nachfrage nach innovativen Lösungsansätzen (Can HUANG et al.; RIO Country Report 2015: China, S.47 f.).

Neben den bilateralen Abkommen trat China insgesamt mehr als 1000 internationalen Organisationen zur Förderung von Wissenschafts- und Innovationskooperationen bei. Darüber hinaus entsendet China aktuell 146 Technologie-Diplomaten an insgesamt 71 Botschaften und Konsulate weltweit (Quelle: Chinesische Botschaft; China Daily).

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Teilnahme an europäischen Programmen und Initiativen

Seit 1998 besteht ein Abkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit zwischen China und der Europäischen Union. Die bilateralen Vereinbarungen zwischen China und der EU sind umfassend und beinhalten auch die Einführung von gemeinsamen Forschungsstrukturen auf Institutsebene. Wichtige Beschlüsse zur Kooperation wurden zuletzt in den Jahren 2015 und 2017 getroffen. Aktuelle Informationen können auf der Webseite der EU zur Kooperation mit China im Bereich Forschung und Innovation abgerufen werden.

Nachdem die Beteiligung Chinas an dem EU-Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020 im Vergleich zum 5. Rahmenprogramm zurück gegangen war, haben die EU und China im Juni 2015 eine neue Vereinbarung getroffen. Chinesische Forschende, die sich an Projektkonsortien beteiligen, können so ab 2016 durch das Ministerium für Wissenschaft und Technologie (MoST) eine Ko-Finanzierung erhalten („EU-China Co-funding Mechanism for Research and Innovation" - CFM).

Die EU und China werden auf der Basis einer 2018 beschlossenen Roadmap for EU-China S&T Cooperation"  gemeinsame Flaggschiff-Initiativen in den Bereichen Ernährung, Agrarwirtschaft, Biotechnologien, Umwelt, Nachhaltigkeit und Transport durchführen.

An dem Aufbau des Internationalen Thermonuklearen Reaktors (ITER) in Frankreich ist China ebenfalls beteiligt.

Neue Horizonte eröffnet die Auflage eines China-MOEL-Partnerschaftsprogramms, das 16 mittel- und osteuropäische Länder (MOEL) mit China zusammen führt („16+1-Kooperation"). Das im Juli 2018 vereinbarte Programm ist umfassend angelegt. Es sieht vor

  • einen politischen Dialog zur Wissenschafts-, Technologie- und Innovationspolitik durchzuführen;
  • gemeinsame Forschungsinfrastrukturen aufzubauen;
  • den Austausch des wissenschaftlichen Nachwuchses zu fördern sowie
  • einen Finanzierungsmechanismus zur Förderung von gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekten einzuführen.

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Mitgliedschaften in internationalen Regierungsorganisationen und -foren

China ist nicht als Mitglied in der G7 vertreten, dafür allerdings Mitglied der G20. Während die G7 ein informeller Zusammenschluss der klassischen Industrieländer sind, gehören zu den G20 auch die BRICS-Länder sowie Argentinien, Australien, Saudi-Arabien und die Türkei. Durch die Mitgliedschaft ist China an den jährlichen Beschlüssen der Staats- und Regierungschefs beteiligt, die auch Bildung und Forschung betreffen können. Zusätzlich haben bereits Treffen der G7- und der G20-Wissenschaftsminister stattgefunden.

China ist Gründungsmitglied der Vereinten Nationen (UN), die ihren Sitz in New York haben. China war außerdem eines der 20 Gründungsmitglieder der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO).

China ist zwar kein Mitglied der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Es hat jedoch den Status eines „Schlüsselpartners und beteiligt sich regelmäßig an der Arbeit einer Reihe von Gremien, darunter auch der Bildungs- und Wissenschaftsgremien der OECD.

Seit 2009 treffen sich die Staats- und Regierungschefs der BRICS-Länder Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika jährlich. Zwischen 2014 und 2017 fanden die ersten fünf Treffen der BRICS-Minister für Wissenschaft und Technologie statt, für 2018 ist das sechste in Südafrika geplant. Zu den bisherigen Ergebnissen des BRICS-Prozesses gehört die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding von 2015 (MoU on Cooperation in Science, Technology and Innovation between the Governments of BRICS Countries), ein gemeinsames Forschungsrahmenprogramm (siehe unten) sowie ein Aktionsplan zur Innovationskooperation (2017-2020).

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Teilnahme an multilateralen Programmen und Initiativen

Die BRICS haben 2015 auf dem vierten Ministertreffen in Moskau ein gemeinsames multilaterales Rahmenprogramm für Wissenschaft, Technologie und Innovation ins Leben gerufen (BRICS STI FP). Das Sekretariat, das bei der “Russian Foundation for Basic Research (RFBR)“ in Moskau eingerichtet wurde, hat seit 2016 drei koordinierte Förderbekanntmachungen für prioritäre Themen veröffentlicht (Stand März 2019). Die Partner der Forschungskonsortien müssen aus mindestens drei verschiedenen BRICS-Ländern stammen. Die verantwortliche Förderorganisation auf chinesischer Seite ist das Ministerium für Wissenschaft und Technologie (MoST).

China beteiligt sich an der PISA-Schulleistungsstudie der OECD (siehe unter Schulen und Hochschulen). Außerdem hat China, ebenfalls auf eigene Initiative hin, sein Forschungs- und Innovationssystem von der OECD begutachten lassen. Die Ergebnisse wurden im Jahr 2008 in der OECD-Reihe "Reviews of Innovation Policy" veröffentlicht (Vollständiger Bericht).

Die China Association for Science and Technology (CAST) und ihr nahestehende Organisationen sind bisher 244 internationalen wissenschaftlich-technologischen Organisationen beigetreten.

CAST vertritt China gemeinsam mit der Chinese Academy of Social Sciences (CASS) in der weltweit größten Nichtregierungsorganisation im Bereich Wissenschaft, dem Internationalen Wissenschaftsrat (Internationalen Science Council, ISC).

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Sitzland für Einrichtungen internationaler Organisationen

China ist Sitzland für ein Institut der Universität der Vereinten Nationen - das International Institute for Software Technology (UNU-IIST) in Macao.

Das 1992 etablierte “ UNITWIN/UNESCO Chairs Programme“ fördert internationale Kooperation zwischen Universitäten mit dem Ziel institutionelle Kapazitäten durch Wissensaustausch und Zusammenarbeit zu erweitern. 1997 wurde ein UNITWIN Netzwerk mit dem Thema “Distance and Open Learning“ (Nr. 337) in Shanghai gegründet. Außerdem gibt es in China 20 UNESCO Chairs (Liste auf der Seite der UNESCO einsehbar).

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