StartseiteLänderAsienIndienZusammenfassungÜberblick zur Kooperation mit Deutschland

Überblick zur Kooperation mit Deutschland: Indien

Indien zählt zu den Schwerpunktländern der internationalen Kooperation Deutschlands. Dies gilt sowohl für Berufsbildung als auch für Wissenschaft und Innovation. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) beteiligt sich seit 2007 an einer deutsch-indischen Arbeitsgruppe (AG), die die indische Regierung bei der Reform des Berufsbildungssystems unterstützt. Im Jahr 2011 hat die Initiative iMOVE des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ein Büro in Delhi eingerichtet, um die Vermarktung deutscher Aus- und Weiterbildungsdienstleistungen in Indien zu unterstützen.

Die Zusammenarbeit im Wissenschaftsbereich reicht über 60 Jahre zurück. Seit der Unterzeichnung des Regierungsabkommens zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit im Jahr 1974 haben sich zahlreiche und weitgefächerte Kooperationen entwickelt. Das BMBF stellt über seine internationale Abteilung Mittel für Sondierungs- und Vernetzungsaktivitäten sowie Workshops für die Nachwuchsförderung bereit. In den Fachabteilungen werden Kooperationsprojekte mit verschiedenen fachlichen Schwerpunkten gefördert.

Indien ist darüber hinaus das einzige Land, mit dem die deutsche Regierung seit 2011 alle zwei Jahre Regierungskonsultationen abhält. Um die Kooperation weiter auszubauen, wurde während der dritten Regierungskonsultation 2017 eine „Deutsch-indische Partnerschaft in der Hochschulbildung“ beschlossen. Neben der Forschungszusammenarbeit werden hierdurch auch Maßnahmen auf der Ebene der Studierenden und Promovierenden unterstützt. Die bilaterale Förderung von Forschungsprojekten ist eine weitere wichtige Säule der deutsch-indischen Zusammenarbeit. Thematisch liegen die Schwerpunkte der vom BMBF unterstützten Projekte derzeit bei den Materialwissenschaften, Biotechnologie, Gesundheitsforschung, Nachhaltigkeitsforschung, Produktionstechnologie, der zivilen Sicherheitsforschung und der Zukunftsstadt (Quelle: Webseite des BMBF).

Ein Meilenstein der bilateralen Zusammenarbeit war die Eröffnung des Indo-German Science and Technology Centre (IGSTC) im Dezember 2010 in Gurgaon südlich von Delhi. Träger sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie das indische Department für Wissenschaft und Technologie (DST). Über das IGSTC werden primär sogenannte „2+2“-Technologieprojekte (jeweils ein akademischer und ein industrieller Partner beider Länder) gefördert. Für Indien ist diese Zusammenarbeit sehr wichtig, gerade hinsichtlich einer Verbesserung der Verknüpfung von akademischer und industrieller Forschung. Derzeit stellt das IGSTC 8 Millionen EUR pro Jahr an Fördermitteln zur Verfügung.

Laut Hochschulkompass existieren 466 deutsch-indische Hochschulkooperationen (Stand 08/2018). Da sich Deutschland am Aufbau des Indian Institute of Technology (IIT) Madras (Gründung 1959) beteiligt hat, sind bis heute die Beziehungen zu dieser indischen Forschungsuniversität besonders intensiv.

Internationale Mobilität von Studierenden und Forschenden wird in beide Richtungen durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) (insbesondere über die länderspezifische Kampagne „A New Passage to India“ - ANPtI), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Stipendien der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), sowie durch die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) (India Travel Grant) gefördert.

Die großen außeruniversitären Forschungsorganisationen pflegen die Zusammenarbeit mit Indien seit Langem intensiv. Für die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) ist Indien ein bedeutender internationaler Partner. Die Einrichtung von einem internationalen Max Planck Center stellt die Kooperation auf eine neue Ebene. Die Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) versucht ebenfalls, die Zusammenarbeit auf Projektebene stärker zu institutionalisieren. Ende 2012 wurde ein eigenes Representative Office in Bangalore etabliert.

Aus der Vielzahl von Kooperationen der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) ragt vor allem die Zusammenarbeit mit dem DESY (Deutsches Elektronen-Synchrotron) im Bereich der Material- und Nanowissenschaften heraus. Indische Wissenschaftler nutzen dabei die hervorragenden Forschungsmöglichkeiten an der weltweit einmaligen Synchrotronstrahlungsquelle PETRA III bei DESY in Hamburg.

Die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft kooperieren aktuell insbesondere mit indischen Partnern in den Bereichen Pflanzengenetik, Neurobiologie/Neuroplastizität, Arbeitsphysiologie/Fremdstoffwirkungen von Pestiziden, Meeresforschung und katalytischer Herstellung von Wasserstoff aus Glycerol.

Auf Länderebene hat die Bayerische Landesregierung das „Bayerisch-Indische Zentrum" (BayIND) in Hof gegründet. Es dient als Anlaufstelle für alle, die an einem Austausch in Studium, Lehre und Forschung zwischen Bayern und Indien interessiert sind. Unterstützung gibt es z.B. bei Fragen zu Stipendien, Praktikums- oder Studienplätzen, Kooperationspartnern oder Mobilitätshilfen. Wirtschaftsunternehmen nutzen das Bayerisch-Indische Zentrum u.a. als Netzwerkplattform. Hierzu organisiert BayIND regelmäßig Workshops und Seminare.

Deutsche Ministerien, deutsche Hochschulen und deutsche Forschungs-, Förder- und Mittlerorganisationen haben folgende Einrichtungen in Indien:

  1. Deutsches Haus für Wissenschaft und Innovation (DWIH) in Neu-Delhi
  2. Fraunhofer
    • Fraunhofer Office India (FhG) in Bangalore
    • Zukünftig: “Fraunhofer Applied Centre for Advanced Automotive Research (CAAR)” am Indian Institute of Technology (IIT) Madras.
  3. Indo-German Science and Technology Centre (IGSTC) in Gurgaon südlich von Delhi
  4. Indo-German Center for Sustainability (IGCS) in Chennai an dem Indian Institute of Technology (IIT) Madras mit der RWTH Aachen
  5. Max Planck-Gesellschaft
    • Vertretung im DWIH
    • Max Planck Centers of excellence: „The Indo German Max Planck-NCBS Center for Research on Lipids" im National Center for Biological Sciences (NCBS) in Bangalore und „The Indo Max Planck Collaboration in Computer Science" (IMPECS)

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