Indikatoren für Bildung

Tabelle 3: Bildungsindikatoren
Quelle: OECD - Education at a Glance 2023, OECD.Stat (Stand September 2023) und "OECD - PISA 2022: Ergebnisse"
* OECD (UNESCO) registrieren nur diejenigen internationalen Studierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss im Ausland anstreben.
** OECD (UNESCO) registrieren nur diejenigen internationalen Studierenden bzw. Promovierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss in dem jeweiligen Land anstreben.

Indikator

Japan

Deutschland

OECD-Gesamt

Stand

Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt: Bildung insgesamt [Prozent]

4,06

4,60

5,10

2020

Wachstum des Bildungsanteils am BIP (Differenz des BIP-Bildungsanteils zu dem des Vorjahres) [Prozent]

0,09

0,26

0,19

2020

Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt: tertiäre Bildung [Prozent]

1,38

1,34

1,50

2020

Öffentlicher Anteil an den Ausgaben für tertiäre Bildung [Prozent]

35,55

82,50

67.13

2020

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender aus dem Land [Prozent]*

0,80

4,19

2,09

2021

Anzahl Studierender im Tertiärbereich insgesamt [Mio.]

3,879

3,352

- -

2021

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender im Land [Prozent]**

5,57

11,23

6,44

2021

Anzahl Promovierender insgesamt

79.869

192.270

- -

2021

Anteil internationaler abschlussorientierter Promovierender im Land [Prozent]**

21,68

22,48

23,61

2021

Anteil 25- bis 34-Jähriger mit einem Abschluss im Tertiärbereich [Prozent]

65,68

37,28

47,23

2022

Anteil an neuen Studienabschlüssen in Mathematik, Statistik und Naturwissenschaften [Prozent]

3,07

7,99

5,28

2021

Anteil an neuen Studienabschlüssen in Ingenieurswissenschaften, Fertigung und Konstruktion [Prozent]

18,04

22,21

13,68

2021

PISA-Ergebnisse: Lesen [Punktzahl (Platzierung)]

516 (2)

480 (21)

472

2022

PISA-Ergebnisse: Mathematik [Punktzahl (Platzierung)]

536 (5)

475 (24)

485

2022

PISA-Ergebnisse: Naturwissenschaften [Punktzahl (Platzierung)]

547 (2)

492 (22)

476

2022

         

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Schulen und Hochschulen

Das Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology, MEXT) trägt die Verantwortung für Schulen und Hochschulen. Das National Institute for Educational Policy Research (NIER) ist dem MEXT unterstellt und ist als nationales Bildungsforschungsinstitut verantwortlich für die Konzeption von Bildungsstrategien.

Das im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts nach westlichem Vorbild modernisierte Bildungswesen Japans wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs unter amerikanischem Einfluss in seine heutige Form umgestaltet. Die folgenden Informationen sind dem BQ-Portal entnommen: In Japan dauert die Grundschule (shōgakkō) sechs Jahre. Eingeschult werden die Kinder nach Vollendung des 6. Lebensjahrs. Nach der Grundschule besucht man die dreijährige Mittelschule (chūgakkō). Nach Besuch und Abschluss der ersten neun Schuljahre, endet die Schulpflicht. SchülerInnen können dann entweder eine Oberschule besuchen oder auch anfangen zu arbeiten. Die Quote derjenigen, die sich für den Besuch einer Oberschule entscheiden liegt in jedoch bei etwa 97 Prozent. Zur Wahl stehen allgemeinbildenden oder berufsbildenden Oberschulen, die u.a. die Fachrichtungen Landwirtschaft, Technik, Wirtschaft, Marine und Fischerei anbieten.

Der Zugang zu einer Oberschule ist generell durch eine Aufnahmeprüfung geregelt. Zur Vorbereitung besuchen viele Schülerinnen und Schüler zusätzlich zum regulären Schulunterricht an durchschnittlich 2-3 Tagen in der Woche private Nachhilfeschulen (juku).

Der Abschluss der Oberschule qualifiziert formal zum Eintritt in eine Universität. Allerdings gibt es keine Abschlussprüfung im eigentlichen Sinne, sondern man erwirbt den Abschluss durch regelmäßige Teilnahme am Unterricht und durch Bestehen von Klassenarbeiten. Der Übergang von der Oberschule zu einer Hochschule ist generell mit dem Bestehen einer Eintrittsprüfung verbunden. Der Schwierigkeitsgrad der Prüfungen ist mit einer Rangordnung der aufnehmenden Bildungsinstitution gekoppelt, so dass sich eine Hierarchie der Hochschulen und Universitäten entwickelt hat.

Von den insgesamt 803 (Voll-)Universitäten (daigaku) im Jahr 2021 sind (in Klammern die zuständige Hochschulvertretung):

  • 86 staatliche Universitäten (Japan Association of National Universities, JANU);
  • 98 von Präfekturen und Städten gegründete öffentlich-lokale Universitäten (Japan Association of Public Universities, JAPU) und die
  • 619 restlichen – mehr als drei Viertel – in privater Trägerschaft (Federation of Japanese Private Colleges and Universities Associations, FJPCUA; Japan Association of Private Universities and Colleges JAPUC)

2021 wurden zudem 315 Kurzzeit-Universitäten (tanki daigaku, Junior College) registriert, die nach 2-3 Jahren einen Associate Degree Abschluss (jungakushi) vergeben.

2021 haben in Japan etwa 83 Prozent eines Jahrgangs nach dem Schulabschluss einen tertiären Bildungsgang gewählt. Knapp 54 Prozent wählten einen Studiengang, der mit einem Bachelor (gakushi) abschließt. Vier Prozent wählten einen Studiengang an einer Kurzzeit-Universität (tanki daigaku), während 24 Prozent den Weg über die Vocational und Technical Colleges (senmon gakkō) wählten. Die Gesamtzahl der Studierenden in tertiären Bildungsgängen betrug in Japan 3,879 Millionen (siehe Bildungsindikatoren).

Nur ca. 11 Prozent der japanischen Studierenden haben im Jahr 2021 einen Masterkurs (daigakuin, zwei Jahre; Abschluss: shūshi) nach dem Bachelor angefangen. 
Gewöhnlich nehmen nur diejenigen Studierenden, die sich für eine wissenschaftliche Laufbahn entschieden haben, die Mühen eines mindestens dreijährigen Promotionsstudiums auf sich, um den Doktortitel (hakushi) zu erlangen, im Jahr 2021 waren es 10 Prozent der Mastergraduierten, die sich für die Promotion entschieden. Japan gehört außerdem zu den wenigen Ländern in der OECD, in der die Mehrzahl der Studierenden – fast drei Viertel – private Hochschulen besucht.. Aber auch für staatliche und öffentlich-lokale Universitäten in Japan sind die Studiengebühren relativ hoch, das Land gehört innerhalb der OECD zur Spitzengruppe. Im April 2020 hat die japanische Regierung ein neues System von Studienhilfen für Studierende aus einkommensschwachen Familien eingeführt, bei dem sowohl Zuschüsse zu den Studiengebühren als auch zu den Lebenshaltungskosten gewährt werden, die nicht zurückgezahlt werden müssen (siehe DAAD-Bildungssystemanalyse Japan, S. 17, Stand 23.01.2024).

Die finanzielle Unterstützung der Hochschulen ist Aufgabe des MEXT. Auch die privaten Hochschulen erhalten in geringem Umfang Subventionen. Alle staatlichen Universitäten wurden 2004 halbprivatisiert und in „nationale Universitätsgesellschaften“ (university corporations) umgewandelt. Dabei verloren sämtliche Lehrkräfte und Universitätsmitarbeiter ihren Status als öffentliche Bedienstete.

Die Bildungsergebnisse, die Japan bisher erzielt hat, sind beeindruckend. Unter dem OECD-Programm zur Kompetenzmessung von Schülerinne und Schülern (PISA) gehört Japan regelmäßig zu den Spitzenreitern. Im Jahr 2022 belegt Japan im Lesen und den Naturwissenschaften weltweit Rang 2, in Mathematik Rang 5 (siehe Bildungsindikatoren). Bei den Tests zu den Kompetenzen der erwachsenen erwerbsfähigen Bevölkerung (PIAAC) lag Japan in Bezug auf Lese- und Rechenkompetenzen weltweit auf Platz 1, schnitt allerdings bei den Computerkenntnissen deutlich schlechter ab.

Bereits 2012 wurde die Reform des Hochschulwesens begonnen, mit dem Ziel das Land zukunftsfähiger zu machen und seine Innovationskraft zu stärken. Seit 2014 gehört das Programm „Top Global Universities“ dazu (siehe unter Internationale Kooperation – Programmatik). Da sich die Immatrikulationsquote in Japan deutlich erhöht hat, sind die Studierendenzahlen trotz des demografischen Wandels zunächst relativ konstant geblieben. Im Jahr 2018 zeichnet sich jedoch ein deutlicher Rückgang ab. Auch aus diesem Grund sind weitere Reformen in Bezug auf Hochschulzulassung, Studiengebühren, Zusammenschlüsse von Hochschulen und Einführung von berufsbildenden Hochschulen geplant (siehe unter Bildungspolitische Zielsetzungen und Programme).

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Berufliche Bildung

Die berufliche Bildung in der Zuständigkeit des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Wohlstand (MHLW) wird durch das Berufsbildungsförderungsgesetz geregelt. Es bietet eine umfassende gesetzliche Regelung der öffentlichen und mit öffentlichen Mitteln geförderten beruflichen Ausbildung, Weiterbildung und Umschulung. Gleichzeitig unterstehen jedoch eine Reihe von Einrichtungen wie zum Beispiel die berufsbildenden Oberschulen dem Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology, MEXT).

  • Für Japanerinnen und Japaner, die an einer beruflichen Ausbildung interessiert sind, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die einzeln oder in Kombination genutzt werden können. Der Besuch und Abschuss einer berufsbildenden Oberschule (Jahr 2021: 662.153 SchülerInnen an 3083 Schulen);
  • ein Zertifikat (shōmeisho) nach Abschluss der 1-jährigen Berufsschule (kakushu gakkō). Im Jahr 2021 waren 102.469 SchülerInnen an 1.070 Schulen (bis auf wenige Ausnahme in privater Trägerschaft) eingeschrieben;
  • oder einen Associate Degree (jungakushi) nach erfolgreicher Teilnahme an der 5-jährigen Technischen Fachhochschule (College of Technology, kōtō senmon gakkō). 2021 waren 56.905 Personen an 57 Schulen eingeschrieben. Diese Art der beruflichen Ausbildung ist in den letzten beiden Jahren der Tertiärbildung zuzurechnen, führt zu einem Hochschulabschluss und genießt in Japan hohes Ansehen.

Außerdem können Personen, die eine berufsbildende Oberschule absolviert oder einen gleichwertigen Abschluss besitzen, eine Berufsausbildung an einem Technischen Institut (professional oder specialised training colleges, senshū gakkō) absolvieren. Die Ausbildung, die als Tertiärbildung eingestuft wird, dauert vier Jahre und führt zu einem Advanced Diploma Abschluss (kōdo senmonshi), der gleichwertig eines Bachelorabschlusses ist. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es mit diesem Abschluss möglich ein relevantes Masterstudium zu beginnen.

Innerhalb des japanischen Bildungssystems ist der Stellenwert der staatlich organisierten und kontrollierten Berufsbildung insgesamt gering. Die berufsspezifischen Aus- und Weiterbildungen werden in erster Linie in den jeweiligen Unternehmen und Betrieben als on-the-job Training ausgeführt. Der Gedanke, dass das Unternehmen als solches am besten auf die vorliegende Arbeit vorbereiten kann ist weiterhin weitverbreitet.

Auf Seiten von Staat oder Öffentlichkeit werden von den Unternehmen jedoch keine Ausbildungsleistungen erwartet, die über ihre betriebliche Verwertbarkeit hinaus reichen.

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