StartseiteLänderAsienRepublik Korea (Südkorea)ZusammenfassungÜberblick zur internationalen Kooperation

Überblick zur internationalen Kooperation: Republik Korea (Südkorea)

Für Südkorea ist die internationale Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung in erster Linie Außenwirtschaftspolitik. Diese wird durch das koreanische Außenministerium MOFA (Ministry of Foreign Affairs), aber auch durch die entsprechenden Ministerien vorangetrieben. Für die internationale Bildung ist das Bildungsministerium (MOE) zuständig, das bei der Umsetzung seiner Strategien durch das National Institute for International Education (NIIED) unterstützt wird. Mit dem Korean Government Scholarship Program des NIIED wird die Mobilität von Studierenden in beide Richtungen gefördert. Um die Auswirkungen des demografischen Wandels auszugleichen, hat die Regierung 2013 das „Study Korea 2020 Project“ als Nachfolgeprogramm des „Study Korea“-Programms (2005-12) beschlossen. Aktuelles Ziel ist es, die Anzahl der ausländischen Studierenden in Südkorea bis 2020 auf 200.000 zu steigern. In dieser Gesamtzahl werden sowohl Studierende berücksichtigt, die in Südkorea temporäre Aufenthalte absolvieren, als auch solche, die einen Hochschulabschluss anstreben. Auf der Basis aktueller statistischer Daten erscheint das angepeilte Ziel durchaus erreichbar (Quelle: DAAD-Ländersachstand 2017).

Ein Blick auf Studierende, die einen Abschluss im Ausland anstreben, zeigt allerdings, dass das Hochschulstudium in Südkorea derzeit noch vergleichsweise wenig internationalisiert ist. So betrug der Anteil der gut 70.000 ausländischen Studierenden an der Gesamtzahl der Studierenden 2017 lediglich 2 Prozent und lag somit unter dem OECD-Durchschnitt (siehe Bildungsindikatoren, Klick auf Grafik oben für Entwicklung seit 2010). Auch der Anteil der internationalen Ko-Publikationen an der Gesamtzahl der wissenschaftlichen Publikationen war in Südkorea im Jahr 2018 mit 29,3 Prozent vergleichsweise gering (Quelle: SCImago. SJR — SCImago Journal & Country Rank. Retrieved June 4, 2019, from www.scimagojr.com).

Zum Vergleich: In Deutschland liegen die entsprechenden Anteile deutlich höher, so für den Anteil der internationalen Ko-Publikationen bei 51,3 Prozent und für internationale Studierende insgesamt bei 8 Prozent. Unterschiede zwischen den beiden Ländern gibt es jedoch vor allem in der Bachelor- und Masterphase. In der für die Wissenschaft wichtigen Promotionsphase haben Südkorea und Deutschland ähnlich hohe Anteile von ausländischen bzw. internationalen Promovierenden (Südkorea und Deutschland: 10 Prozent, siehe Bildungsindikatoren).

Die beliebtesten Herkunftsländer für ausländische Studierende in Südkorea sind China, Vietnam, die Mongolei, Usbekistan und Japan. Die beliebtesten Zielländer für Studierende aus Südkorea sind die USA, Japan, Australien, Kanada und Großbritannien. Deutschland folgt auf Rang 6 (Quelle: UNESCO Institute of Statistics Global Flow of Tertiary-Level Students, erfasst werden nur diejenigen Studierenden, die einen Abschluss im Ausland anstreben. Zu China als Zielland fehlen Daten).

Unter den fünf wichtigsten Ko-Publikationsländern der letzten drei Jahre liegen die USA an erster Stelle, gefolgt mit deutlichem Abstand von China, Japan, Indien und Großbritannien. Deutschland liegt knapp hinter Großbritannien auf Rang 6 (Quelle: Scopus-Datenbank, Elsevier, 2016-18).

Sowohl die National Research Foundation (NRF) als auch die Förderagentur für Unternehmen, das Korea Institute for Advancement of Technology (KIAT), fördern internationale Forschungskooperationen im Rahmen bilateraler Bekanntmachungen mit ausgewählten Partnerländern. Das Ministerium für Wissenschaft und IKT (MSIT) hat darüber hinaus auch Förderprogramme für den Aufbau von internationalen Forschungszentren („Global Development Centers“) vor Ort in Südkorea (Überblick Programme).

Südkoreanische Ministerien und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen haben im Zuge von Internationalisierungsbestrebungen teilweise Niederlassungen im Ausland gegründet. Das 1966 gegründete Korea Institute of Science and Technology (KIST) war das erste koreanische Forschungsinstitut, das im Jahr 1996 mit KIST Europe in Saarbrücken eine solche Auslandsniederlassung gegründet hat. Dazu kommen KIST-Zweigstellen in Indien und China sowie eine geplante Niederlassung in Vietnam, die 2020 eröffnet werden soll.

Vor Kurzem hat das MSIT teilweise in Kooperation mit der National IT Industry Promotion Agency (NIPA) - sogenannte Korea Innovation Centres (KIC) in Europa, China und den USA aufgebaut. Die Aufgabe von KIC ist es, innovativen kleinen und mittleren Unternehmen und Start-Ups aus Südkorea durch internationale Vernetzung neue Marktchancen zu eröffnen (KIC Washington und KIC Silicon Valley, siehe nächster Abschnitt zu KIC-Europe in Berlin und KIST Europe).

Mit der Europäischen Union (EU) hat Südkorea 2007 ein Abkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit  abgeschlossen. Aktuelle Informationen können auf der Webseite der EU zur Zusammenarbeit mit Südkorea im Bereich Forschung und Innovation abgerufen werden. Ausschlaggebend für die zukünftige Zusammenarbeit ist die Roadmap for EU-Republic of Korea Science and Technology Cooperation", die im Oktober 2018 beschlossen wurde. Südkorea beteiligt sich aktiv an Ausschreibungen unter dem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 (2014-20), vor allem in den Fachgebieten Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Gesundheit, Energie, Klimawandel, und Satellitennavigation. Forschungseinrichtungen aus Südkorea erhalten jedoch in der Regel keine europäischen Fördergelder: Bis März 2019 warb das Land lediglich Fördergelder in Höhe von 0,7 Millionen Euro ein. Die koreanische Regierung stellt allerdings über das gesamte Themenspektrum eine Ko-Finanzierung zur Verfügung. Unter den insgesamt 48 Projekten, an denen sich Südkorea bisher beteiligte, wiesen mit 37 Projekten drei Viertel auch eine deutsche Teilnahme auf (Quelle: H2020-ECORDA-Vertragsdatenbank).

Als erstes asiatisches Land trat Südkorea im Juni 2009 als assoziiertes Mitglied dem Netzwerk zur Unternehmens- und Innovationsförderung EUREKA bei. Das Land  beteiligt sich auch an dem gemeinsamen Förderprogramm Eurostars. Vertreten wird Südkorea in diesen Programmen jeweils durch die international sehr aktive Förderagentur für Unternehmen Korea Institute for the Advancement of Technology (KIAT).

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