StartseiteLänderEuropaSchwedenZusammenfassungÜberblick zur Bildungs-, Forschungs- und Innovationslandschaft und -politik

Überblick zur Bildungs-, Forschungs- und Innovationslandschaft und -politik: Schweden

  1. Bildungs-, Forschungs- und Innovationslandschaft und -politik
  2. Indikatoren für Bildung
  3. FuE-Indikatoren
  4. Bibliometrie

Bildungs-, Forschungs- und Innovationslandschaft und -politik

Der schwedische Reichstag und das Ministerium für Bildung und Forschung legen gemeinsam die Ziele für die Bildungseinrichtungen fest. 1991 übertrug die Regierung einen Großteil der Schulverantwortung auf die Gemeinden. Die schwedische Gesellschaft betrachtet Bildung als entscheidenden Faktor für erfolgreiche und nachhaltige Aktivitäten in Forschung, Entwicklung und Innovation.

Das schwedische Schulsystem basiert auf der integrierten Einheitsschule. Für Kinder zwischen eins und fünf müssen die Gemeinden darüber hinaus Betreuungsplätze bereitstellen. Sechsjährige können eine der Gemeinschaftsschule angeschlossene Vorschule besuchen. Ab dem Alter von sechs/sieben Jahren gehen alle Kinder zunächst zur neunjährigen Gemeinschaftsschule („Grundskala“). Auf ihr baut die freiwillige weiterführende Schule („gymnasieskola“) auf. Die weiterführende Schule bietet verschiedene Zweige an, von denen einige zu einem Universitätsstudium führen. Andere Zweige verbinden die Sekundarbildung mit der Berufsausbildung. Etwa 30 Prozent eines Jahrganges beginnen innerhalb von fünf Jahren nach dem Abschluss des Gymnasiums ein Studium. Schweden verfügt über rund 50 anerkannte Institutionen der Hochschulbildung. Die Gesamtzahl der Studierenden betrug im Jahr 2016 rund 400.000.

In den letzten Jahren hat die schwedische Regierung eine Reihe von Bildungsreformen auf den Weg gebracht, so ein neues Benotungssystem, zentrale Leistungstests in den ersten Schuljahren und eine Erneuerung der Lehrerausbildung. Die 2008 in Kraft getretene Reform des Hochschulzugangs soll dafür sorgen, dass Schüler wieder verstärkt Kurse in den Kernfächern Mathematik, Englisch und den zweiten Fremdsprachen belegen.

Die Ergebnisse der PISA-Studie 2015 bestätigen die Notwendigkeit bildungspolitischer Reformen: Schwedens Schüler sind seit 2006 deutlich zurückgefallen. Von der einstigen Spitzenposition ist Schweden demnach in der Mathematik wie auch den Naturwissenschaften auf Positionen im OECD-Durchschnitt abgesackt. Lediglich in der Lesekompetenz liegt Schweden über dem Durchschnitt. Deutschland liegt in der PISA-Studie 2015 in den drei Kompetenzbereichen deutlich über dem OECD-Durchschnitt.

Zunehmend stärkere Beachtung findet die Berufliche Bildung in Schweden. Umfassende Reformen zielten auf die künftige Verlagerung des Schwerpunkts der beruflichen Erstausbildungsprogramme auf die berufsbildenden Elemente bei geringerer Betonung der theoretischen Ausbildungselemente. Eine bedeutende Reform im Berufsbildungsbereich war die Einrichtung einer nationalen Agentur für Höhere Berufsbildung am 01. September 2009 (Swedish National Agency for Higher Vocational Education).

Schweden setzt seit 2007 das dreistufige Studiensystem der Bologna-Reform um. Die Hochschulen in Schweden unterscheiden sich neben der Finanzierung (öffentlich oder privat) vor allem darin, ob sie neben den ersten beiden Studienstufen (Bachelor und Master) auch Qualifikationen für die dritte Stufe - die Promotion – anbieten. Mit 32 Hochschulen bietet der Großteil auch die Promotion an – davon 25 öffentliche Hochschulen. Die größten Hochschulen - mit jeweils zwischen 30 und 40.000 Studierenden - sind in Göteborg, Lund, Stockholm und Uppsala angesiedelt. Die schwedischen Hochschulen haben sich 1995 in einem Hochschulverband (Association of Swedish Higher Education (SUHF) zusammen geschlossen. Zwei staatliche Behörden tragen Verantwortung im Hochschulbereich: Der Swedish Council for Higher Education (UHR) kümmert sich um Fragen der Zulassung von Studierenden und Internationalisierung. Die Swedish Higher Education Authority ist für Qualitätskontrolle und die Verleihung akademischer Grade zuständig.

In den Bereichen Innovation, Forschung und Entwicklung, Technologie und Wettbewerbsfähigkeit zählt Schweden seit Jahren zu den weltweit führenden Ländern. Bei einem weltweiten Vergleich der gesamten Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) liegt Schweden 2017 mit 17,2 Milliarden USD auf Rang 18 (knapp hinter den Niederlanden und der Schweiz). Schweden hat die FuE-Intensität, das heißt den Anteil der gesamten FuE-Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen 2007 und 2017 mit leichten Schwankungen bei sehr guten 3,3 Prozent gehalten, was innerhalb der OECD zu den Spitzenwerten zählt. In Bezug auf die Anzahl der wissenschaftlichen Publikationen nimmt Schweden 2017 weltweit Rang 20 ein. Betrachtet man den ganzen Zeitraum 1996-2017, so liegt Schweden auf Rang 18 (Quelle: SCImago. (2007). SJR — SCImago Journal & Country Rank. Retrieved September 9, 2018, from www.scimagojr.com).

Zentraler Akteur im schwedischen Forschungssystem ist das Ministerium für Bildung und Forschung, das die Verantwortung für die forschenden Hochschulen und die wichtigste Fördereinrichtung für Grundlagenforschung trägt. Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen fallen dagegen kaum in den Zuständigkeitsbereich des Ministeriums. Eine Ausnahme bildet das Swedish Polar Research Secretariat (POLAR), das die Forschungsstationen in der Arktis sowie ein Forschungsschiff verwaltet und Förderung für die Nutzung dieser Einrichtungen an Forscher vergibt.

Fachministerien in Schweden haben ebenfalls nur ganz vereinzelt eigene Ressortforschungseinrichtungen. Das Ministerium für Umwelt und Energie trägt die Verantwortung für das Swedish Meteorological and Hydrological Institute (SMHI). Das schwedische Gesundheitsministerium ist für die Public Health Agency of Sweden zuständig. Seit einer Fusion mit einem Forschungsinstitut im Jahr 2014 führt die Agentur auch Forschungsarbeiten zu Infektionskrankheiten durch. Durch eine Neustrukturierung und die Zusammenfassung der staatlichen Beteiligung an industrienahen Forschungsinstituten unter der RISE-Holding (Research Institutes of Sweden, RISE) versucht die Regierung, die Kooperation zwischen Forschungsinstitutionen, der Wirtschaft sowie der Gesellschaft zu stärken. Die RISE-Holding umfasste 2016 rund 2.200 Angestellte und verzeichnete einen Umsatz von knapp 320 Mio. EURO. 2017 wurde die weitere Integration in eine einzige Institution begonnen. Diese ist in folgende sechs Abteilungen strukturiert: „Bioeconomy“, „Built Environment“, „ICT“, „Bioscience and materials“, „Safety and Transport“ und „Certification“. Daneben gibt es weiterhin forschungsdurchführende Stiftungen, die gemeinsam von dem schwedischen Staat und der Industrie finanziert wurden, wie zum Beispiel von der schwedischen Forstwirtschaft (Forestry Research Institute of Sweden, Skogfors). Das Swedish Environmental Research Institute (IVL) wurde angesichts zunehmender Probleme mit Luft- und Wasserverschmutzung 1966 gemeinsam von dem schwedischen Staat und der schwedischen Industrie gegründet.

Charakteristisch für Schweden sind vergleichsweise kleine Ministerien, so dass die staatlichen Behörden über eine große Autonomie in der Umsetzung der FuE-Politik verfügen. Ein wichtiges Merkmal des schwedischen Systems ist die große Bandbreite an Fördereinrichtungen.

2001 wurden die drei schwedischen Forschungsräte und die Förderagentur VINNOVA im Rahmen einer größeren Reform gegründet.

  • Der Swedish Research Council (Vetenskapsrådet, VR) ist mit dem Ministerium für Bildung und Forschung verbunden. Der VR fördert Grundlagenforschung an Hochschulen in Naturwissenschaften und Technik, Geistes- und Sozialwissenschaften, Forschungen zur Entwicklungszusammenarbeit sowie Gesundheitsforschung von biomedizinischer Grundlagenforschung bis hin zu klinischen Versuchen.
  • Der Swedish Research Council for Health, Working Life and Welfare (FORTE) untersteht dem Ministerium für Gesundheit und Soziales. FORTE fördert Forschung zu öffentlicher Gesundheitsversorgung und Pflege, Erwerbstätigkeit und dem schwedischen Wohlfahrtsstaat.
  • Der Swedish Research Council for Environment, Agricultural Sciences and Spatial Planning (FORMAS) untersteht sowohl dem Ministerium für Umwelt & Energie als auch dem Ministerium für Unternehmen und Innovation.
  • Die Swedish Governmental Agency for Innovation Systems (VINNOVA), die dem Ministerium für Unternehmen und Innovation untersteht, fördert Innovationen im öffentlichen und privaten Sektor. 40 Prozent der Fördermittel gehen an Hochschulen (OECD (2014): Reviews of Innovation Policy Sweden).
  • Zu weiteren fachlich spezialisierten Einrichtungen der Regierung gehört die Swedish Energy Agency (SEA) die dem Ministerium für Umwelt und Energie untersteht und Forschung zu neuen und erneuerbaren Energien fördert. Die Swedish Environmental Protection Agency (EPA) unterstützt durch ihre FuE-Förderung die Umsetzung umweltpolitischer Ziele. Das Swedish National Space Board (SNSB), das dem Ministerium für Bildung und Forschung untersteht, fördert die Weiterentwicklung von Raumfahrttechnologien.

Neben den Fördereinrichtungen der Regierung gibt es in Schweden die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften (Royal Swedish Academy of SciencesKungliga Vetenskapsakademien, KVA). Die Akademie verfolgt als unabhängige Organisation das Ziel, die Wissenschaften zu fördern und deren Einfluss in der Gesellschaft zu stärken. Sie ist nicht nur für die Vergabe der Nobelpreise zuständig, sondern fördert auch Forschende durch Stipendien.

Es gibt in Schweden außerdem eine Reihe von unabhängigen Förderstiftungen, die mit öffentlicher Finanzierung eingerichtet wurden.

  • Der Jubiläumsfonds der Reichsbank (Swedish Foundation for Humanities and Social Sciences  – Riksbankens Jubileumsfond, RJ) erhielt bei seiner Gründung 1964 das Mandat, Forschung zu fördern, für die anderweitig nur begrenzt Mittel zur Verfügung stehen. RJ konzentriert sich auf die Geistes- und Sozialwissenschaften und auf internationale Kooperation.
  • Die Foundation for Strategic Environmental Research (MISTRA) fördert seit ihrer Gründung im Jahr 1993 Umweltforschung und –innovation. Entscheidend sind dabei langfristige umweltpolitische Ziele und die Förderung einer wettbewerbsfähigen schwedischen Umweltindustrie.
  • Auch die Swedish Foundation for Strategic Research (SSF) wurde 1994 mit dem Ziel gegründet, langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der schwedischen Wirtschaft sicherzustellen. Derzeit legt die SSF den Schwerpunkt auf Lebenswissenschaften, Medizintechnologie, Materialforschung und Informations- und Kommunikationstechnologien.
  • Die Knowledge Foundation (KKS) fördert seit 1994 die Kooperation zwischen neu eingerichteten Hochschulen und Unternehmen.

Weiterhin gibt es in Schweden auch zahlreiche Förderstiftungen mit ausschließlich privater Finanzierung, insbesondere im Gesundheitsbereich. Zu den wichtigsten zählen die Swedish Cancer Society, die Swedish Heart-Lung Foundation sowie die Wallenberg Foundations.

Auch die schwedischen Provinzen sowie die Gemeinden fördern Forschung, hauptsächlich in den Bereichen Gesundheit und Wohlfahrt.

Da es nur wenig außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in Schweden gibt, findet die Forschung im öffentlichen Sektor hauptsächlich an den knapp 50 Hochschulen des Landes statt. Die gesamten Ausgaben für Forschung und Entwicklung teilen sich im Verhältnis 10 zu 90 auf (siehe Anhang). Die fünf forschungsstärksten schwedischen Hochschulen sind (in Klammern Position auf der weltweiten Rangliste): Karolinska Institute (40), Uppsala University (87), Lund University (98), Stockholm University (153) sowie das KTH Royal Institute of Technology, schwedisch Kungliga Tekniska högskolan (187), Quelle: Times Higher Education - World University Ranking 2019 (“Best for Research”).

Der private Sektor ist in Schweden forschungsintensiv. Die meisten FuE-Aktivitäten werden jedoch von wenigen großen internationalen Unternehmen durchgeführt. So sind die 20 größten schwedischen Unternehmen für annährend 70 Prozent der privaten FuE-Investitionen im Land verantwortlich. Unter den weltweit 100 größten FuE-Investoren konnten sich bisher zwei Unternehmen platzieren, die ihren Hauptsitz in Schweden haben: der Elektronikkonzern Ericsson und der Automobilhersteller Volvo. Insgesamt befinden sich unter den 2.500 größten FuE-Investorn 36 Unternehmen mit Hauptsitz in Schweden. Zum Vergleich: Unter den TOP 2.500 sind 135 Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland platziert (Quelle: 2018 EU Industrial R&D Investment Scoreboard, IRI, Anm.: FuE-Ausgaben je Unternehmen im IRI umfassen Ausgaben für Aktivitäten im Hauptsitzland, aber auch allen anderen Ländern). Auch Unternehmen mit Hauptsitz im Ausland wie zum Beispiel der britische Pharmakonzern AstraZeneca forschen und entwickeln vor Ort in Schweden.

Es gibt wenige Instrumente der öffentlichen Forschungsförderung, die sich gezielt an den privatwirtschaftlichen Bereich, insbesondere an Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) richten. Einen Großteil der Forschungsausgaben des privaten Sektors tragen die Unternehmen selbst.

Das Portal Kooperation International bietet ein Porträt der Hightech-Region Öresund, die sich sich über den Großraum Kopenhagen hinaus auf die südschwedischen Städte Malmö und Lund erstreckt.

Das bereits am 1. Januar 2013 eingeweihte „Science for Life Laboratory“ (SciLifeLab) soll vor allem groß angelegte Gen- und Protein-Analysen in der molekularbiologischen und medizinischen Forschung durchführen. Geleitet wird das „SciLifeLab“ durch insgesamt vier Lehrstühle an den Universitäten in Uppsala und Stockholm sowie am Karolinska Institute und dem Royal Institute of Technology. Das Wissenschaftszentrum steht aber auch allen anderen schwedischen Universitäten und Hochschulen offen.

Im November 2016 stellte die schwedische Regierung den neuen Gesetzentwurf „Collaborating for knowledge – for society’s challenges and strengthened competitiveness“ vor, der die Leitlinien der schwedischen Forschungspolitik für die Jahre 2017 bis 2020 vorgibt. Wichtige Eckpfeiler des Gesetzentwurfs sind die Erhöhung der Grundfinanzierung für Hochschulen, die Initiierung von Forschungsinitiativen im Bereich der globalen gesellschaftlichen Herausforderungen und die Stärkung der Innovationsfähigkeit Schwedens. In diesem Kontext kündigte die Regierung eine Erhöhung der Mittel für Forschung und Innovation von über 3 Mrd. SEK (rund 300 Mio. EURO) bis 2020 an. Eine große Rolle spielen die globalen und nationalen gesellschaftlichen Herausforderungen. Die Forschung zu Klima-, Gesundheits- und Lebenswissenschaften sowie Digitalisierung wird daher in Zukunft priorisiert.

Die Forschungsmittel des schwedischen Forschungsrates VR werden ebenfalls erhöht, um eine stärkere Fokussierung auf die Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften zu ermöglichen. Des Weiteren werden konkrete Initiativen unternommen, um die Qualität der Schulen durch praktisch fundierte Forschung und eine umfassende wissenschaftliche Grundlage in Lehrer- und Vorschullehrerausbildungsprogrammen zu erhöhen. Die Regierung stärkt ferner die Gleichstellung der Geschlechter mit einer Reihe von Maßnahmen, darunter neue und ehrgeizigere Rekrutierungsziele für Professorinnen. Die Voraussetzungen für junge Forschende sollen verbessert und die Karrierewege klarer definiert werden, um die Mobilität zu fördern. Um die Grundlagen für eine neue, langfristige und tiefere interdisziplinäre Zusammenarbeit zu schaffen und die Innovationsfähigkeit zu stärken, fasst die Regierung auch die Stärkung strategischer Innovationsfelder, von Forschungseinrichtungen und von Test- und Demonstrationsumgebungen ins Auge.

Für den Bereich Innovation wurde von der Regierung im Jahr 2015 eigens ein nationaler Innovationsrat eingerichtet, um die schwedische Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Kennzeichnend für die Bedeutung dieses Gremiums ist, dass Ministerpräsident Löfven selbst dessen Vorsitz eingenommen hat. Weitere Mitglieder sind neben den Ministern Damberg und Hellmark Knutsson auch Finanzministerin Andersson, Umweltministerin Skog sowie führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Gewerkschaften und dem Bildungsbereich.

Im März 2016 hat die OECD eine Begutachtung der schwedischen Forschungs- und Innovationspolitik veröffentlicht („Reviews of Innovation Policy“). Der Bericht empfiehlt Schweden, das Budget für die universitäre Forschung zu erhöhen und strategische Forschungsbereiche einzurichten. Auch sollte das Profil der außeruniversitären Forschungsinstitute geschärft und ein stärker an den gesellschaftlichen Herausforderungen orientiertes Innovations-Programm initiiert werden. Auch wurde eine verbesserte Unterstützung für die schwedische Beteiligung an europäischen Forschungs- und Innovationstätigkeiten befürwortet.

Indikatoren für Bildung

Indikator

Schweden

Deutschland

OECD-Gesamt

Stand

Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt: Bildung insgesamt [Prozent]

5,3

4,2

5,0

2015

Wachstum des Bildungsanteils am BIP (Differenz des BIP-Bildungsanteils zu dem des Vorjahres in Prozentpunkten) [Prozent]

-0,1

-0,1

-0,2

2015

Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt: tertiäre Bildung [Prozent]

1,6

1,2

1,5

2015

Öffentlicher Anteil an den Ausgaben für tertiäre Bildung [Prozent]

85

83

66

2015

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender aus dem Land [Prozent]*

4

4

2

2016

Anzahl Studierender im Tertiärbereich insgesamt [Mio.]

0,426

3,043

k.A.

2016

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender im Land [Prozent]**

7

8

6

2016

Anzahl Promovierender insgesamt

20.723

197.000

k.A.

2016

Anteil internationaler abschlussorientierter Promovierender im Land [Prozent]**

35

9

26

2016

Anteil 25- bis 34-Jähriger mit einem Abschluss im Tertiärbereich [Prozent]

47

31

44

2017

Anteil an neuen Studienabschlüssen in Mathematik, Statistik und Naturwissenschaften (Ingenieurwissenschaften) [Prozent]

5 (18)

9 (22)

6 (14)

2016

PISA-Ergebnisse: Lesen [Punktzahl (Platzierung)]

500 (18)

509 (12)

493

2015

PISA-Ergebnisse: Naturwissenschaften [Punktzahl (Platzierung)]

493 (28)

509 (16)

493

2015

PISA-Ergebnisse: Mathematik [Punktzahl (Platzierung)]

494 (24)

506 (16)

490

2015

Tabelle 3: Bildungsindikatoren

Quelle: OECD - Education at a Glance 2018, UNESCO Institute for Statistics und "OECD - PISA 2015: Ergebnisse im Fokus"

* OECD (UNESCO) registrieren nur diejenigen internationalen Studierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss im Ausland anstreben.

** OECD (UNESCO) registrieren nur diejenigen internationalen Studierenden bzw. Promovierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss in dem jeweiligen Land anstreben.

       

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Weitere Informationen
Links/Institutionen
Dokumente

FuE-Indikatoren

Indikator

Schweden

Deutschland

OECD

Stand

Nationale FuE-Ausgaben [Mio. USD*]

17.201

131.339

1.357.746

2017

FuE-Ausgabenwachstum im Vergleich zum Vorjahr [Prozent]

8,0

9,5

6,0

2017

FuE-Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) [Prozent]

3,3

3,0

2,4

2017

Anteil der FuE-Ausgaben des Staates am BIP [Prozent]

0,9

0,8

0,6

2013/16/16

Anteil der FuE-Ausgaben der Wirtschaft am BIP [Prozent]

1,9

1,9

1,5

2015/16/16

Ausgaben für FuE in Unternehmen (BERD) [Mio. USD*]

12.141

91.019

957.418

2017

Anteil der öffentlich finanzierten Ausgaben für FuE in Unternehmen (direkter Förderanteil) [Prozent]

6,1

3,2

5,3

2013/17/16

Anteil der vom Ausland finanzierten Ausgaben für FuE in Unternehmen [Prozent]

6,9

6,7

7,9

2013/17/16

Ausgaben für FuE in Hochschulen (HERD) [Mio. USD*]

4.424

22.685

233.195

2017

Anteil der unternehmensfinanzierten Ausgaben für FuE in Hochschulen [Prozent]

4,0

13,8

5,8

2015/16/16

Ausgaben für FuE in außeruniversitären öffentlichen Forschungseinrichtungen (GOVERD) [Mio. USD*]

636

17.635

135.282

2017

Anteil der unternehmensfinanzierten Ausgaben für FuE in außeruniversitären öffentlichen Forschungseinrichtungen [Prozent]

3,9

11,2

3,7

2015/16/16

Anzahl der Forschenden (Vollzeitäquivalente)

75.247

413.542

4.829.817

2017/17/16

Anzahl der Forschenden (VZÄ) je 1000 Beschäftigte

15,0

9,3

8,3

2017/17/16

Anteil der Forschenden (VZÄ) in privaten Unternehmen [Prozent]

66,9

59,7

61,8

2017/17/16

Anteil internationaler Ko-Patente an Patentanmeldungen unter dem Vertrag über Patentzusammenarbeit (PCT) [Prozent](1)

22,3

16,9

7,7

2014

Tabelle 4: Indikatoren zu Forschung und Entwicklung (FuE)

Quelle: OECD Main Science and Technology Indicators 2018/2, Stand Februar 2019

(1) OECD Patents Statistics, Stand Oktober 2017

* in laufenden Preisen, kaufkraftbereinigt

       

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In den OECD-Ländern mit überwiegend hohem Einkommen finanziert meist die inländische Wirtschaft den größten Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (OECD Gesamt 61 Prozent, Deutschland 65 Prozent). Die Anteile betragen für den Staat knapp 27 bzw. 28,5 Prozent und für das Ausland 6 Prozent (OECD Gesamt und Deutschland). Dies entspricht in etwa auch der Verteilung in Schweden. Zur Finanzierung von FuE in Schweden liegen neuere, jedoch unvollständige Daten vor. Für 2015 meldet Schweden einen Anteil der Wirtschaft von 57,3 Prozent und einen Anteil Sonstiges Inland von 4,3 Prozent. Der staatliche und der ausländische Anteil wurden zur vertraulichen statistischen Information erklärt.

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Bei der Durchführung von Forschung und Entwicklung nehmen die Unternehmen in den OECD-Ländern meist eine dominante Rolle ein (Anteile für Deutschland und OECD Gesamt liegen bei 68 und 69 Prozent). Dies gilt ebenso in Schweden.

Der OECD-Raum und in geringerem Maße auch Deutschland sind hochschulzentriert (Verhältnis von GOVERD zu HERD von etwa 40 : 60, bzw. 45 : 55). Im öffentlichen Forschungssektor in Schweden dominieren die Hochschulen noch deutlich stärker gegenüber den au-ßeruniversitären öffentlichen Forschungseinrichtungen (Verhältnis von GOVERD zu HERD von etwa 10 : 90).

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Bibliometrie

Die Verteilung der Publikationen auf Fachgebiete kann erste Hinweise auf Stärken eines Forschungssystems geben (Quelle: SCImago (2007). SJR – SCImago Journal & Country Rank. Retrieved August 8, 2017, from www.scimagojr.com, Bezugsjahr 2016). Weltweit wie in Schweden steht die Medizin mit den meisten Publikationen an erster Stelle. Der Anteil der Medizin in Schweden liegt noch deutlich über dem Durchschnitt (Schweden: 19,5 Prozent, Welt: 15,9 Prozent, Deutschland: 16,7 Prozent). Es folgen an zweiter Stelle Ingenieurwissenschaften (Schweden: 8,4 Prozent, Welt: 10,9 Prozent, Deutschland: 9,3 Prozent) und an dritter Stelle Biochemie, Genetik und Molekularbiologie (Schweden: 8,2 Prozent, Welt: 7,2 Prozent, Deutschland: 7,8 Prozent).

Eine Spezialisierung Schwedens ist vor allen Dingen in den Umweltwissenschaften festzustellen (Auswahl basierend auf Spezialisierungsindex Länderanteil/Weltanteil ≥ 1,3): Schweden 4,3 Prozent, Welt: 3,4 Prozent, Deutschland: 2,8 Prozent.

Bei einem weltweiten Vergleich der Anzahl der Publikationen liegt Schweden im Jahr 2016 insgesamt auf Rang 20. Innerhalb der einzelnen Fachgebiete erreicht Schweden die besten Platzierungen in den Sozialwissenschaften (Rang 14), gefolgt von den Geisteswissenschaften (Rang 16). In den Fachgebieten Biochemie, Genetik und Molekularbiologie, Immunologie und Mikrobiologie sowie Medizin liegt Schweden jeweils auf Rang 17.

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