StartseiteLänderEuropaTschechische RepublikZusammenfassungÜberblick zur Bildungs-, Forschungs- und Innovationslandschaft und -politik

Bildungssystem

Die amtierende Regierung unter Andrej Babiš hat als übergreifende politische Ziele eine Rentenreform, die Digitalisierung, den Kampf für tschechische Interessen in Europa und europäischen Interessen in der Welt, strategische Investitionen, eine Staatsreform und die Gewährleistung der Sicherheit definiert. Die Tschechische Republik sieht darüber hinaus die EU-Mitgliedschaft als wichtigen Pfeiler der tschechischen Außenpolitik.

Zuständig für Bildungs- und Forschungspolitik in der Tschechischen Republik ist das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport MSMT („Ministerstvo školství, mládeže a tělovýchovy“), das seit Dezember 2017 unter der Leitung des Wirtschaftswissenschaftlers Robert Plaga steht.

Im 2016 verabschiedeten Schulgesetz wurde ein obligatorisches Kindergartenjahr als Vorschule für Kinder über fünf Jahre verbindlich. Allen Kindern ab vier Jahren wird entsprechend ein Kindergartenplatz garantiert. Weiterhin wurden mit dem Gesetz Mathematik als Pflichtfach der Abiturprüfung festgelegt sowie die Aufnahmeprüfungen an weiterführende Schulen vereinheitlicht.

In der Tschechischen Republik gibt es 61 Hochschuleinrichtungen. Diese unterteilen sich in 26 öffentliche, zwei staatliche und 33 private Hochschulen. Renommierteste Vertreter unter den öffentlichen Einrichtungen sind die 1348 gegründete Karls-Universität Prag und die Mendel- sowie Masaryk-Universität Brünn. Die zwei staatlichen Hochschulen dienen Militär bzw. Polizei. Unter den privaten Einrichtungen findet sich z.B. die Skoda-Auto-Hochschule. Die Czech Rectors Conference (CRC), vertritt die Interessen der öffentlichen und staatlichen tschechischen Hochschulen. Zusätzlich ist etwa die Hälfte der privaten Hochschulen Mitglied der Rektorenkonferenz.

Im November 2019 wurde die neue tschechische Bildungsstrategie bis 2030 vorgestellt. Unter dem Titel „Hauptrichtungen der Bildungspolitik der Tschechischen Republik bis zum Jahr 2030+“ werden in dem Dokument zwei strategische Ziele und vier strategische Linien beschrieben. Die zwei übergreifenden Ziele – definiert als die zu erreichenden Werte – lauten:

  • stärker auf den Erwerb von Kompetenzen für ein aktives bürgerliches, berufliches und persönliches Leben fokussierte Bildung,
  • Verringerung der Ungleichheiten beim Zugang zu hochwertiger Bildung und Ermöglichung des maximalen Entwicklungspotenzials von Schülern und Studenten

Die vier strategischen Linien, unterteilt in jeweils ca. fünf spezifizierte Untermaßnahmen, beschreiben ergänzend die Wege und Methoden, mit denen die strategischen Ziele erfüllt werden sollen.

Für den Bereich Bildung sieht das aktuelle Regierungsprogramm u.a. die Erhöhung der Lehrergehälter, Abbau von Bürokratie in Schulen, Ausbau von Vorschulangeboten und Anpassung von Lehrplänen insb. bei Mathematik, Fremdsprachen und IKT vor. Auch soll die internationale Mobilität der Hochschulstudierenden und Wissenschaftler durch eine intensivere Teilnahme an den EU-Programmen erreicht werden.

Forschungs- und Innovationssystem

Mit Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) in Höhe von 8 Milliarden USD (kaufkraftbereinigt, Bezugsjahr 2018) belegt die Tschechische Republik im weltweiten Vergleich etwa Rang 31 (UNESCO eAtlas of –Research and Experimental Development, Gesamtausgaben für FuE). Die Tschechische Republik hat dabei die FuE-Intensität, das heißt den Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen 2008 und 2018 von 1,2 auf 1,9 Prozent gesteigert (siehe FuE-Indikatoren). 2014 wurde mit 1,97 Prozent der bisher höchste Wert erreicht, gleichzeitig mit 97 Prozent zum EU-Durchschnitt von 2,03 Prozent war dies auch die stärkste Annäherung an das europäische Vergleichsniveau (Quelle: Eurostat).

In Bezug auf die Anzahl der wissenschaftlichen Publikationen liegt die Tschechische Republik 2019 im weltweiten Vergleich ebenfalls auf Rang 31 (Quelle: SCImago. SJR – SCImago Journal & Country Rank. Data retrieved June 11, 2020, from www.scimagojr.com).

Eine bessere Platzierung erreicht das verhältnismäßig kleine Land im Global Innovation Index (GII) 2020, in dem Innovationsleistungen der Länder weitgehend unabhängig von absoluten Größenordnungen bewertet werden. Im GII liegt die Tschechische Republik als bestplatziertes osteuropäisches Land auf Rang 24 vor Polen.

Die Tschechische Republik ist eine moderne Industrienation mit langer wissenschaftlicher Tradition. Das Land, 2004 der Europäischen Union beigetreten, ist bestrebt, seine traditionellen Industriestärken und seine Wettbewerbsfähigkeit für die Zukunft durch intensivierte FuE zu erhalten und auszubauen. Laut Regierungsprogramm gilt das Augenmerk vor allem der effektiveren Verwendung öffentlicher Mittel für FuE und der transparenteren Evaluierung der Projekte.

In den vergangenen gut zehn Jahren hat die tschechische Politik auf verschiedenen Ebenen verstärkt in FuE nvestiert. So wurden die EU-Strukturmittel der Förderperiode 2007 bis 2014 dafür genutzt, neue hochmoderne Forschungsanlagen quer durch das Land zu errichten. Zwischen 2012 und 2015 wurden die Aufwendungen für FuE deutlich erhöht.

Bei der Finanzierung von FuE in Tschechien hat das Ausland einen Anteil, der weit über den Durchschnittswerten für den gesamten OECD-Raum liegt. Ein Teil der Finanzierung aus dem Ausland wird über die Europäischen Struktur- und Investitionsfonds geleistet, ein Teil von ausländischen Unternehmen, die in FuE in ihren tschechischen Niederlassungen investieren (Quelle: Srholec, M; Benedetti Fasil, C (2017): RIO Report 2016, S. 8). Bei der Durchführung von FuE wird ähnlich wie in Deutschland an den Hochschulen inzwischen etwas mehr als an den außeruniversitären Forschungseinrichtungen ausgegeben (Verhältnis 45 : 55, siehe unten).

Hochschulrankings können Hinweise auf Forschungs- und Innovationsstärke geben. Die fünf bestplatzierten tschechischen Hochschulen sind demnach: 1. Karls-Universität in Prag (401-500), 2. Masaryk-Universität in Brünn, 3. Palacký-Universität Olomouc, 4.Tomas Bata Universität in Zlin sowie 5. die Universität von Westböhmen in Pilsen (Quelle: Times Higher Education - World University Ranking 2021, "Best for Research"). In den letzten Jahren hat etwa die Hälfte der öffentlichen Hochschulen „Transfer Offices“ gegründet, seit 2014 gibt es zudem eine Online-Plattform, mit der die Hochschulen Partner für Wissenstransfer und Forschungsaufgaben gewinnen wollen.

Regional ist die Konzentration von Maschinenbau und Nanotechnologie in Brünn bedeutsam. Brünn ist auch bedeutendster Messeplatz in Mittel- und Osteuropa (jährliche Messe „MSV“). Prag ist dagegen Standort von Laser- und Biotechnologie, nicht zuletzt in Verbindung mit den Forschungsinfrastrukturen der Exzellenzzentren „ELI Beamlines“ und BIOCEV (siehe unten). Auf dem Portal Kooperation International ist ein Porträt des „Automobil-Cluster Mitteleuropa“ im Dreiländereck Slowakei – Tschechische Republik – Polen verfügbar.

Die wichtigste außeruniversitäre öffentliche Forschungseinrichtung ist mit über 8.000 Mitarbeitenden die Czech Academy of Sciences (Akademie der Wissenschaften, AV CR „Akademie věd České republiky“). Ihre Kernthematik sieht die AV in der Durchführung von Spitzen(grundlagen)forschung mit Orientierung an gesellschaftlichen Bedarfen. Die Akademie besteht seit gut 120 Jahren, als (rein) tschechische Akademie seit 1993. Präsidentin ist seit März 2017 die Biochemieprofessorin Eva Zažímalová. Seit 2014 gilt die aktuelle Forschungsstrategie „Spitzentechnologie im öffentlichen Interesse“. Für die darin verankerte stärkere Orientierung der Forschung an wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedarfen sind vierzehn Einzelprogramme definiert. Insgesamt 54 Akademie-Institute sind in den drei Forschungsgebieten („Research Areas“) (a) Mathematik, Physik und Geowissenschaften, (b) Chemie und Lebenswissenschaften sowie (c) Sozial- und Geisteswissenschaften aktiv. Die drei Forschungsgebiete sind wiederum jeweils in drei Sektionen mit durchschnittlich sechs Instituten unterteilt.

Im Rahmen der EU-Förderphase 2007-2014 ist eine moderne tschechische Forschungsinfrastruktur entstanden. Mit Hilfe von EU-Strukturfördermitteln wurden acht europäische Exzellenzzentren sowie 40 regionale Forschungszentren in Tschechien auf- bzw. ausgebaut. Die Exzellenzzentren, zumeist in Nachbar- und Trägerschaft von Hochschul- und/oder Akademieinstituten angesiedelt, forschen zu Laserphysik (ELI Beamlines, tschechische Teilanlange der Dreiländeranlage Extreme-Light-Infrastructure), Informatik mit Hilfe von Großrechneranlagen (IT4Innovations, New Technologies for the Information Society, NTIS), Gesundheit (International Clinical Research Center, FNUSA-ICRC und Central European Institute of Technology, CEITEC, Brünn), Biotechnologie/Biomedizin (Biotechnology and Biomedicine Center of the Academy of Sciences, BIOCEV), Mechanik (Centre of Excellence Telč) und Umwelt (Global Change Research Institute of the Czech Academy of Sciences, CzechGlobe, CEITEC Brünn). Von den insgesamt knapp 50 Forschungszentren sind zehn im Bereich Gesundheit/Ernährung sowie neun im Bereich Klima/Energie aktiv. Die Hälfte der Forschungszentren konzentriert sich auf Schlüsseltechnologien: Davon bilden die Werkstoffforschung mit vier und die Nanowissenschaften mit je drei Forschungszentren die größten Untergruppen.

Die Tschechische Republik verfügt über drei größere Fördereinrichtungen:

Die Czech Science Foundation (Tschechische Forschungsgemeinschaft, „Grantová agentura České republiky“, GA CR) wurde 1993 von der Tschechischen Regierung ins Leben gerufen. Ihre zwei Kernaufgaben sind die Förderung der Grundlagenwissenschaften und der internationalen Forschungskooperation.

Die Technology Agency of the Czech Republic (Technologieagentur der Tschechischen Republik, TA CR „Technologická agentura České republiky“) nimmt eine mit der Czech Science Foundation vergleichbare Rolle für die angewandte Forschung ein. Mit ihrer Etablierung 2009 wurde die bis dahin verteilte Zuständigkeit für die Förderung Angewandter Forschung gebündelt.

2014 wurde mit dem Czech Health Research Council (AZV CR) eine weitere Fördereinrichtung speziell für angewandte Gesundheitsforschung gegründet. Der Czech Health Research Council ist dem tschechischen Gesundheitsministerium unterstellt. Die Förderprogramme sind im langfristig angelegten Programm für Angewandte Medizinische Forschung 2015-2022 verankert.

Die Förderagentur CzechInvest fördert Investitionen ausländischer Unternehmen in der Tschechischen Republik, auch für die Durchführung von Forschung und Innovation. Die Agentur betreibt außerdem ein Portal zu Forschung und Entwicklung mit allen wichtigen Informationen zur Tschechischen Republik.

Die Verteilung der tschechischen wissenschaftlichen Publikationen auf Fachgebiete zeigt, dass im Vergleich zur weltweiten Verteilung die Anteile der Medizin derzeit etwas geringer sind, während die Ingenieurwissenschaften in der Tschechischen Republik höhere Anteile haben (siehe nächster Abschnitt).

Wichtigstes Gremium zur Vorbereitung von Regierungsentscheidungen zur Forschungs- und Innovationspolitik ist der Research, Development and Innovation Council (Rat für Forschung, Entwicklung und Innovation, RVVI „Rada pro výzkum, vývoj a inovace“), der sich – unter Vorsitz des Ministerpräsidenten – aus Vertreterinnen und Vertretern von Hochschulen und der Czech Academy of Sciences zusammensetzt. Der Rat stellt Jahresbudgets für Forschung und Entwicklung auf, veröffentlicht Analysen und Evaluationen, wie zum Beispiel den jährlichen Bericht „Analysis of the Existing State of RDI in the CR and a Comparison with the Situation Abroad“ (zuletzt 2018) und entwirft auf dieser Basis strategische Grundsatzpapiere.

Aussichtsreiche Entwicklungsrichtungen für Forschung und Innovation waren 2014 im Rahmen der Erstellung der Nationalen Strategie für Intelligente Spezialisierung (Nationale RIS3-Strategie) abgestimmt worden. Demnach sind überdurchschnittliche Wachstumschancen in den Bereichen Herstellung von Transportmitteln, Maschinenbau, Elektronik/Elektrische Anlagen, IKT und Stromerzeugung zu erwarten. Forschungsstärken finden sich auf Basis internationaler Publikationsparameter in Photonik, Neuen Materialien und Nanotechnologien.

Die EU-Strukturfördermittel wurden auch in der Phase von 2014-20 weiterhin für Bildung und Forschung genutzt (Operationelles Programm (OP) für Forschung, Entwicklung und Bildung 2014-2020). Drei Interventionsbereiche waren definiert:

  • Förderung der Gleichberechtigung und Qualität in der Bildung,
  • Entwicklung besserer Qualifikationen für den Arbeitsmarkt,
  • Stärkung der Kapazität für hochwertige Forschung und des Nutzens für die Gesellschaft.

Die Prioritätsachsen dieses „OP VVV“ lauteten entsprechend auf:

  • Stärkung der Kapazitäten für die Qualität der Forschung,
  • Entwicklung der Hochschulen und der Humanressourcen für Forschung und Entwicklung,
  • Gleicher Zugang zu hochwertiger vorschulischer, Primar- und Sekundarbildung.

Anfang 2019 hat die tschechische Regierung eine längerfristige Innovationsstrategie beschlossen, die bis 2030 gelten bzw. umgesetzt werden soll. Unter dem Titel „Das Land für die Zukunft“ setzt sich die Tschechische Republik das Ziel, 2030 zu den Innovationsführern in Europa zu gehören. So soll bis 2030 die FuE-Quote am BIP von 3,0 % erreicht sein. Die Tschechische Republik sieht sich dank einer Kombination von industriellen Traditionen, Forschungshintergrund und unternehmerischen Fähigkeiten bestens gerüstet, dieses Ziel zu erreichen.

Die Strategie unterteilt sich in neun thematische Pfeiler, u.a.:

  • FuE – Finanzierung und Evaluierung von Forschung und Entwicklung
  • Technologie – Polytechnische Bildung
  • Start-ups – Nationale Start-up- und Spin-off-Entwicklung
  • Digitalisierung – Digitaler Staat, digitale Produktion und Dienstleistungen
  • Exzellenz – Innovations- und Forschungszentren

Jeder dieser Pfeiler benennt die Anfangssituation, die Einzelziele und Wege bzw. Werkzeuge zur Zielerreichung.

In Verknüpfung mit der Innovationsstrategie und dem anlaufenden EU-Förderzeitraum 2021 bis 2027 wurde das Strategiedokument zur Nationalen FuEuI-Politik 2021+ (NP VaVaI 2021+) im Herbst 2020 verabschiedet. Als strategisch zentrale Schlüsselbereiche für gezielte Weiterentwicklungen sind darin genannt:

  • Management und Finanzierung des FEI-Systems,
  • Motivation für Forschungskarrieren und Entwicklung des Potenzials der Forschungstätigen,
  • Qualität und internationale Exzellenz in FuE,
  • Zusammenarbeit zwischen Forschungs- und Anwendungssphären,
  • Innovationspotenzial der Tschechischen Republik.

Die Strategie unterteilt 28 Aktionsfelder, die zu mehreren der Ziele bzw. Unterziele beitragen. Pro Aktionsfeld werden verantwortliche Institutionen und Zeitvorgaben für die Umsetzung benannt.

Im Zusammenhang mit der Innovationsstrategie 2019-2030 steht auch die Nationale Künstliche-Intelligenz-Strategie vom Oktober 2019. In sieben Kapiteln wird das strategische Ziel „Digitaler Staat“ weiter ausdifferenziert, übergreifende Zielrichtungen sind eine sichere und verantwortliche KI, die die Tschechische Republik zum Modellland für und Innovationsführer in Europa macht, Chancen gerade bei KMUs und Start-ups verortet und KI in den Dienst der wirtschaftlichen Entwicklung für die gesamte Gesellschaft stellt. Die Förderung von KI wird als eingebettet in europäische Initiativen beschrieben. Die Einzelkapitel lauten z.B.

  • Förderung und Konzentration von FuE
  • KI in Industrie, Dienstleistung und öffentlicher Verwaltung
  • Auswirkungen auf Arbeitsmarkt und Sozialsystem
  • Internationale Kooperation

Ähnlich der Struktur der Innovationsstrategie werden die Kapitel in Verantwortlichkeiten, Ausgangssituation, Ziele und Instrumente unterteilt. Außerdem werden die Ziele in ihrem Zeithorizont gestaffelt (kurzfristig bis 2021, mittelfristig bis 2017, langfristig bis 2035) gestaffelt.

Indikatoren für Bildung

Indikator

Tschechische Republik

Deutschland

OECD-Gesamt

Stand

Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt: Bildung insgesamt [Prozent]

3,6

4,2

4,9

2017

Wachstum des Bildungsanteils am BIP (Differenz des BIP-Bildungsanteils zu dem des Vorjahres in Prozentpunkten) [Prozent]

0,1

0,0

-0,1

2017

Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt: tertiäre Bildung [Prozent]

0,9

1,2

1,4

2017

Öffentlicher Anteil an den Ausgaben für tertiäre Bildung [Prozent]

73

83

68

2017

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender aus dem Land [Prozent]*

4

4

2

2018

Anzahl Studierender im Tertiärbereich insgesamt [Mio.]

0,329

3,128

65,411

2018

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender im Land [Prozent]**

14***

10

6

2018

Anzahl Promovierender insgesamt

22.457

200.400

1.566.558

2018

Anteil internationaler abschlussorientierter Promovierender im Land [Prozent]**

18***

12

22

2018

Anteil 25- bis 34-Jähriger mit einem Abschluss im Tertiärbereich [Prozent]

33

33

45

2019

Anteil an neuen Studienabschlüssen in Mathematik, Statistik und Naturwissenschaften (Ingenieurwissenschaften) [Prozent]

6 (15)

9 (21)

5 (14)

2018

PISA-Ergebnisse: Lesen [Punktzahl (Platzierung)]

490 (25)

498 (20)

487

2018

PISA-Ergebnisse: Mathematik [Punktzahl (Platzierung)]

499 (22)

500 (20)

489

2018

PISA-Ergebnisse: Naturwissenschaften [Punktzahl (Platzierung)]

497 (21)

503 (15)

489

2018

Tabelle 3: Bildungsindikatoren

Quelle: OECD - Education at a Glance 2020, OECD.Stat (Stand September 2020) und "OECD - PISA 2018: Ergebnisse im Fokus"

* OECD (UNESCO) registrieren nur diejenigen internationalen Studierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss im Ausland anstreben.

** OECD (UNESCO) registrieren nur diejenigen internationalen Studierenden bzw. Promovierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss in dem jeweiligen Land anstreben.

*** Statt auf internationale (d.h. bei im Ausland erworbener Hochschulzugangsberechtigung ohne Berücksichtigung der Staatsangehörigkeit) bezieht sich diese Angabe auf ausländische Studierende bzw. Promovierende.

       

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Weitere Informationen
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Dokumente

FuE-Indikatoren

Indikator

Tschechische Republik

Deutschland

OECD

Stand

Nationale FuE-Ausgaben [Mio. USD*]

8.911

147.502

1.560.968

2019

FuE-Ausgabenwachstum im Vergleich zum Vorjahr [Prozent]

7,3

3,8

5,7

2019

FuE-Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) [Prozent]

1,9

3,2

2,5

2019

Anteil der FuE-Ausgaben des Staates am BIP [Prozent]

0,7

0,9

0,6

2019/18/18

Anteil der FuE-Ausgaben der Wirtschaft am BIP [Prozent]

0,7

2,1

1,5

2019/18/18

Ausgaben für FuE in Unternehmen (BERD) [Mio. USD*]

5.493

101.747

1.112.817

2019

Anteil der öffentlich finanzierten Ausgaben für FuE in Unternehmen (direkter Förderanteil) [Prozent]

6,8

3,1

4,9

2019/18/18

Anteil der vom Ausland finanzierten Ausgaben für FuE in Unternehmen [Prozent]

33,6

6,3

8,6

2019/18/18

Ausgaben für FuE in Hochschulen (HERD) [Mio. USD*]

1.942

25.528

258.395

2019

Anteil der unternehmensfinanzierten Ausgaben für FuE in Hochschulen [Prozent]

3,8

13,5

6,2

2019/18/18

Ausgaben für FuE in außeruniversitären öffentlichen Forschungseinrichtungen (GOVERD) [Mio. USD*]

1.451

20.227

151.334

2019

Anteil der unternehmensfinanzierten Ausgaben für FuE in außeruniversitären öffentlichen Forschungseinrichtungen [Prozent]

3,6

9,9

3,5

2019/18/18

Anzahl der Forschenden (Vollzeitäquivalente)

42.500

449.464

5.347.423

2019/19/18

Anzahl der Forschenden (VZÄ) je 1000 Beschäftigte

7,8

9,9

8,9

2019/19/18

Anteil der Forschenden (VZÄ) in privaten Unternehmen [Prozent]

51,1

60,7

63,6

2019/19/18

Anteil internationaler Ko-Patente an Patentanmeldungen unter dem Vertrag über Patentzusammenarbeit (PCT) [Prozent](1)

44,8

16,6

7,7

2017

Tabelle 4: Indikatoren zu Forschung und Entwicklung (FuE)

Quelle: OECD Main Science and Technology Indicators 2020/2, Stand März 2021

(1) OECD Patents Statistics, Stand Juli 2020

* in laufenden Preisen, kaufkraftbereinigt

       

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FuE-Finanzierung

In den OECD-Ländern mit überwiegend hohem Einkommen finanziert meist die inländische Wirtschaft den größten Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (OECD Gesamt 62 Prozent, Deutschland 66 Prozent). Die Anteile betragen für den Staat 25 bis 28 Prozent und für das Ausland etwa 6 bis 7 Prozent (OECD Gesamt und Deutschland).

Tschechien hat seit dem Jahr 2000 eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Damals betrug der Anteil der inländischen Wirtschaft über 50 Prozent und der Anteil des Staates lag bei über 40 Prozent.  Inzwischen hat sich eine Verschiebung hin zum Ausland ergeben, das nach den neuesten Daten knapp ein Drittel der tschechischen FuE-Ausgaben finanziert. Dies zählt zu den Spitzenwerten in der OECD und wird nur von Israel übertroffen. Ein Teil der Finanzierung aus dem Ausland wird über die Europäischen Struktur- und Investitionsfonds geleistet, ein Teil von ausländischen Unternehmen, die in Forschung und Entwicklung in ihren tschechischen Niederlassungen investieren (Quelle: Srholec, M; Benedetti Fasil, C (2017): RIO Report 2016, S. 8).

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FuE-Durchführung

Bei der Durchführung von Forschung und Entwicklung nehmen die Unternehmen in den OECD-Ländern meist eine dominante Rolle ein (Anteile für Deutschland und OECD Gesamt liegen bei 69 und 71 Prozent). Die Unternehmen in der Tschechischen Republik erreichten 2017 wieder Anteile über 60 Prozent, nachdem die Werte seit 2004 stark zurückgegangen waren.

Im öffentlichen Sektor sind der OECD-Raum und in geringerem Maße auch Deutschland hochschulzentriert (Verhältnis von GOVERD zu HERD von etwa 35 : 65 bzw. 45 : 55).In der Tschechischen Republik sind die Hochschulen inzwischen ebenfalls bei einem Verhältnis von 45 : 55 leicht im Vorteil. Hintergrund ist ein Bedeutungszuwachs der Hochschulen auf Kosten der außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Im Jahr 2000 betrug das Verhältnis von GOVERD zu HERD in der Tschechischen Republik noch etwa 65: 35.

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Bibliometrie

Die Verteilung der Publikationen auf Fachgebiete kann erste Hinweise auf die Stärken eines Forschungssystems geben (Bezugsjahr 2016, (Quelle: SCImago (2007). SJR – SCImago Journal & Country Rank. Retrieved August 8, 2017, from http://www.scimagojr.com)).

Weltweit liegt die Medizin (Welt: 15,9 Prozent, Deutschland: 16,7 Prozent) deutlich vor den Ingenieurwissenschaften an der Spitze (Welt: 10,9 Prozent, Deutschland: 9,3 Prozent). In der Tschechischen Republik haben die Ingenieurwissenschaften mit 12,4 Prozent allerdings noch etwas höhere Anteile als die Medizin, die mit 11,9 Prozent erst an zweiter Stelle folgt.

Eine Spezialisierung der Tschechischen Republik ist in folgenden Fachgebieten festzustellen (Auswahl basierend auf Spezialisierungsindex Länderanteil/Weltanteil ≥ 1,3):

  • Agrar- und Biowissenschaften (7,5 Prozent, Welt: 5 Prozent, Deutschland: 4,4 Prozent);
  • Materialwissenschaften (7,7 Prozent, Welt und Deutschland: 6 Prozent).

Bei einem weltweiten Vergleich der Anzahl der Publikationen nimmt Tschechien im Jahr 2016 insgesamt Rang 27 ein. Innerhalb der einzelnen Fachgebiete erreicht Tschechien mit Rang 24 die beste Platzierung in den Agrar- und Biowissenschaften, den Materialwissenschaften sowie den Ingenieurwissenschaften.

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