Internationale Programmatik: Vereinigtes Königreich (Großbritannien)

  1. Strategien und Programme
  2. Internationale Präsenz
  3. Ergebnisse von Evaluierungen

Strategien und Programme

Für die internationale Bildungszusammenarbeit sind verschiedene Ministerien zuständig. Die britischen Hochschulen werden bei ihrem erfolgreichen Werben um internationale Studierende  (Study UK Portal) durch den weltweit operierenden British Council und durch Universities UK International (UUKi), einen Zweig des Hochschulverbandes Universities UK, unterstützt und beworben. Ein weiteres wichtiges Gremium, das sowohl Hochschulen als auch internationale Studierende selbst unterstützt, ist der UK Council for International Student Affairs (UKCISA). Das Außenministerium hat für Studierende und Forschende aus Entwicklungsländern eine eigene Förderlinie (Chevening). Außerdem vergeben je nach Herkunftsland das Ministerium für Entwicklungszusammenarbeit (Department for International Development, DFID) und das Bildungsministerium über die Commonwealth Scholarship Commission (CSC) Stipendien an Studierende und Forschende aus den Mitgliedsländern des Commonwealth. Unter einer neuen internationalen Bildungsstrategie, die die Regierung im März 2019 ankündigte, soll die Anzahl der internationalen Studierenden mit Hilfe eines Maßnahmenkatalogs bis 2030 auf 600.000 gesteigert werden. Geplant ist, Anreize für internationale Studierende zu schaffen, etwa durch einen verlängerten Arbeitsaufenthalt nach dem Studium, verbesserte Visaverfahren und Unterstützungsangebote bei der Arbeitssuche.

Federführend für internationale Kooperation in Forschung und Entwicklung (FuE) ist das Wirtschaftsministerium (BEIS), das über die CSC Förderung für Postdocs bereitstellt. Das BEIS kündigte in der Industriestrategie an, eine eigene Internationalisierungsstrategie für Forschung und Innovation in Abstimmung mit der Dachorganisation UKRI zu entwickeln. Bei internationalen bilateralen Abkommen wird eine aktivere Rolle angestrebt (siehe unter Auswahl an Regierungs- und Ressortabkommen mit Partnerländern).

Unterhalb der Regierungsebene sind die Forschungsräte aktiv (Überblick zu den international orientierten Förderangeboten). Traditionell spielt die Zusammenarbeit mit den USA unter Abkommen, die die einzelnen Forschungsräte mit der National Science Foundation (NSF) geschlossen haben, eine wichtige Rolle. Inzwischen wird durch die neue Dachorganisation UKRI ein stärker koordinierter internationaler Ansatz angestrebt.

Aktuelle internationale Förderbekanntmachungen mit britischer Beteiligung können auf einer Webseite von Universities UK International (UUKi) aufgerufen werden.

Die britische Regierung hat in den letzten beiden Jahren durch die Einrichtung von drei neuen Förderlinien ihr Interesse an internationaler Mobilität und Kooperation unterstrichen.

  • Dazu gehören der mit 100 Mio. GBP ausgestattete Ernest Rutherford Fund (Pressemitteilung 2017), mit dessen Hilfe talentierter wissenschaftlicher Nachwuchs ins Land gelockt werden soll.
  • Research England unterstützt mit 4 Mio. GBP englische Hochschulen beim Ausbau strategischer Forschungskooperationen (International Investment Initiative, I3).
  • Im Januar 2019 wurde der bereits in der Industriestrategie angekündigte Kooperationsfonds (Fund for International Cooperation, FIC) im Umfang von 110 Mio GBP vorgestellt, aus dem bereits seit 2018 FuE-Vorhaben finanziert werden. Die Laufzeit endet 2021 und die Vergabe der Mittel erfolgt über die Forschungsräte und Innovate UK. Schwerpunktländer sind derzeit Australien, Kanada, Israel, Japan, China, die USA, Irland, Südkorea und Singapur  (Überblick über FIC-Projekte Stand Januar 2019 sowie externe Einschätzung durch Universities UK International (UUKi)).

Weiterhin gibt es zwei Förderlinien, mit deren Hilfe das Vereinigte Königreich (Großbritannien) seiner Selbstverpflichtung nachkommt, 0,7 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Entwicklungszusammenarbeit zu investieren:

  • Dies sind zum einen der Newton Fund, der 2014 eingerichtet wurde und der nach aktuellen Planungen bis 2021 laufen wird. Unter dem Fonds werden für die Kooperation mit 17 großen Schwellenländern (Überblick Partnerländer, darunter Brasilien, Indien, China und Südafrika) insgesamt 735 Mio. GBP zur Verfügung gestellt, welche die Partnerländer durch eigene Mittel ergänzen.
  • Um die Bewältigung globaler Herausforderungen in Entwicklungsländern zu unterstützen, investiert das Vereinigte Königreich seit Ende 2015 1,5 Milliarden GBP unter dem Global Challenges Research Fund (GCRF).

Die Vergabe der Mittel erfolgt jeweils durch eine Reihe von Partnerorganisationen („UK delivery partners“), darunter die Forschungsräte des UKRI und der Royal Society.

Nach oben

Internationale Präsenz

Das Vereinigte Königreich (Großbritannien) nutzt für den Aufbau und die Pflege von Kontakten vor Ort das Science and Innovation Network (SIN), das über 100 Vertreterinnen und Vertreter in etwa 40 Ländern umfasst, die überwiegend an den britischen Botschaften postiert sind. Das britische Außenministerium und das Wirtschaftsministerium (BEIS) finanzieren SIN gemeinsam.

Das indische Department für Biotechnologie (DBT) hat gemeinsam mit der privaten gemeinnützigen Organisation Wellcome Trust 2015 eine eigene Fördereinrichtung für biomedizinische Forschung in Indien („The Wellcome Trust/DBT India Alliance“) gegründet.

Die Dachorganisation der Forschungsräte UKRI verfügt über Auslandspräsenzen in Washington DC (UKRI USA), Peking (UKRI China) und Neu-Delhi (UKRI India), die bereits ihre Vorgängerin Research Councils UK (RCUK) eingerichtet hatte. Auch in Brüssel ist UKRI durch das UKRO Research Office vertreten.

Nach oben

Ergebnisse von Evaluierungen

Die bereits erwähnte Studie zur Leistungsfähigkeit des britischen Forschungssystems im internationalen Vergleich („International comparative performance of the UK research base, 2016”) bewertete anhand von bibliometrischen Daten auch die internationale Mobilität von Forschenden und die internationalen Ko-Publikationen des Vereinigten Königsreichs. Dabei fiel die Bilanz 2017 durchweg positiv aus. Auffällig ist, dass sich ein großer Prozentsatz der wissenschaftlichen Autorinnen und Autoren nur kurzzeitig im Lande aufhält, dabei aber sehr produktiv ist.

Ende 2018 wurde anlässlich der formellen Eröffnung von UKRI India auch eine Bilanz zur britisch-indischen Forschungskooperationen gezogen, nachdem zehn Jahre zuvor der Vorgänger von UKRI, Research Councils UK (RCUK), eine Präsenz in Indien eröffnet hatte. In dem Zeitraum von 2008-18 wurden mehr als 300 Mio. GBP in britisch-indische Forschungsprojekte investiert, und das Vereinigte Königreich konnte seine Position als Kooperationspartner Indiens von Rang 4 auf Rang 2 verbessern (Pressemitteilung).

 

Nach oben

Eine Initiative vom

Projektträger