Kurzprofil

Der Ballungsraum Tokio umfasst das größte zusammenhängende urbane Gebiet der Erde.

Aufgrund besonderer japanischer Verwaltungskriterien existieren verschiedene Definitionen der Tokio / Kanto Region, die sich teilweise sehr stark voneinander unterscheiden. Im vorliegenden Porträt sollen die beiden gebräuchlichsten Definitionen der Metropolregion Tokio und der Kanto Region verwendet werden:

Die Metropolregion Tokio (oder dem "Tokio Megaplex") ist ein Ballungsraum, der sich über etwa 13.500 km² erstreckt und 27 Städte mit jeweils mehr als 200.000 Einwohnern umfasst. Im Ballungsraum leben mehr als 35 Mio. Menschen (ca. 30% aller Japaner). Die vier Präfekturen Tokio, Saitama, Kanagawa und Chiba begrenzen das Kerngebiet des Clusters.

Umschlossen wird die Metropolregion von der Kanto-Region, einer Region auf der größten japanischen Insel Honshū. Der Norden Kantos besteht aus den Präfekturen Gunma, Tochigi und Ibaraki und ist eher ländlich; die Präfekturen Tokio, Saitama, Kanagawa und Chiba sind in erster Linie vom Ballungsraum Tokio geprägt. Die Kanto-Region erstreckt sich über insgesamt ca. 33 Tsd. km² und ist somit in der Größe vergleichbar mit Nordrhein-Westfalen. In der Region leben 42,4 Mio. Menschen, annähernd 40% der gesamten Wirtschaftsleistung Japans sind hier situiert.

Die Metropolregion Tokio ist das industrielle Zentrum Japans und ein Produktionsstandort mit hoher Diversifizierung. Geographisch konzentriert sich die Schwerindustrie in Chiba, Kawasaki und Yokohama, währenddessen sich Tokio gerade durch die Ansiedlung von Leichtindustrie auszeichnet.

Gleichzeitig ist Tokio das Management- und Finanzzentrum Japans; im Geschäftsviertel Marunouchi, dem Zentrum des japanischen Bankenwesens, haben viele japanische Unternehmen ihre Hauptzentralen. Auch zahlreiche ausländische Unternehmen unterhalten Zweigniederlassungen in Tokio; ca. 75% (ca. 2300) aller ausländischen Unternehmen in Japan errichten ihren Stützpunkt in Tokio.

Eine weitere wichtige Metropole der Tokioer Bucht ist Yokohama, rund 30 km von Tokio entfernt. Bedeutende Unternehmen hier sind Fujitsu, Panasonic, Samsung, Bridgestone, Hitachi und Nissan. Zu den wichtigsten Innovationsfeldern im Cluster gehören Biotechnologie, Umwelttechnologien und Informations- und Kommunikationstechnologie, diese Felder werden mithilfe von Sonderwirtschaftszonen („Special Comprehensive Zones“) gezielt gefördert (siehe Kapitel  „Thematische Stärkefelder“). Der Bereich zwischen Yokohama (Stärken in IKT und Biotechnologie) und Tokio ist Japans größtes Industriegebiet.

Internationale Anziehungskraft

Tokio gilt als größte Metropolregion der Welt. Studien, in denen die gesamten Wissens- und Innovationskapazitäten und die Hochschulbildung untersucht werden – wie beispielsweise der Global Cities Index (in dem Tokio 2014 den vierten Rang belegte) und das Ranking Cities of Opportunity (Platz zehn 2012) – bewerten Tokio insgesamt stark. Im Human Development Report 2013 belegt Japan Rang zehn. Im CNN Money Global 500 Ranking der weltgrößten Unternehmen 2013 sind 45 Unternehmen aus Tokio vertreten.

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In der von 2thinknow veröffentlichten Rangliste Innovation Cities Global Index 2012-2013 belegte Tokio den 25. Rang.

Tokio gilt überdies als eines der bedeutendsten Finanzzentren der Welt. Im Global Financial Centres Index (GFCI) 15 aus dem März 2014, der von der Z/Yen Group erstellt und halbjährlich von der City of London Corporation veröffentlicht wird, belegte Tokio den sechsten Rang und verlor damit einen Platz im Vergleich zum GFCI 14. Tokio wird im GFCI als "relativ breit aufgestellter Finanzplatz mit weltweiter Bedeutung" geführt.

Mit Beginn des Jahres 2013 fusionierten die Tokyo Stock Exchange und die Osaka Stock Exchange. Unter dem Namen Japan Exchange Group entstand so der weltweit drittgrößte Handelsplatz nach NYSE Euronext (New York) und der NASDAQ. Die Fusion steht im Einklang mit dem strategischen Ziel, Tokios Profil als "Asia Headquarter" zu stärken.

Zu den wichtigsten Messen im Cluster gehört die jährlich im Frühjahr stattfindende International Nanotechnology Exhibition & Conference nanotech-Messe, die 2014 an nur drei Tagen 45.000 Besucher anzog. Für Fachleute aus dem Bereich erneuerbarer und intelligenter Energie findet alljährlich die World Smart Energy Week in Tokio und Osaka statt.

Zu den weiteren regelmäßigen Messen im Cluster zählen:

Auch die Bio Japan, die Leitmesse im Bereich Biotechnologie in Asien, findet jährlich statt. 2013 haben bereits über 12.000 Entscheidungsträger an der Messe teilgenommen.

Eine bedeutende Messe für den Bereich IKT stellt Interop in Tokio dar, die seit über 20 Jahren jährlich in vier verschiedenen Städten (Mumbai, New York, Las Vegas und Tokio) weltweit stattfindet.

Ausländische Finanzdirektinvestitionen hatten in Japan bislang einen weniger hohen Stellenwert als in anderen G8-Staaten, erst in jüngster Zeit ist ihre Bedeutung gestiegen. Das Ziel lautet: Den Anteil der FDIs am GDP Japans binnen fünf Jahren zu verdoppeln, bis 2020 will Premierminister Abe die Direktinvestitionen ausländischer Unternehmen in ganz Japan auf 35 Billionen Yen steigern und damit den momentanen Wert verdoppeln. Bislang fehlt eine detaillierte Studie zum Strom von Finanzdirektinvestitionen nach Japan.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Metropolregion Tokio betrug 2012 1.065 Bio. USD, der Anteil am nationalen BIP lag somit bei 33 Prozent, das Pro-Kopf-BIP in Tokio bei ca. 41.400 USD.

Das Bruttoinlandsprodukt der gesamten Kanto-Region liegt bei ca. 2.306 Mrd. USD, womit dieses ungefähr mit dem BIP des Vereinten Königreiches gleichauf liegt (ca. 2.400 Mrd. USD in 2012). Die Kanto-Region allein repräsentiert ca. 40 % der gesamten Wirtschaftskraft Japans. In Tokio leben ca. 390.000 Ausländer aus ca. 180 Staaten.

Viele der wichtigsten japanischen Häfen liegen in der Bucht von Tokio, wie beispielsweise die Häfen von Tokio, Kawasaki, Chiba und Yokohama. Ein wichtiges Verkehrszentrum des Clusters ist zudem der Haneda Airport.

Die Keihin Industrial Zone und die Keiyo Industrial Zone sind die zwei größten Industriezonen Japans und liegen beide im Clustergebiet entlang der Küste der Bucht von Tokio. Die Keiyō Industrial Zone (die auch unter den Namen „Keiyō Industrial Region“, „Keiyō Industrial Area“ oder „Keiyō Industrial Belt“ bekannt ist) liegt an der Nordostküste der Bucht von Tokio, erstreckt sich über ein Gebiet von 4.700 ha und verbindet acht Städte miteinander. Die Schwerpunkte der Keiyo Industrial Zone liegen in der Stromerzeugung, der Petrochemie, dem Erdöl, im Schiffsbau, in der Logistik, der Schifffahrt und der Stahlindustrie.

Die Keihin Industrial Zone erstreckt sich auf 4.400 ha von der Nordküste der Tokio-Bucht ins Landesinnere hinein und umschließt die gesamte Metropolregion Tokio und Teile der Kanagawa-Präfektur. Das Zentrum der Zone ist das Hafengebiet Yokohama und Kawasaki.

Die Internationalisierung des Clusters wird zunehmend vorangetrieben. Beispiele hierfür sind u.a.:

  • Das Research Center for Advanced Science and Technology der University of Tokyo (RCAST) und das Center for Revolutionary Solar Photoconversion in Denver, Colorado haben im März 2013 ein Kooperationsabkommen geschlossen. Die Unterzeichnung ging einher mit der Einrichtung einer direkten Fluglinie zwischen Denver und Tokio und dem Besuch hochrangiger Vertreter der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik Colorados in Tokio.
  • Eine Handelsdelegation des Branchenverbands BIOCOM aus dem Biotech Cluster San Diego besuchte im Juni 2013 Yokohama. Yokohama und San Diego verbinden seit mehr als einem halben Jahrhundert enge Beziehungen in Form einer Städtepartnerschaft, bereits Anfang der 2000er vereinbarten beide Städte eine Biotech – Kooperation.
  • Im Februar 2014 besuchte eine Delegation des Wirtschaftsministeriums Nordrhein-Westfalen um Wirtschaftsminister Garrelt Duin Tokio und Fukushima; weitere Kooperationen zwischen Nordrhein-Westfalen und Japan wurden in den Bereichen Medizintechnologie und Gesundheitswirtschaft beschlossen.
  • Ein weiteres Beispiel für die institutionalisierte internationale Kooperation im Bereich der Wirtschafts- und Handelsförderung ist die Japan-America Society of Yokohama.

Thematische Stärkefelder

Die japanische Regierung ernennt seit einiger Zeit "Comprehensive Special Zones" (jap.: sogo tokku), zum einen die "Comprehensive Special Zones for International Competitiveness" als auch die "Comprehensive Special Zones for Local Revitalization". Ein entsprechendes Gesetz wurde im Einklang mit der japanischen Wachstumsstrategie im Juni 2011 verabschiedet, das für die Sonderwirtschaftszonen zur Förderung internationaler Wettbewerbsfähigkeit ("Comprehensive Special Zones for International Competitiveness") unter anderem Steuervergünstigungen und andere regulative Maßnahmen vorsieht. Nach dem Erdbeben 2011 und der damit verbundenen Nuklearkatastrophe von Fukushima kreierte die Regierung einen dritten Typ von Sonderwirtschaftszone, die "Reconstruction Special Zones". Diese Sonderzonen finden sich vor allem in den vom Erdbeben zerstörten Gebieten.

Die "Comprehensive Special Zones" werden durch sog. "National and Local Councils" gefördert: insbesondere sollen so Kooperationen zwischen kommunalen und nationalen politischen Akteuren unterstützt werden.

In der Region Kanto existieren insgesamt drei "Comprehensive Special Zones for International Competitiveness" und vier "Comprehensive Special Zones for Local Revitalization":

Comprehensive Special Zones for International Competitiveness:

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"Tsukuba": Promotion of Life Innovation and Green Innovation by integration of science and technology in Tsukuba (Präfektur Ibaraki, Stadt Tsukuba)

In Tsukaba werden Innovationen in Umwelttechnik und Life Science gefördert, federführende Akteure sind hier das Ibaraki Prefectural Government, die City of Tsukuba und die University of Tsukuba. Die Kooperation zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik soll forciert werden. Das auf fünf Jahre angelegte Projekt mit vier Einzelprojekten (Entwicklung neuer Krebsbehandlungsmethoden, Entwicklung von Pflegerobotern, praktische Nutzung von Algenbiomasse und die Entwicklung zu einem globalen Zentrum für Nanotechnologie) soll Leuchtturmcharakter für ganz Japan entwickeln und bietet den Unternehmen steuerliche Vergünstigungen und vereinfachte Rahmenbedingungen.

"Asia Head Quarter Tokyo" (Tokio)

Zentral für das 2011 implementierte Projekt "Asia Head Quarter Tokyo" ist die Ansiedlung asiatischer Unternehmen von Weltrang in Tokio, um Japans Hauptstadt so zum wirtschaftlichen Zentrum Asiens auszubauen. Begleitet werden die politischen Maßnahmen von der Förderung der Fremdsprache Englisch in der Metropolregion Tokio, um ausländischen Unternehmen den Zugang zu erleichtern: An Sekundarschulen in der Region wird mehr Englisch unterrichtet, die Fremdsprachenkompetenzen von Anwaltskanzleien, Wirtschaftsprüfungsunternehmen, Restaurants, Krankenhäusern etc. werden gefördert.

Die Ziele des Projekts bis 2016:

  • Zahl der zu werbenden Unternehmen: über 500 ausländische Unternehmen inkl. 50 Unternehmen, die ihre Unternehmens- bzw. F&E-Zentralen in Asien errichten.
  • Zielbranchen:  IT, Medizin, Chemie, Elektronik, Präzisionsmaschinenbau, Luftfahrt, Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Content- und Kreativwirtschaft

"Life Innovation in Keihin coastal areas" (Kanagawa Präfektur, Yokohama City, Kawasaki City)

Steigende Gesundheitskosten aufgrund einer überalternden Gesellschaft, sogenannte "Zivilisationskrankheiten" und die erhöhte Verbreitung von Infektionskrankheiten: Diese Probleme sollen in den "Life Innovation in Keihin coastal areas" leuchtturmhaft gelöst werden. Lösungsansätze werden in einer individualisierten medizinischen Behandlung und in der präventiven Gesundheitsversorgung gesehen. Teil der Strategie ist darüber hinaus die Vernetzung mit Akteuren in anderen Präfekturen und auf internationaler Ebene.

Wichtige Akteure im Stärkefeld:

Yokohama City University, Riken Research, Kihara Memorial Yokohama Foundation for the Advancement of Life Science.

Für die beiden folgenden Diagramme sind die statistischen Daten für die Präfekturen Tokio, Kanagawa, Saitama und Chiba des Japan Statistical Yearbook 2014 zugrunde gelegt. Anhand der Diagramme wird deutlich, dass es sich bei der Metropolregion-Region um eine wirtschaftlich hoch diversifizierte Region handelt:

Tokio ist das Zentrum der japanischen IKT-Industrie. Knapp ein Drittel aller japanischen IKT-Unternehmen haben ihren Sitz in Tokio, insbesondere in den Stadtvierteln Akihabara und Shibuya. Die IKT-Industrie in Tokio wird dabei von kleinen und mittleren Unternehmen dominiert.

Desweiteren ist die Region um Yokohama und Tokio ein bedeutendes japanisches Zentrum der Biotechnologie (weitere biotechnologische Zentren in Japan sind die Insel Hokkaido und die Region Kansai). Ein besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung von Medikamenten und medizinischen Instrumenten.

Besonders im Bereich der Biotechnologie wurden im Cluster schon früh Querschnittsaktivitäten und Forschungskooperation zwischen Unternehmen unterschiedlicher Branchen gefördert. Beispiele hierfür liefern etwa Biosensoren (Molekularbiologie und Mikroelektronik), Bioinformatik (Molekularbiologie und Informationstechnologie) und grüne Biotechnologie (Molekularbiologie und Umweltschutz). Politische Akteure und Experten bezeichnen die Zusammenarbeit benachbarter Themenfelder mit dem Begriff "technology fusion", der einen zentralen Platz in der japanischen Technologiepolitik einnimmt.

Für die Kanto-Region spielt insbesondere das Metropolitan Bio Network Japan eine herausgehobene Rolle. Dieses existiert seit 2002 und fördert gemeinsam mit dem Kanto Bureau of Economy, Trade and Industry biotechnologische Unternehmen in der Region. Das Netzwerk vereint über 450 Mitglieder aus Industrie und Forschung. Unter anderem organisiert das Netzwerk Seminare und Workshops und fördert die Kooperation zwischen Start-Ups und großen Unternehmen.

Akteure und Netzwerke

Das METI Kanto Bureau of Economy, Trade and Industry fördert die Cluster-Bildung in der gesamten Kanto Region beispielsweise durch die Förderung der Kooperation zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik und der Förderung regionaler Innovationskapazitäten. Zuletzt geht es auch darum, die Kooperation mit Finanzierungsorganisationen zu fördern.

Das japanische Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) rief bereits 2001 und 2002 die Förderprojekte "Industrial Cluster Project" und die "Knowledge Cluster Initiative" ins Leben. Diese sind auf mehrere Entwicklungsphasen angelegt. Das Ziel besteht darin, japanische Unternehmen beim Aufbau nachhaltiger Netzwerke zu unterstützen und die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Regionen (auch Tokio) durch Innovationsförderung zu unterstützen. Derzeit befindet sich das Projekt in der dritten, abschließenden Phase, in der das selbstständige Wachstum der Cluster im Mittelpunkt steht (2011 – 2020). Finanzierungen und Risikokapitalprojekte sollen in der Zukunft unabhängiger vom Industrial Cluster Project verwirklicht werden.

Ein Beispiel für die intensive Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft liefert das Research Center für Advanced Science and Technology der University of Tokyo. Dort verfolgt man seit 2005 das Modell einer dreigliedrigen Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft: Neben dem Austausch von Forschern zwischen Wirtschaft und Wissenschaft werden somit auch die Forschungsberatung beider Seiten und die gemeinsame Anfertigung von Machbarkeitsstudien ins Zentrum gerückt. Mit den Forschungsfeldern Werkstoffe, Umwelt, Gesellschaft, Information, Barrierefreiheit und Biologie und ihren zusätzlichen interdisziplinären Forschungsprojekten bildet auch das RCAST die Stärkefelder des Clusters ab. Das RCAST unterhält Kooperationsbeziehungen mit dem Clare Hall College der University of Cambridge, dem französischen Centre national de la recherche scientifique (CNRS), der Arizona State University, dem Abu Dhabi Department of Economic Development und der United Arab Emirates University (UAE).

Das Clustergebiet ist das Zentrum der Forschung in Japan, wie sich zum Beispiel anhand der Zahl der Forschungsorganisationen in Tokio ablesen lässt.

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Speziell an Mittelständler richtet sich das Angebot des Tokyo Metropolitan Small Business Center, das Beratung in Sachen Management, geistigen Eigentumsrechten und Subventionen und Förderungen liefert.
Aus deutscher Sicht relevante Ansprechpartner sind u.a.:

Das zentrale japanische Netzwerk für den biotechnologischen Bereich ist die Japan Bioindustry Association. Der 1987 gegründete Verband unterhält weltweit Kooperationsbeziehungen mit anderen Biotech-Netzwerken, wie zum Beispiel Medicon Valley Alliance, SwedenBIO und Swiss Biotech Association.

Bildung, Qualifikation und Fachkräfte

In Japan gelten öffentliche Universitäten insgesamt als prestigeträchtiger als private Universitäten. Im Vergleich zu den Metropolregionen London, Paris oder Singapur (jeweils über 90.000) verfügt Tokio mit 40.000 über recht wenige internationale Studenten. Die ethnische und nationale Vielfalt ist in Tokio nur gering ausgeprägt. Die öffentlichen und privaten F&E-Zentren sind überwiegend mit japanischen Akademikern besetzt.

Tokio verfügt auch über weniger Hochschuleinrichtungen von Weltrang als andere, vergleichbare Metropolregionen; die wichtigste Hochschule, die Universität von Tokio, belegte im Academic Rank of World Universities 2013 den 21. Rang. Sie trägt maßgeblich zu Forschung und Innovation in den Feldern Biotechnologie und Entwicklung kohlenstoffarmer Technologien bei. An der Universität sind derzeit über 28.000 Studenten eingeschrieben, knapp 2.100 sind internationaler Herkunft (Stand: Mai 2013). Die Universität verfügt über fünf Standorte und zehn Fakultäten.

Insgesamt bestehen über 100 Kooperationsabkommen mit anderen Universitäten und ca. 250 Fakultäten weltweit. In Deutschland gibt es Kooperationsvereinbarungen der Universität Tokio u.a. mit der FU Berlin, der Humboldt Universität Berlin, der LMU München und der Ruhr-Universität Bochum.

Um die internationalen Forschungskooperationen der Universität Tokio auszuweiten, ist sie darüber hinaus Mitglied in der International Alliance of Research Universities (IARU), der Association of Pacific Rim Universities (APRU), der Association of East Asian Research Universities (AEARU) und des BESETOHA-Forums.

Die Ochanomizu Universität ist eine von zwei öffentlichen Frauenuniversitäten in Japan (die andere ist die "Nara Frauenuniversität"). Die im Tokioer Stadtteil Ochanomizu gelegene Hochschule wurde bereits 1875 gegründet und unterhält u.a. Kooperationsbeziehungen mit der Universität Wuppertal und der Universität Köln.

In der Keihin Industrial Area haben sich eine Reihe von FuE-Einrichtungen angesiedelt, wie zum Beispiel das RIKEN Yokohama Institute und die Yokohama City University International Graduate School of Arts and Sciences in Suehirocho.

Weitere höhere Bildungseinrichtungen die in den Netzwerken und Projekten des Clusters aktiv sind:

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Entwicklungsdynamik

Die Einrichtung der oben genannten japanischen Sonderwirtschaftszonen verlief bislang nicht ganz reibungslos: so stießen die geplanten Steuervergünstigungen in den Zonen auf Kritik des Finanzministeriums und Abgeordneter der Regierungspartei. Auch Deregulierungsbemühungen hinsichtlich des Arbeitsmarktes und der Landwirtschaft in den Zonen konnten bislang aufgrund von Kritik aus den Ministerien nicht vollends umgesetzt werden.

Mithilfe der umfassenden Reformen und der Anwerbung ausländischer Unternehmen soll der Anteil der ausländischen Direktinvestitionen am BIP Japans (2011: 3,7%) bis 2020 verdoppelt werden.

Als Nachfolger des Programms "Tokyo's Big Change: The 10-Year Plan (2007 – 2016)" ist im Zusammengang mit der Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2020 an Tokio das Strategiepaper "Tokyo Vision 2020" vom Tokyo Metropolitan Government präsentiert worden. Das Gesamtbudget des Programms beträgt insgesamt ca. 2,2 Billionen JPY. Zu den Schlüsselinitiativen des "2012 Action Programm for Tokyo Vision 2020" zählen:

1. eine bessere Katastrophenvorsorge für Tokio (gerade unter dem Eindruck des Erbebens 2011)
2. die kohlenstoffarme Gesellschaft mit einem hocheffizienten, unabhängigen und dezentralen Energiesystem zu etablieren
3. Grün- und Wasserflächen in der Stadt zu errichten
4. die Verkehrsinfrastruktur ausbauen, um Tokios internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten
5. die industrielle Stärke und Anziehungskraft Tokios erhöhen
6. ein Modell für eine Gesellschaft mit niedrigen Geburtenraten und einer alternden Bevölkerung zu entwickeln,
7. die Aufstiegschancen für alle zu erhöhen
8. die pädagogische Funktion des Sports zu unterstreichen.

Die oben genannten Punkte illustrieren sehr gut die gegenwärtigen Probleme der Metropolregion. Zu diesen zählen die wirtschaftlichen Folgen einer veränderten japanischen Energiepolitik nach dem Erbeben von 2011, die unter anderem zu einem kontinuierlichen Außenhandelsdefizit geführt hat. Japan und Tokio haben den demographischen Wandel als Problemfeld identifiziert, mit dem mittelfristig alle hochentwickelten Industrienationen zu kämpfen haben werden. Mittels der mit "Tokyo Vision 2020" verknüpften Projekte und der Formulierung eines zukunftsfähigen Modells soll die Metropole langfristig  auch Vorbildcharakter für andere Länder bieten.

Ein weiteres Ziel könnte darin liegen, benachbarte Wirtschaftszentren wie Osaka und Nagoya in die Metropolregion zu integrieren. Ein erster Schritt wurde im Juli 2013 getan, als sich die Aktienmärkte in Tokio und Osaka zur drittgrößten Börse der Welt zusammenschlossen. Der Erfolg dieser Pläne hängt nicht geringfügig von einer nachhaltigen politischen Stabilisierung und einer verstärkten Bürgerbeteiligung ab; zwei Trends, die gerade nach dem Erdbeben in Fukushima und bereits während der Bewerbungskampagne für die Olympischen Sommerspiele 2020 sichtbar wurden.

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Ansprechpartner

Bastian Lidzba
(Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan) 

Japan External Trade Organization (JETRO)  - Berlin
(zuständig für Unternehmen aus Nord- und Ostdeutschland)

Japan External Trade Organization (JETRO) - Düsseldorf
(zuständig für Unternehmen aus Süd- und Westdeutschland)

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