StartseiteLänderOzeanienAustralienZusammenfassungÜberblick zur Kooperation mit Deutschland

Überblick zur Kooperation mit Deutschland: Australien

Australien bietet aufgrund seiner geografischen Lage und natürlichen Gegebenheiten deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern interessante Forschungsmöglichkeiten vor allem in den Geo-, Meeres-, Polar-, Umwelt-, Klima- und Agrarwissenschaften.

Für Australien hat die Zusammenarbeit mit Deutschland in Bildung und Forschung einen hohen Stellenwert. Als Zielland für australische Studierende wie auch als Ko-Publikationsland platziert sich Deutschland unter den Top 5 (siehe vorheriger Abschnitt).

Die Zusammenarbeit im Wissenschaftsbereich reicht über Jahre zurück. Seit der Unterzeichnung des Regierungsabkommens zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ) im Jahr 1976 haben sich die Beziehungen zwischen deutschen und australischen Forschungseinrichtungen und Hochschulen sowie der Austausch von Studenten sich sehr positiv entwickelt. An zahlreichen Hochschulen und Einrichtungen in Australien sind deutsche Forschende dauerhaft oder auf Zeit beschäftigt. Viele von ihnen halten über die bilateralen Kooperationsprojekte den Kontakt nach Deutschland. Auf einer Veranstaltung in der australischen Botschaft Berlin wurde am 20. Oktober 2018 das neue Deutsch-Australische Forschungsnetzwerk (Australia-Germany Research Network) ins Leben gerufen. Ziel ist es, zunächst über LinkedIn eine Plattform zu bieten, um Forschungs- und Industriepartner sowie Förderung zu finden und neue Kooperationen anzustoßen.

2016/17 fanden zur Würdigung von 40 Jahren WTZ-Abkommen eine Reihe von Veranstaltungen und Delegationsbesuchen in Australien und Deutschland statt, u.a.:

  • Besuch einer 15-köpfigen australischen Innovationsdelegation unter Leitung von Chief Scientist Alan Finkel vom 24.-26. April 2017
  • Open Ship Day anlässlich des Aufenthalts des Forschungsschiffs Sonne im Juni 2017 in Fremantle (Perth). Mehr als 3000 Besucher wurden gezählt.
  • Vom 17.-19. November 2017 fand in Wellington das Netzwerk-Treffen der Alexander von Humboldt-Stipendiaten und Preisträger aus Neuseeland und Australien statt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt über seine internationale Abteilung Mittel für Sondierungs- und Vernetzungsaktivitäten bereit. Im Rahmen der Förderbekanntmachung 2016 „Etablierung gemeinsamer Forschungspräsenzen mit Partnern im Asiatisch-Pazifischen Raum“ sind für Australien die meisten Anträge gestellt worden (Überblick über geförderte Projekte). Seit Herbst 2017 unterstützt das BMBF sechs Projekte in den Bereichen

  • Gesundheitsforschung (Universität Bonn – University of Melbourne; Universität Heidelberg – University of Queensland),
  • Medizintechnik (Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI), Leipzig – Monash University),
  • Umwelt (DGWV Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe – Commonwealth Scientific & Industrial Research Organisation (CSIRO)) sowie
  • Energie (Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE), Freiburg – Australian National University; Fraunhofer-Institut für chemische Technologien (ICT), Pfinztal – University of New South Wales).

In den Fachabteilungen werden Kooperationsprojekte mit verschiedenen fachlichen Schwerpunkten gefördert. So unterstützt das BMBF im Rahmen der Internationalisierung von Spitzenclustern zwei Projekte zum Aufbau von Kooperationen mit australischen Partnereinrichtungen sowie ein Verbundprojekt zur Energiewende.

Der Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) weist derzeit 608 offizielle Kooperationen zwischen Deutschland und Australien aus. 181 deutsche Hochschulen kooperieren mit 43 australischen Hochschulen und 6 sonstigen Einrichtungen (Stand: 08/2019).

Internationale Mobilität von und nach Australien wird vom Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD), der Alexander-von-Humboldt Stiftung (AvH) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

2018 hat der DAAD unter eigenen Programmen Förderung für einen Aufenthalt in Australien an 984 Studierende und Graduierte (inkl. Promovierende, Statusgruppen I-III) und 192 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Hochschullehrkräfte (inkl. Post-Docs, Statusgruppe IV) aus Deutschland vergeben. In den gleichen Kategorien erhielten 130 und 80 Geförderte aus Australien eine Unterstützung des DAAD, um eine Aktivität im eigenen Land oder einen Auslandsaufenthalt zu finanzieren.

Unter dem Programm zum projektbezogenen Personenaustausch (PPP) hat der DAAD mit dem Hochschulverband Universities Australia (als Vertreter der australischen Universitäten) seit 2015 durch jährliche Förderbekanntmachungen Mobilitätsprojekte gefördert (2018: 213 Bewerbungen und 73 Projekte).

Die AvH fördert Spitzenwissenschaftlerinnen  und -wissenschaftler aller Fächer und Länder, die mit Hilfe von Forschungsstipendien und -preisen in Deutschland tätig werden. 2018 vergab die AvH 20 Forschungsstipendien und 2 Forschungspreise an Geförderte aus Australien.

Das 1994 zwischen der DFG, dem Australian Research Council (ARC) und dem National Health & Medical Research Council (NHMRC) geschlossene Memorandum of Understanding wurde 2009 auf Veranlassung der australischen Seite aufgehoben. Dieses Memorandum hatte allerdings rein deklaratorischen Charakter und bedeutete für keine der beiden Seiten irgendwelche konkreten Verpflichtungen. Leuchttürme der DFG-Förderung sind die internationalen Graduiertenkollegs zwischen

  • der Universität Gießen und der Monash University in Melbourne mit dem Thema „Molekulare Pathogenese männlicher Reproduktionsstörungen" (Laufzeit: 2013 – 2022),
  • der Universität Bonn und der University of Melbourne mit dem Titel „Myeloid antigen presenting cells and the induction of adaptive immunity“ (Start 2016) sowie
  • der Humboldt Universität Berlin und der Australian National University mit dem Titel „Grenzen überwinden: Molekulare Interaktionen bei Malaria“ (seit 2017).

Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) beherbergte 2018 56 australische Nachwuchs- und Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler und sie führte 116 Projekte mit Partnern aus Australien durch. Ein Direktor mit australischer Staatsangehörigkeit (Paul B. Rainey, MPI für Evolutionsbiologie) ist an einem Max-Planck-Institut tätig.

Die Fraunhofer Gesellschaft (FhG) kooperiert über eine große Anzahl von Instituten mit australischen Partnern. Hervorzuheben ist die CSIRO (Commonwealth Scientific & Industrial Research Organisation). FhG-Institute sind mit drei von sechs geförderten Projekten im Rahmen der Forschungspräsenzen-Bekanntmachung 2016 des BMBF  prominent vertreten (siehe oben). Im Januar 2018 ist das Fraunhofer International Consortium for Anti-Infective Research (iCAIR) zwischen dem Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM), der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Griffith University Gold Coast gestartet. Ziel ist die Entwicklung neuer Wirkstoffe, die als Anti-Infektiva eingesetzt werden können. Im Juni 2018 hat das Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) ein MoU zur Zusammenarbeit im Bereich Industrie 4.0 mit der Swinburne University in Melbourne unterzeichnet. Im  August 2018 ist ein ICON-Projekt mit dem Titel „Health Kitchen“ zwischen dem Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie (IME) und der Monash University in Melbourne gestartet.

Eine Vielzahl der Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) kooperiert mit australischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Im Folgenden einige Beispiele:

  • Das Forschungszentrum Jülich (FZJ) führt mit der Monash University Forschungen im Bereich der Neurowissenschaften durch und baut mit mehreren australischen Universitäten eine Wissenschaftsbrücke auf.
  • Das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) kooperiert mit der Monash University und der Australian Nuclear Science and Technology Organisation (ANSTO) in den Bereichen Strukturuntersuchungen an Materialien und katalytische Energieumwandlung. Die Monash University hat 2016 drei HZB-Wissenschaftler mit außerplanmäßigen Professuren ausgezeichnet,
  • Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) arbeitet mit einer großen Zahl australischer Forschungseinrichtungen zusammen. Themenbereiche sind u.a. Erdbeobachtung, Antriebstechnik, Faserverbundstoffe, Solarthermie.

68 Institute der Leibniz-Gemeinschaft kooperieren z.B. im Bereich der Agrarforschung/Biotechnologie (z.B. Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) Dummerstorf) oder im Bereich der Biodiversitätsforschung (Museum für Naturkunde Berlin, MfN) sowie im Bereich der Sozialwissenschaften (Wissenschaftszentrum Berlin, WZB) mit australischen Partnern.

Eine 22-köpfige bayerische Delegation von Universitätsrektoren unter Leitung von Staatssekretär Sibler vom Bayrischen Staatsministerium für Bildung, Kultus, Wissenschaft und Kunst hat Australien vom 24.2. – 5.3.2017 besucht. Stationen waren Melbourne, Sydney, Canberra und Brisbane.

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