StartseiteLänderOzeanienNeuseelandZusammenfassungÜberblick zur Bildungs-, Forschungs- und Innovationslandschaft und -politik

Bildungs-, Forschungs- und Innovationslandschaft und -politik

Neuseeland gehört mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 197,4 Mrd. USD und einer Bevölkerung von rund 4,5 Mio. Einwohnern zu den kleineren Volkswirtschaften. Das Prokopf-Einkommen liegt bei 36.171 USD (2016). Aufgrund des kleinen heimischen Marktes ist Neuseeland in besonderem Maße von Waren- und Dienstleistungsexporten abhängig. Die Wirtschaft bleibt aber gerade im Exportsektor stark landwirtschaftlich geprägt. Milchprodukte, Fleisch und Holz haben einen Anteil von 47 Prozent an den Gesamtexporten, lediglich 5 Prozent dieser Waren werden für den Inlandsbedarf produziert. Der Tourismus ist mit einem Anteil von 9 Prozent (zunehmend) an den Exporterlösen der zweitwichtigste Exportzweig.

Die Bildungsausgaben haben einen Anteil von 6,3 Prozent des BIP. Damit liegt Neuseeland im internationalen Vergleich auf Rang 18. Beim PISA Test 2015 belegte Neuseeland in den Bereichen Lesen, Rechnen und Naturwissenschaften im weltweiten Vergleich den 14. Platz (Quelle: Global Innovation Index 2017).

Das Bildungsministerium (Ministry of Education MoE) ist für alle bildungsrelevanten Aspekte Neuseelands von der frühen Kindheit bis hin zur Hochschulausbildung zuständig. Das Ministerium administriert die Gesetzgebung im Bildungsbereich und ist verantwortlich für die Entwicklung und die Umsetzung von nationalen Richtlinien im gesamten Bildungsbereich. Um die Ziele zu erreichen, arbeitet das Bildungsministerium mit weiteren Regierungsorganisationen wie der New Zealand Qualifications Authority, dem Education Review Office, dem Gesundheitsministerium, dem Sozialministerium und Vertretern von Bildung, Wirtschaft und Gemeinden zusammen.

Mit der Einrichtung einer Tertiären Bildungsberatungskommission (Tertiary Education Commission, TEAC) im Jahr 2000 wurde der Prozess einer strategischen Neuausrichtung angestoßen. Die eingeleiteten Reformen sollen die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Einrichtungen fördern und dazu beitragen, Investitionen im Bildungssektor gezielter einzusetzen. 2014 haben das Ministerium für Wirtschaft, Innovation und Beschäftigung (Ministry of Business, Innovation and Employment, MBIE) und das Ministerium für Bildung (Ministry of Education) die „Tertiary Education Strategy 2014 – 2019“ veröffentlicht. Es gibt vier Arten von tertiären Bildungseinrichtungen in Neuseeland:

  • 8 Universitäten, die die Studienabschlüsse Bachelor, Master und Promotion (PhD) anbieten. Die Universitäten sind in dem Verband Universities New Zealand (UNZ) zusammen geschlossen. Das Institut Ranke-Heinemann (Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund - IDP Education) veröffentlicht deutschsprachige Kurzporträts der neuseeländischen Hochschulen;
  • 18 Institutes of Technology and Polytechnics (ITP): Berufs- und Fachhochschulausbildung;
  • 105 Private Training Establishments: Nischenfächer (e.g. Tourismus, IT) mit anerkannten Abschlüssen;
  • 3 Wānanga: ähnlich einer Universität, Fokus auf Bildung im Māori-Kulturkreis mit ankerkannten Abschlüssen (Diplom, Bachelor, manchmal auch Master, PhD) (Quelle: DAAD Bildungsanalyse Neuseeland 2017).

Die größte Universität Neuseelands ist die University of Auckland, gegründet 1883, mit 8 Fakultäten an 6 Standorten und mehr als 40.000 Studierenden. Generell erheben die öffentlichen Hochschulen in Neuseeland auch für einheimische Studierende relativ hohe Studiengebühren. Neuseeland gehört damit innerhalb der OECD zur Spitzengruppe (OECD Education at a Glance (2018), Tabelle und Grafik).

Die fünf forschungsstärksten neuseeländischen Hochschulen sind nach dem Times Higher Education Ranking: 1. University of Auckland (Rang 201-50), 2. University of Otago, 3. Victoria University of Wellington, 4. University of Canterbury und 5. University of Waikato (Quelle: Times Higher Education - World University Ranking 2019, “Best for Research”).

In Neuseeland liegen zu Forschung und Entwicklung (FuE) nur ältere Daten für 2015 vor. Bei einem weltweiten Vergleich der gesamten FuE-Ausgaben liegt Neuseeland mit 2,1 Milliarden USD kaufkraftbereinigt etwa auf Rang 42, ähnlich wie Indonesien (siehe FuE-Indikatoren). In Bezug auf die Anzahl der wissenschaftlichen Publikationen nimmt Neuseeland 2017 weltweit Rang 42 ein, für den ganzen Zeitraum 1996-2017 Rang 36 (Quelle: SCImago. (2007). SJR — SCImago Journal & Country Rank. Retrieved September 9, 2018, from www.scimagojr.com).

Zentraler Akteur im neuseeländischen Forschungs- und Innovationssystem ist das Ministerium für Wirtschaft, Innovation und Beschäftigung (MBIE). Es entstand 2012 durch die Zusammenlegung des Ministeriums für Forschung und Innovation (MSI) mit anderen Ressorts. Das Ministerium ist zuständig für die Investitionen der Regierung in Forschung, Wissenschaft, Technologie und Innovation und bestimmt die allgemeine strategische Richtung dieses Sektors. Das MBIE fördert selbst und ist verantwortlich für die wichtigsten außeruniversitären öffentlichen Forschungseinrichtungen.

Dazu gehören die sieben Crown Research Institutes (CRIs), die sich unter dem Label Science New Zealand zusammengeschlossen haben (Liste Institute). Die CRIs wurden 1992 von der Regierung als Unternehmen mit wissenschaftlicher Ausrichtung gegründet. Jedes Institut befasst sich mit einem ökonomisch bedeutenden Produktionssektor oder mit wirtschaftlich wichtigen natürlichen Ressourcen. Die Institute führen Grundlagenforschung und angewandte Forschung durch, die in vielen Fällen von der Idee bis zum kommerziellen Ergebnis hin reicht. Eine neuseeländische Besonderheit ist, dass die Institute nur einen geringen Anteil an Grundfinanzierung durch den Staat erhalten. Öffentliche Aufträge beziehungsweise Aufträge von Unternehmen sind entscheidend, um die Aktivitäten der CRIs zu finanzieren (z.B. erhält die größte Einrichtung „AgResearch“ eine Grundfinanzierung, die weniger als ein Drittel der Ausgaben abdeckt). Zu den Auftraggebern und Fördereinrichtungen gehören die Regierung, Stadtverwaltungen sowie der private Sektor in Neuseeland und im Ausland.

Callaghan Innovation wurde im Februar 2013 als öffentlich finanzierte Industrieforschungseinrichtung etabliert. Das neue Institut entstand aus dem Crown Research Institut Industrial Research Ltd., dem Business Investment Team des MBIE und der Auckland Foodbowl (Wissenschafts- und Technologienetzwerk). Hauptziel des Instituts ist es, die Innovationsleistung neuseeländischer kleiner und mittlerer Unternehmen (KMUs) durch Beratung und Förderung sowie die Durchführung von Auftragsforschung zu stärken. Callaghan Innovation hat rund 400 Mitarbeiter an 3 Standorten: Auckland, Lower Hutt (Wellington) und in der Canterbury Region (Südinsel). Das Jahresbudget beträgt rd. 300 Millionen NZD.

Private Forschungseinrichtungen, die zu einem erheblichen Anteil öffentliche Gelder erhalten, sind in dem Verband Independent Research Association of New Zealand (IRANZ) zusammen geschlossen. Dazu zählen das Medical Research Institute of New Zealand (MRINZ), das Malaghan Institute of Medical Research, die Building Research Association of New Zealand (BRANZ), die Heavy Engineering Research Association (HERA) und das gemeinnützige Institut Cawthron, das vor allem zu Aquakultur, Wassermanagement und Lebensmitteln forscht.

Wettbewerbliche Förderung für FuE an den Hochschulen leisten im Wesentlichen folgende Einrichtungen:

  • das Ministerium für Bildung vergibt auch Fördermittel aufgrund von Leistungsnachweisen. seit 2002 hat das Ministerium interinstitutionelle und interdisziplinäre Forschungszentren (Centres of Research Excellence, COREs) gegründet um erstklassige Forschung in Fachbereichen zu fördern, die zur ökonomischen Entwicklung Neuseelands beitragen und die einen direkten Wissenstransfer aus der Anwendung in die Ausbildung ermöglichen. Die derzeit 10 Zentren sind an Universitäten untergebracht, haben aber verschiedene Partnerschaften mit der Industrie und anderen Instituten, insbesondere mit den Crown Research Institutes und weiteren Hochschulen. Sie decken einen weiten Themenbereich ab, etwa Nanotechnologie, Erdbebenforschung, Hirnforschung etc.
  • die fachlich unabhängige Royal Society of New Zealand (RSNZ), deren Tradition 150 Jahre zurück reicht (Gründungsjahr 1867), vergibt im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft (MBIE) Individualförderung für Grundlagenforschung an Hochschulen, u.a. durch den Marsden Fund. Die Crown Research Institutes konkurrieren dabei mit den Hochschulen um die Fördermittel.
  • Das Ministerium für Wirtschaft fördert die Vernetzung anwendungsorientierter Forschung in Hochschulen, Unternehmen und den Crown Research Institutes.
  • Wie für Länder mit angelsächsischer Prägung üblich, gibt es für die Förderung der Gesundheitsforschung eine spezielle Einrichtung, den 1990 gegründeten Health Research Council of New Zealand (HRC). Zuständig ist das Gesundheitsministerium (Ministry of Health, MoH). 

Unternehmen in Neuseeland erhalten für die Durchführung von Forschung und Entwicklung in erster Linie direkte Förderung von dem Ministerium für Wirtschaft (MBIE) und von der öffentlichen Industrieforschungseinrichtung Callaghan Innovation.

Die Regierung Neuseelands ist bestrebt, die Bereiche Wissenschaft, Forschung und Technologie zu stärken, um das Wirtschaftswachstum, das Sozialsystem und die Umwelt nachhaltig zu unterstützen. Die neuseeländische Regierung legt großen Wert auf Innovation und sieht diese als Motor der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen. Im National Statement of Science Investment 2015 – 2025 sind Gesundheit, Land- und Forstwirtschaft, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Produktionstechnologien sowie Umwelt als prioritäre Sektoren benannt. Der bisher niedrige Anteil des privaten Sektors an den gesamten Forschungs- und Entwicklungsausgaben soll bis 2025 von 0,5 auf 1 Prozent des BIP steigen.

Im Juni 2017 haben das Gesundheitsministerium und das MBIE gemeinsam die NZ Health Research Strategy 2017 -2027 veröffentlicht, die darauf abzielt

  • Forschung für die Gesundheitsbedürfnisse der Neuseeländer zu investieren,
  • ein lebendiges Forschungsumfeld im Gesundheitsbereich zu schaffen,
  • verbesserte Möglichkeiten zur Umsetzung (Translation) von Forschungsergebnissen zu schaffen, sowie innovative Ideen und kommerzielle Umsetzung zu fördern.

Aktuelle Informationen über neue Strategien und Programme finden sich auf der Webseite des Ministerium für Wirtschaft, Innovation und Beschäftigung (MBIE).

Indikatoren für Bildung

Indikator

Neuseeland

Deutschland

OECD-Gesamt

Stand

Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt: Bildung insgesamt [Prozent]

6,3

4,2

5,0

2015

Wachstum des Bildungsanteils am BIP (Differenz des BIP-Bildungsanteils zu dem des Vorjahres in Prozentpunkten) [Prozent]

-0,1

-0,1

-0,2

2015

Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt: tertiäre Bildung [Prozent]

1,8

1,2

1,5

2015

Öffentlicher Anteil an den Ausgaben für tertiäre Bildung [Prozent]

52

83

66

2015

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender aus dem Land [Prozent]*

3

4

2

2016

Anzahl Studierender im Tertiärbereich insgesamt [Mio.]

0,271

3,043

k.A.

2016

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender im Land [Prozent]**

20

8

6

2016

Anzahl Promovierender insgesamt

9.327

197.000

k.A.

2016

Anteil internationaler abschlussorientierter Promovierender im Land [Prozent]**

48

9

26

2016

Anteil 25- bis 34-Jähriger mit einem Abschluss im Tertiärbereich [Prozent]

44

31

44

2017

Anteil an neuen Studienabschlüssen in Mathematik, Statistik und Naturwissenschaften (Ingenieurwissenschaften) [Prozent]

6 (8)

9 (22)

6 (14)

2016

PISA-Ergebnisse: Lesen [Punktzahl (Platzierung)]

509 (11)

509 (12)

493

2015

PISA-Ergebnisse: Naturwissenschaften [Punktzahl (Platzierung)]

513 (12)

509 (16)

493

2015

PISA-Ergebnisse: Mathematik [Punktzahl (Platzierung)]

495 (22)

506 (16)

490

2015

Tabelle 3: Bildungsindikatoren

Quelle: OECD - Education at a Glance 2018, UNESCO Institute for Statistics und "OECD - PISA 2015: Ergebnisse im Fokus"

* OECD (UNESCO) registrieren nur diejenigen internationalen Studierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss im Ausland anstreben.

** OECD (UNESCO) registrieren nur diejenigen internationalen Studierenden bzw. Promovierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss in dem jeweiligen Land anstreben.

       

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Weitere Informationen
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Dokumente

FuE-Indikatoren

Indikator

Neuseeland

Deutschland

OECD

Stand

Nationale FuE-Ausgaben [Mio. USD*]

2.123

131.339

1.357.746

2015/17/17

FuE-Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) [Prozent]

1,2

3,0

2,4

2015/17/17

Anteil der FuE-Ausgaben des Staates am BIP [Prozent]

0,5

0,8

0,6

2015/16/16

Anteil der FuE-Ausgaben der Wirtschaft am BIP [Prozent]

0,5

1,9

1,5

2015/16/16

Ausgaben für FuE in Unternehmen (BERD) [Mio. USD*]

1.086

91.019

957.418

2015/17/17

Anteil der öffentlich finanzierten Ausgaben für FuE in Unternehmen (direkter Förderanteil) [Prozent]

11,0

3,2

5,3

2015/17/16

Anteil der vom Ausland finanzierten Ausgaben für FuE in Unternehmen [Prozent]

10,5

6,7

7,9

2015/17/16

Ausgaben für FuE in Hochschulen (HERD) [Mio. USD*]

594

22.685

233.195

2015/17/17

Anteil der unternehmensfinanzierten Ausgaben für FuE in Hochschulen [Prozent]

3,5

13,8

5,8

2015/16/16

Ausgaben für FuE in außeruniversitären öffentlichen Forschungseinrichtungen (GOVERD) [Mio. USD*]

443

17.635

135.282

2015/17/17

Anteil der unternehmensfinanzierten Ausgaben für FuE in außeruniversitären öffentlichen Forschungseinrichtungen [Prozent]

18,3

11,2

3,7

2015/16/16

Anzahl der Forschenden (Vollzeitäquivalente)

18.700

413.542

4.829.817

2015/17/16

Anzahl der Forschenden (VZÄ) je 1000 Beschäftigte

7,9

9,3

8,3

2015/17/16

Anteil der Forschenden (VZÄ) in privaten Unternehmen [Prozent]

36,9

59,7

61,8

2015/17/16

Anteil internationaler Ko-Patente an Patentanmeldungen unter dem Vertrag über Patentzusammenarbeit (PCT) [Prozent](1)

14,8

16,9

7,7

2014

Tabelle 4: Indikatoren zu Forschung und Entwicklung (FuE)

Quelle: OECD Main Science and Technology Indicators 2018/2, Stand Februar 2019

(1) OECD Patents Statistics, Stand Oktober 2017

* in laufenden Preisen, kaufkraftbereinigt

       

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FuE-Finanzierung

In den OECD-Ländern mit überwiegend hohem Einkommen finanziert meist die inländische Wirtschaft den größten Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (OECD Gesamt 62 Prozent, Deutschland 66 Prozent). Die Anteile betragen für den Staat knapp 26 bzw. 28 Prozent und für das Ausland 6 Prozent (OECD Gesamt und Deutschland).

Im Vergleich dazu hat in Neuseeland die inländische Wirtschaft deutlich geringere Anteile, während der Staat einen größeren Anteil der Ausgaben finanziert. Auffällig ist außerdem der hohe Anteil an sonstiger Inlandsfinanzierung für die neuseeländische Forschung und Entwicklung: dies beinhaltet Finanzierung durch Eigenmittel der Hochschulen und Finanzierung durch private gemeinnützige Einrichtungen.

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FuE-Durchführung

Bei der Durchführung von Forschung und Entwicklung nehmen die Unternehmen in den OECD-Ländern meist eine dominante Rolle ein (Anteile für Deutschland und OECD Gesamt liegen bei 69 Prozent). Die Unternehmen in Neuseeland halten sich wie schon bei der Finanzierung auch bei der Durchführung zurück, obwohl ihr Anteil seit 2001 deutlich gestiegen ist.

Der öffentliche Forschungssektor im OECD-Raum und in Neuseeland ist hochschulzentriert (Verhältnis von GOVERD zu HERD von etwa 40 : 60). Im öffentlichen Forschungssektor in Deutschland spielen außeruniversitäre öffentliche Forschungseinrichtungen eine etwas größere Rolle (Verhältnis jeweils etwa 45 : 55).

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Bibliometrie

Die Verteilung der Publikationen auf Fachgebiete kann erste Hinweise auf Stärken eines Forschungssystems geben (Quelle: SCImago (2007). SJR – SCImago Journal & Country Rank. Retrieved August 8, 2017, from http://www.scimagojr.com), Bezugsjahr 2016). Weltweit wie in Neuseeland steht die Medizin mit den meisten Publikationen an erster Stelle. Typisch für angelsächsisch geprägte Länder ist, dass die Anteile der Medizin noch etwas über dem Durchschnitt liegen (Neuseeland: 18,3 Prozent, Welt: 15,9 Prozent, Deutschland: 16,7 Prozent). Die Ingenieurwissenschaften in Neuseeland können mit relativ geringen Anteilen (6,2 Prozent, Deutschland: 9,3 Prozent) nicht den zweiten Platz einnehmen, den sie weltweit mit 10,9 Prozent behaupten. An zweiter Stelle liegen in Neuseeland stattdessen die Agrar- und Biowissenschaften (s. unten).

Eine Spezialisierung Neuseelands ist in folgenden Fachgebieten festzustellen (Auswahl basierend auf Spezialisierungsindex Länderanteil/Weltanteil ≥ 1,3):

  • Agrar- und Biowissenschaften (10,7 Prozent, Welt: 5 Prozent sowie Deutschland: 4,4 Prozent)
  • Sozialwissenschaften (8 Prozent, Welt: 4 Prozent, Deutschland: 3,1 Prozent)
  • Umweltwissenschaften (5,4 Prozent, Welt: 3,4 Prozent, Deutschland: 2,8)
  • Erd- und Planetare Wissenschaften (4,5 Prozent, Welt: 3,1 Prozent, Deutschland: 3,6 Prozent)
  • Geisteswissenschaften (3,4 Prozent, Welt: 1,9 Prozent, Deutschland: 2,0 Prozent).

Bei einem weltweiten Vergleich der Anzahl der Publikationen liegt Neuseeland im Jahr 2016 insgesamt auf Rang 39. Innerhalb der einzelnen Fachgebiete erreicht Neuseeland die beste Platzierung in den Agrar- und Biowissenschaften (Rang 28).

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