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Überblick zur Kooperation mit Deutschland: Neuseeland

Neuseeland bietet aufgrund seiner geographischen Lage und naturräumlichen Besonderheiten deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern interessante Forschungsmöglichkeiten vor allem in der Geo-, Meeres-, Antarktis, Umwelt-, Klima- und Agrarforschung. Aus neuseeländischer Perspektive belegt Deutschland als Herkunftsland mit 532 internationalen Studierenden Rang 14. Als Zielland liegt Deutschland als erstes nicht-angelsächsisch geprägtes Land etwa auf Rang 4. In absoluten Zahlen ist die Anzahl der neuseeländischen Studierenden, die in Deutschland einen Abschluss anstreben, mit 138 (2015) jedoch relativ gering.

Die Zusammenarbeit im Wissenschaftsbereich reicht über Jahre zurück. Seit der Unterzeichnung des Regierungsabkommens zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ) im Jahr 1977 haben sich die Beziehungen zwischen deutschen und neuseeländischen Forschungseinrichtungen und Hochschulen sowie der Austausch von Studierenden sehr positiv entwickelt. Rund 15 Prozent aller neuseeländischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterhalten eine aktive Zusammenarbeit mit Deutschland. Deutschland ist nach der Zahl der Ko-Publikationen Neuseelands fünftwichtigster Partner nach den USA, Australien, Großbritannien und China. An vielen Forschungseinrichtungen in Neuseeland sind deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (> 200) dauerhaft oder auf Zeit beschäftigt. Viele von ihnen halten über die bilateralen Kooperationsprojekte den Kontakt nach Deutschland. Neuseeland setzt für die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit einen Koordinator ein.

2017 fanden zur Würdigung von 40 Jahren WTZ-Abkommen eine Reihe von Veranstaltungen in Neuseeland und Deutschland statt:

  • Open Ship Day anlässlich des Aufenthalts des Forschungsschiffs Sonne im Januar 2017 in Auckland. Mehr als 1500 Besucher wurden gezählt. Auch der damalige Forschungsminister Paul Goldsmith hat die Sonne besucht.
  • Im Oktober 2017 fand eine Veranstaltung zur Würdigung von 40 Jahren WTZ in Bonn statt, an der auch der neuseeländische Botschafter und der neuseeländische Koordinator teilnahmen.
  • Am 5. November 2017 konnte sich Bundespräsident Steinmeier anlässlich seines Staatsbesuchs in Neuseeland im Te Wharewaka Konferenzzentrum in Wellington ein Bild von der positiven Entwicklung der Zusammenarbeit machen.
  • Vom 17.-19. November 2017 fand ebenfalls in Wellington das Netzwerk-Treffen der Alexander von Humboldt-Stipendiaten und Preisträger aus Neuseeland und Australien statt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt über seine internationale Abteilung Mittel für Sondierungs- und Vernetzungsaktivitäten bereit. Im Dezember 2007 wurde die erste gemeinsame Förderbekanntmachung für Mobilitätsprojekte von BMBF und BMEL auf deutscher sowie der Royal Society of New Zealand (RSNZ) auf neuseeländischer Seite veröffentlicht. Bis 2017 hat das BMBF im Rahmen der jährlichen Förderbekanntmachungen rund 100 Vorhaben gefördert. Mit der Einführung des CATALYST-Programms in Neuseeland (siehe vorheriger Abschnitt) ist die Attraktivität des bilateralen Programms aufgrund geringerer Fördersummen stark gesunken. In der Folge ist die Zahl der Vorhaben so stark zurück gegangen, dass die Förderbekanntmachung 2018 ausgesetzt wurde. Eine neue gemeinsame Förderbekanntmachung für Forschungsaktivitäten im Bereich Klimaforschung und -wandel wurde im April 2019 veröffentlicht. Im Rahmen der Förderbekanntmachung 2016 „Etablierung gemeinsamer Forschungsstrukturen mit Partnern im Asiatisch-Pazifischen Raum“ werden seit Herbst 2017 zwei Projekte im Bereich Gesundheitsforschung (KIT) und Medizintechnik (Hochschule Furtwangen) gefördert. Neuseeländische Partnereinrichtung ist für beide Projekte die University of Auckland.

In den Fachabteilungen werden Kooperationsprojekte mit verschiedenen fachlichen Schwerpunkten gefördert. So fördert das BMBF zum Beispiel seit 2002 die Kooperation zwischen deutschen und neuseeländischen Forschungseinrichtungen im Bereich Meeresforschung/Geowissenschaften. Die Forschungsprojekte erfolgten im Rahmen der Fahrten des Forschungsschiffs Sonne.

Der Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) weist derzeit 121 offizielle Hochschulkooperationen zwischen deutschen und neuseeländischen Hochschulen aus (Stand: 02/2019). 79 deutsche Hochschulen arbeiten mit 17 neuseeländischen Universitäten und 4 Forschungseinrichtungen zusammen.

Internationale Mobilität von und nach Neuseeland wird vom Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD), der Alexander-von-Humboldt Stiftung (AvH) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Die Zahl der vom DAAD geförderten Deutschen, die 2017 mit einem Stipendium nach Neuseeland gingen, lag bei 224. Im Gegenzug kamen im Rahmen der DAAD-Programme 42 Neuseeländerinnen und Neuseeländer nach Deutschland.

Zwischen 2013 und 2017 wurden in Neuseeland 8 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durch die AvH im Rahmen von Humboldt-Forschungsstipendien-Programmen gefördert. Im Rahmen des Feodor Lynen-Programms haben im selben Zeitraum 8 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus Deutschland an Instituten von Humboldt-Alumni in Neuseeland geforscht. Fünf Forschungspreise, darunter ein FhG-Bessel-Forschungspreis im Rahmen des DFG geförderten internationalen Graduiertenkollegs zwischen der Universität Stuttgart und Auckland, wurden vergeben.

2004 hat Neuseeland, komplementär zum Helmholtz-Humboldt-Forschungspreis-Förderprogramm für deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, das Julius von Haast Fellowship eingerichtet. Das Stipendium ermöglicht einem führenden deutschen Forscher einen Aufenthalt in Neuseeland für insgesamt 12 Wochen im Laufe von 3 Jahren. Pro Jahr werden ein bis zwei Stipendien vergeben.

Die bilaterale Zusammenarbeit der DFG mit Neuseeland beruht vor allem auf der seit 1997 bestehenden Vereinbarung über wissenschaftliche Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wissenschaft und Technologie (MoRST) einem Vorgänger des heutigen Ministeriums für Wirtschaft, Innovation und Beschäftigung (MBIE). Leuchttürme der DFG-Förderung sind das internationale Graduiertenkolleg zwischen der Universität Bremen und der University of Waikato mit dem Thema "INTERCOAST - Integrierte Küsten- und Schelfmeerforschung" (Laufzeit: 2009 – 2018). INTERCOAST hat dazu geführt, dass die University of Waikato einen neuen Campus in der Hafenstadt Tauranga mit einem Investitionsvolumen von rund 60 Mio. NZD aufbaut. Im März 2017 ist das 2. internationale Graduiertenkolleg „Soft Tissue Robotics“ zwischen der Universität Stuttgart und der University of Auckland gestartet.

Neuseeland ist für die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) kein Schwerpunktland. 2017 verzeichnete die MPG 23 Kooperationsprojekte mit neuseeländischen Einrichtungen, und 17 neuseeländische Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler an Max-Planck-Instituten.

Institute der Fraunhofer Gesellschaft (FhG) kooperieren vereinzelt in den verschiedensten Gebieten mit neuseeländischen Forschungseinrichtungen. Die Themenbereiche der letzten Jahre reichten von den Informationstechnologien (z.B. virtual reality) über die Medizintechnik bis hin zur Robotik. Ende 2015 ist das International Cooperation and Network Projekt (ICON) zwischen dem FhG-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (FhG-IPA) in Stuttgart und der University of Auckland im Bereich „Bionic Joints“ gestartet (Laufzeit: Dez. 2015 – Dez. 2018). Das ICON-Projekt wurde von der neuseeländischen Regierung ko-finanziert.

Von den Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) kooperieren vor allem das Alfred-Wegener Institut (AWI) und das Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) sowie GEOMAR mit neuseeländischen Forschungseinrichtungen, vor allem mit dem National Institute of Water & Atmospheric Research (NIWA) und dem Institute of Geological and Nuclear Sciences (GNS). Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat anlässlich des International Astronautical Congress im Oktober 2018 in Bremen eine Kooperationsvereinbarung mit der New Zealand Space Agency unterzeichnet.

Institute der Leibniz-Gemeinschaft (WGL) kooperieren insbesondere im Bereich der Agrarforschung/Biotechnologie (z.B. Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) Dummerstorf; Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) Gatersleben, Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. in Müncheberg ) mit neuseeländischen Partnern aber auch im Bereich der Meeresforschung und Geowissenschaften (Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung, Bremen).

Das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) beteiligt sich seit 2007 an den bilateralen Mobilitätsbekanntmachungen mit der Royal Society of New Zealand für die Themen mit Landwirtschaftsbezug. BMEL ist auch der deutsche Vertreter in der von Neuseeland stark vorangetriebenen Initiative Global Research Alliance on Agricultural Greenhouse Gases (siehe vorheriger Abschnitt).

Im November 2017 hat der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk mit einer Fachdelegation und Landtagsabgeordneten Neuseeland besucht und traf am 1.11.2017 den gerade ernannten Landwirtschaftsminister Damian O´Connor. Interessenschwerpunkte waren dabei die Milch- und Fleischwirtschaft, Schafzucht, Weinbau und Forsten.

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