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ITB infoservice 08/2025 - Berichterstattung zur Forschungs-, Bildungs-, Technologie- und Innovationspolitik weltweit

Erscheinungsdatum: 21.08.2025 ITB infoservice

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in dieser Ausgabe informieren wir Sie gerne über Berichterstattung zur Forschungs-, Bildungs-, Technologie- und Innovationspolitik weltweit. Dabei richten wir den Blick in ganz unterschiedliche Richtungen: Guyana setzt das Thema Biodiversität mit einer neuen Allianz auf die globale Agenda. Weiterhin fassen wir für Sie verschiedene Nachrichten zu Forschung und Technologie in den USA sowie in Europa zusammen. Hier wie dort liegt ein markanter Schwerpunkt neuer Initiativen auf der Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) und dem gezielten Einsatz dieser Schlüsseltechnologie für den wissenschaftlichen Fortschritt.

Erforschung und Schutz von Biodiversität: Neue globale Initiative aus Lateinamerika

Das lateinamerikanische Land Guyana beherbergt dank großflächiger Bewaldung eine enorme Artenvielfalt, die in der Politik als wichtige Bioressource zunehmend Anerkennung findet. Zusammen mit anderen lateinamerikanischen und karibischen Staaten, Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaftsorganisationen hat das Land daher die Globale Biodiversitätsallianz (GBA) ins Leben gerufen. Zu den zentralen Zielen der neuen Allianz gehört es, das Bewusstsein für die Biodiversitätskrise und ihre Verflechtungen mit anderen globalen Herausforderungen zu schärfen und finanzielle Ressourcen zu mobilisieren. Aus den USA kommt bereits konkrete digitale Unterstützung: Das Yale Center for Biodiversity and Global Change entwickelt ein Informationssystem, um Guyanas landeseigene Strategie zur Überwachung der Biodiversität wirksam umzusetzen.

Update zu Forschung und Technologie in den USA

Der von der Trump Administration bereits im Frühjahr dieses Jahres vorgelegte Budgetentwurf für das kommende Haushaltsjahr sieht radikale Kürzungen bei den großen Förderorganisationen National Science Foundation (NSF) und National Institutes of Health (NIH) vor. Aktuell zeichnet sich jedoch ab, dass für die beantragten tiefgreifenden Einschnitte die erforderliche Mehrheit im US-Kongress fehlt. Parallel bemüht sich die US-Regierung darum, auf der Basis eines Dekrets mehr Kontrolle über konkrete Förderentscheidungen von Bundeseinrichtungen zu erlangen. Dabei geht es sowohl um Einsparmöglichkeiten als auch um eine stärkere Ausrichtung an politischen und technologischen Prioritäten der Trump Administration. Zu diesen Prioritäten zählt auch die Förderung Künstlicher Intelligenz. Der Ende Juli veröffentlichte KI-Aktionsplan "Winning the AI Race: America's AI Action Plan" zielt zusammen mit drei neuen präsidentiellen Dekreten darauf ab, die amerikanische KI-Infrastruktur auszubauen und die Führungsrolle der USA international zu stärken. Der Aktionsplan umfasst auch Investitionen in KI-gestützte Wissenschaft und Forschung. Dazu ist die NSF eine Partnerschaft mit einem US-Technologiekonzern eingegangen, um gemeinsam eine Reihe offener und multimodaler KI-Modelle für die Wissenschaft zu entwickeln. Die Hoffnung liegt darauf, so wissenschaftliche Durchbrüche in Bereichen wie Materialforschung, Biologie und Energie zu erzielen.

Europas Blick nach vorne: Horizont Europa ab 2028, Künstliche Intelligenz und Raumfahrt

Die Europäische Kommission hat ambitionierte langfristige Pläne für ein neues EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation (Horizont Europa 2028-2034) vorgelegt, die eine Verdoppelung der Mittel auf 175 Milliarden Euro vorsehen. Wie zu erwarten, werden diese Vorschläge in der Wissenschaft und Wissenschaftsförderung positiv aufgenommen. In der näheren Zukunft im zweiten Halbjahr 2025 rücken Pläne der dänischen EU-Präsidentschaft ins Blickfeld, die unter anderem die Annahme von drei verschiedenen Strategien zum Thema KI umfassen. Unter der "Apply AI"-Strategie werden neue industrielle KI-Anwendungen gefördert, während eine "Data Union"-Strategie den Datenaustausch und die Datenqualität verbessern soll. Ganz ähnlich wie in den USA (siehe oben) setzt auch die EU im Bereich Wissenschaft und Forschung große Hoffnungen auf das Potential von KI: Unter der "AI in Science Strategy" werden europäische Forschende zukünftig durch eine neue "Resource for AI Science in Europe" (Raise) unterstützt. Anfang November wird diese auf dem "AI in Science Summit 2025" in Kopenhagen der Öffentlichkeit vorgestellt. Im November stehen außerdem Entscheidungen zum künftigen Haushalt der European Space Agency (ESA) an. Mit einem höheren Budget soll der ESA ermöglicht werden, neue Prioritäten wie Sicherheit und Verteidigung umzusetzen.
 

Wir wünschen Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre zu diesen und vielen anderen strategischen Entwicklungen in der internationalen Forschungs-, Bildungs-, Technologie- und Innovationspolitik, die wir in der vorliegenden Ausgabe für Sie ausgewählt und aufbereitet haben. 

Wenn Sie Themenvorschläge für die nächste Ausgabe haben, sprechen Sie uns an.

Ihre Sonja Bugdahn und Tim Mörsch

Über den ITB infoservice

Der ITB infoservice berichtet über strategische Entwicklungen in der internationalen Forschungs-, Bildungs-, Technologie- und Innovationspolitik weltweit und ist eine wichtige Quelle für Entscheidungsträger in Politik, Wissenschaft und Forschung. Besondere Schwerpunktausgaben berichten fokussiert über ein aktuelles Thema oder eine Region.

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Quelle: DLR Projektträger, VDI Technologiezentrum GmbH Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Südafrika Ecuador Guyana USA China Indien Japan Katar Malaysia Republik Korea (Südkorea) Italien Vereinigtes Königreich (Großbritannien) EU Global UNESCO Australien Themen: Bildung und Hochschulen Energie Engineering und Produktion Fachkräfte Förderung Geistes- und Sozialwiss. Information u. Kommunikation Infrastruktur Innovation Netzwerke Physik. u. chem. Techn. Strategie und Rahmenbedingungen Umwelt u. Nachhaltigkeit Wirtschaft, Märkte
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