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Bekanntmachung des BMBF zur Förderung von Vorhaben der strategischen Projektförderung mit Singapur unter Beteiligung von Wissenschaft und Wirtschaft

Stichtag: 31.07.20 Programmausschreibungen

Bekanntmachung im Rahmen der Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung: Richtlinie zur Förderung von Vorhaben der strategischen Projektförderung mit der Republik Singapur unter der Beteiligung von Wissenschaft und Wirtschaft („2+2“-Projekte) zum Thema „Smarte urbane Mobilität“ vom 7. Mai 2020 (Bundesanzeiger vom 18.05.2020)

Mit dieser Richtlinie sollen innovative, deutsch-singapurische Verbundvorhaben in der angewandten Forschung zu smarter, urbaner Mobilität gefördert werden. Für Deutschland und Singapur sind u. a. innovative Lösungen zu first- und last-mile Konnektivität für urbane Mobilität wie auch für die Stadt-Umland-Mobilität wichtig, welche Bedarfe, Anforderungen und Wünsche im Kontext von Alltags-, Güter- und/oder Pendlermobilität berücksichtigen. Konkret soll die Zusammenarbeit von deutschen und singapurischen Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft in Form von „2+2-Projekten“ gefördert werden. Derartige Projekte müssen die Beteiligung mindestens einer deutschen und einer singapurischen Hochschule oder Forschungseinrichtung und mindestens eines deutschen und eines singapurischen forschenden Unternehmens der gewerblichen Wirtschaft bzw. Industriepartners, insbesondere kleinen oder mittleren Unternehmen (KMU), vorsehen.

Gefördert werden Forschungsprojekte als Verbundvorhaben, die mit Partnern aus Singapur eines oder mehrere der nachfolgenden Themen bearbeiten:

  • Thema 1: Modellierung von Verkehrsemissionen
  • Thema 2: Sensortechnologien und Sensorsysteme
  • Thema 3: Lebenszyklus-Nachhaltigkeitsbewertung

Relevante Forschungsbedarfe im Thema 1 „Modellierung von Verkehrsemissionen“ beinhalten z. B. Einsparpotenziale durch:

  • Verschiebungen im Modal Split, inklusive Optimierung von Stadtstruktur und öffentlichem Verkehrsraum
  • Intelligente Vernetzung und Integration verschiedener Mobilitätsangebote (Inter- & Multimodalität, Mobility Hubs, ÖPNV) inklusive Bedarfsverkehr (on-demand) und autonomer Fahrzeuge für Personen- und Lieferverkehr
  • Verbesserte Verkehrs- und Parkleitsysteme und durchgängige Mobilitätsketten unter Berücksichtigung von Pendlerbewegungen (Bedarfsvorhersagen)

Relevante Forschungsbedarfe im Thema 2 „Sensortechnologien und Sensorsysteme“:

  • Sensorbasierte Optimierung von Verkehrsleitsystemen und Mobilitätsangeboten als Teil einer digitalen, vernetzten Verkehrsinfrastruktur
  • Bedarfsorientierter Einsatz autonom fahrender Fahrzeuge und Integration in den Stadtverkehr (z. B. Radar-Umweltsensorik)
  • Bereitstellung und Verschneidung von Mobilitäts-, Verkehrs- und Umweltdaten aus Sensorsystemen und Feeds sozialer Medien
  • Anwendungen zur dynamischen Messung und Modellierung von Verkehrsemissionen mit Echtzeit-Anpassung des Mobilitätssystems

Relevante Forschungsbedarfe im Thema 3 „Lebenszyklus-Nachhaltigkeitsbewertung“:

  • Entwicklung von Indikatoren, Methoden und Szenarien für eine Lebenszyklus-Nachhaltigkeitsbewertung von smarten, urbanen Mobilitätskonzepten, Mobilitätsprodukten, Mobilitätsprozessen bzw. einzelnen Komponenten, inklusive Einfluss der Mobilitätsbedarfe und -einstellungen der Bürgerinnen und Bürger sowie der Unternehmen
  • Integration automatisierter Mobilität für Personen- und Lieferverkehr: Auswirkungen auf Erreichung von Nachhaltigkeitskriterien in der Stadt- und Verkehrsplanung
  • Inter- und Multimodalität: Frage der Nachhaltigkeit der einzelnen Komponenten und die gesamte Umweltbilanz im Vergleich verschiedener Ausprägungen

Die Vorhaben sollen (1) eine hohe Praxisrelevanz aufweisen, (2) Erkenntnisse und verwertbare Forschungsergebnisse erwarten lassen, die zu neuen Technologien, Produkten und/oder Dienstleistungen führen, (3) am Ende des Vorhabens einen Technologiereifegrad (TRL) zwischen 5 und 7 erreichen, (4) im Sinne einer nachhaltigen Mobilität der Zukunft einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen klar erkennen lassen sowie (5) Strategien zur Implementierung der Forschungsergebnisse in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft aufzeigen. Ferner sollen entwickelte Mobilitätslösungen (6) in Großstädten und Metropolregionen in Deutschland und Singapur implementiert werden können und (7) Kenngrößen zur Übertragbarkeit auf andere Städte und Regionen beinhalten. Dabei sollten Testfelder, Reallabors und Pilotregionen oder -städte zum Testen verschiedener Mobilitätskonzepte und -modelle und zur Vernetzung – soweit möglich – einbezogen werden.

Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMBF den DLR Projektträger, Europäische und internationale Zusammenarbeit, beauftragt. Das Antragsverfahren ist für deutsche Antragsteller zweistufig angelegt. In der ersten Verfahrensstufe sind dem DLR-Projektträger bis spätestens 31. Juli 2020 zunächst Projektskizzen vorzulegen. Von den singapurischen Partnern sind jeweils komplementäre Anträge bei der Agency for Science, Technology & Research (A*STAR) zu stellen.

Quelle: BMBF Redaktion: von Miguel Krux, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Singapur Themen: Förderung Innovation

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