StartseiteLänderAsienChinaZusammenfassungÜberblick zur internationalen Kooperation

Überblick zur internationalen Kooperation: China

Die Aufnahme eines Studiums im Ausland wird in China stark gefördert. Der China Scholarship Council (CSC) unter der Leitung des chinesischen Bildungsministeriums ist die wichtigste staatliche Institution zur Förderung von Mobilität in beide Richtungen.

Im Jahr 2016 kamen 157.108 internationale Studierende nach China, um einen Abschluss zu erlangen. Zu den Herkunftsländern legt die UNESCO keine Daten vor. Der Deutsche Akademische Austauschdienst benennt Südkorea, die USA, Russland, Thailand und Japan als die wichtigsten Herkunftsländer (Quelle: DAAD-Ländersachstand China 2017). China hat als Zielland allerdings noch erhebliches Wachstumspotential, da der Anteil internationaler Studierender an der Gesamtzahl der Studierenden mit 0,3 Prozent deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 6 Prozent liegt (Klick auf Grafik oben). Der Anteil von 2 Prozent chinesischer Studierender, die im Ausland einen Abschluss anstreben, entspricht dagegen dem OECD-Durchschnitt (siehe Bildungsindikatoren).

China liegt beim Export von Studierenden in absoluten Zahlen mit 869.387 Personen weltweit an der Spitze der Herkunftsländer. In den meisten westlichen Industrieländern stellen chinesische Studierende dementsprechend die größte Gruppe an internationalen Studierenden. Die führenden fünf Zielländer für chinesische Studierende sind die USA (mit über 300.000 Studierenden aus China), Australien, Großbritannien, Japan und Kanada, während Hong Kong auf Platz 7 liegt (Quelle: UNESCO Institute of Statistics Global Flow of Tertiary-Level Students, erfasst werden nur diejenigen Studierenden, die einen Abschluss im Ausland anstreben).

Für China stellt es neben der Förderung von Auslandsstudien seit Mitte der neunziger Jahre eine Priorität dar, den ins Ausland abgewanderten wissenschaftlichen Nachwuchs und sonstige Hochqualifizierte zur Rückkehr nach China zu bewegen. 2008 legte das chinesische Bildungsministerium das ehrgeizige Programm „Thousand Talents“ mit der Zielsetzung auf, innerhalb von 5-10 Jahren 2000 unternehmerisch und akademisch erfolgreiche Fachkräfte mit ausländischem Promotionsabschluss nach China zurückzuholen. 2010 wurde eine besondere Förderung für jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ergänzt. Bereits 2015 waren 4100 chinesische Fachkräfte nach China zurückgekehrt (Quelle: UNESCO Science Report 2015, S. 632).

Die Abteilung für Internationale Kooperation des Ministeriums für Wissenschaft und Technologie (MoST) ist verantwortlich für bi- und multilaterale Kooperationen und Austausch auf Regierungsebene. Alle wichtigen internationalen Organisationen, offiziellen Vereinbarungen und Wissenschafts- und Technologie-Kooperationen als auch nicht-offizielle Kooperationen und Großprojekte werden vom MOST koordiniert. Im Hinblick auf internationale Kooperationen konzentriert sich die chinesische Regierung auf folgende Punkte:

  • Import ausländischer Technologien
  • Forschungs- und Innovationszentren ausländischer Firmen in China.

Die in den 80er Jahren mit den USA und verschiedenen europäischen Ländern gestarteten Wissenschaftskooperationen haben sich im Laufe der letzten 30 Jahre stetig ausgeweitet. Die Kooperationen konzentrieren sich dabei vor allem auf die Zusammenarbeit in Bereichen wie erneuerbare Energien, IT, Biotechnologie und weiteren Disziplinen (RIO Country Report China 2015, S. 46). Im Laufe der Jahre sind auch zahlreiche bilaterale Forschungs- und Innovationszentren entstanden. Dänemark hat dazu ein spezielles Förderprogramm aufgelegt. Ein prominentes Beispiel ist das 2009 gegründete U.S.-China Clean Energy Research Center (CERC). Hintergrund ist vor allem die starke chinesische Nachfrage nach innovativen Lösungsansätzen (RIO Country Report China 2015, S.48).

Die internationale Ko-Publikationsrate, das heißt der Anteil internationaler Ko-Publikationen an der Gesamtzahl der wissenschaftlichen Publikationen in China schwankte in den letzten zwanzig Jahren zwischen 13 und 20 Prozent. Seit 2011 ist der Anteil langsam, aber stetig gewachsen und liegt nach jüngsten Daten bei 22,7 Prozent (2017). Die Entwicklung in den meisten westlichen Industrieländern war jedoch viel dynamischer. Zum Vergleich: die Rate lag in den USA 1996 bei 19,8 Prozent und 2017 bei 35,4 Prozent, in Deutschland sogar bei knapp 50 Prozent (Datenquelle für bibliometrische Daten: SCImago. (2007). SJR — SCImago Journal & Country Rank. Retrieved August, 17 2018, from http://www.scimagojr.com). Die wichtigsten fünf Ko-Publikationsländer für China in den Jahren 2016-18 waren die USA, Großbritannien, Australien, Hong Kong und Kanada (Quelle: Scopus Elsevier). Japan folgt auf Rang 6. Die Länder entsprechen weitgehend den führenden Zielländern für chinesische Studierende.

Seit 1998 besteht ein Abkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit zwischen China und der Europäischen Union. Aktuelle Informationen können auf der Webseite der EU zur Kooperation mit China im Bereich Forschung und Innovation abgerufen werden. Unter dem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 (2014-20) können chinesische Einrichtungen durch das Ministerium für Wissenschaft und Technologie (MoST) seit 2016 eine Ko-Finanzierung für ihre Beteiligung an internationalen Kooperationsprojekten erhalten. China nutzt aber auch die Möglichkeit, in Ausnahmefällen eine Förderung durch die EU selbst zu erhalten: Bis September 2018 warb das Land Fördergelder in Höhe von 6,6 Millionen Euro ein. Unter den insgesamt 155 Projekten, an denen sich China bisher beteiligte, wiesen mit 100 Projekten etwa zwei Drittel auch eine deutsche Teilnahme auf (Quelle: H2020-ECORDA-Vertragsdatenbank). Die EU und China führen auf der Basis einer 2018 beschlossenen Roadmap for EU-China S&T Cooperation"  Flaggschiff-Initiativen in den Bereichen Ernährung, Agrarwirtschaft, Biotechnologien, Umwelt, Nachhaltigkeit und Transport durch.

Neue Horizonte eröffnet die Auflage eines China-MOEL-Partnerschaftsprogramms, das 16 mittel- und osteuropäische Länder (MOEL) mit China zusammen führt („16+1-Kooperation"). Das im Juli 2018 vereinbarte Programm ist umfassend angelegt.

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