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Überblick zur internationalen Kooperation: China

Die Aufnahme eines Studiums im Ausland wird in China stark gefördert. Der China Scholarship Council (CSC) unter der Leitung des chinesischen Bildungsministeriums ist die wichtigste staatliche Institution zur Förderung von Mobilität in beide Richtungen.

Im Jahr 2019 kamen 201.177 internationale Studierende nach China, um einen Abschluss zu erlangen. Zu den Herkunftsländern legt die UNESCO keine Daten vor. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) benennt Südkorea, Thailand, Pakistan, Indien und die USA als die wichtigsten Herkunftsländer (Quelle: DAAD Ländersachstand China). China hat als Zielland allerdings noch erhebliches Wachstumspotential, da der Anteil internationaler Studierender an der Gesamtzahl der Studierenden mit 0,4 Prozent deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 6 Prozent liegt. Der Anteil von 2 Prozent chinesischer Studierender, die im Ausland einen Abschluss anstreben, liegt dagegen etwas über dem OECD-Durchschnitt (siehe Bildungsindikatoren).

China positioniert sich bei den Outgoing-Studierenden in absoluten Zahlen mit 1.061.511 Personen weltweit an der Spitze der Herkunftsländer. In den meisten westlichen Industrieländern stellen chinesische Studierende dementsprechend die größte Gruppe an internationalen Studierenden. Die führenden fünf Zielländer für chinesische Studierende sind die USA (die mit 340.222 Studierenden ziemlich genau ein Drittel des Kontingents aufnimmt), gefolgt in weitem Abstand von Australien, Großbritannien, Japan und Kanada, während Südkorea, Hong Kong und Deutschland auf den Rängen 6-8 liegen (Quelle: UNESCO Institute of Statistics Global Flow of Tertiary-Level Students, erfasst werden nur diejenigen Studierenden, die einen Abschluss im Ausland anstreben).

Die Abteilung für Internationale Kooperation des Ministeriums für Wissenschaft und Technologie (MoST) ist verantwortlich für bi- und multilaterale Kooperationen und Austausch auf Regierungsebene. Zu einem früheren Zeitpunkt wurden die Rückkehr chinesischer Promovierter und sonstiger Fachkräfte aus dem Ausland (siehe UNESCO Science Report 2015, S. 632) sowie die Gründung von Forschungszentren (von ausländischen Unternehmen) in China stark gefördert. Dies sind nach wie vor wichtige Prioritäten. Einen neuen Bezugsrahmen für die internationale Forschungspolitik hat die chinesische Regierung 2013 mit der Belt and Road Initiative (BRI) geschaffen (siehe UNESCO Science Report 2021, S. 635. ff.). Unter verschiedenen mit der BRI verbundenen Plänen und Programmen sollen Studierende und Forschende für einen Studienaufenthalt bzw. eine wissenschaftliche Ausbildung vor Ort in China gewonnen werden. Weiterhin werden chinesische Forschungs-/und Technologietransferpräsenzen aufgebaut, so beispielsweise in Thailand das Chinese Academy of Sciences Innovation Cooperation Center in Bangkok, CAS-ICCB). Die CAS ist häufig an den Präsenzen vor Ort beteiligt, so auch bei der Schaffung von acht Exzellenzzentren (DBAR-ICoEs) für Erdbeobachtung in Finnland, Italien, Marokko, Pakistan, Russland, Thailand, Sambia und den USA (siehe „International Digital Belt and Road (DBAR) Science Program“).

China hatte bereits 2013 mit der Gründung der Gruppe China-CEEC („Cooperation between China and Central and Eastern European Countries“) einen besonderen Fokus auf die mittel- und osteuropäischen Länder gelegt. 2018 wurde ein Partnerschaftsprogramm zu Wissenschaft, Technologie und Innovation vereinbart. Budapest ist seit 2017 Sitz des sozialwissenschaftlich ausgerichteten China-Central Eastern Europe Institute (China-CEE Institute).

Die internationale Ko-Publikationsrate, das heißt der Anteil internationaler Ko-Publikationen an der Gesamtzahl der wissenschaftlichen Publikationen lag im Zeitraum von 1996 bis 2014 in China unter 20 Prozent. 2015 wurde die 20-Prozentmarke erstmals überschritten, 2020 lag der Anteil bei 24,4 Prozent. Die Entwicklung in den meisten westlichen Industrieländern war jedoch viel dynamischer. Zum Vergleich: Die Rate in den USA hat sich von 18,8 Prozent (1996) auf 39,6 Prozent (2019) mehr als verdoppelt. In Deutschland, Frankreich und Kanada werden inzwischen über 50 Prozent erreicht (Quelle: SCImago. SJR — SCImago Journal & Country Rank, www.scimagojr.com). Die wichtigsten fünf Ko-Publikationsländer für China sind die USA, Großbritannien, Australien, Hong Kong und Kanada. Deutschland konnte Japan bereits im Dreijahreszeitraum 2017-19 überholen und liegt nun auf Rang 6 (Quelle: Scopus Elsevier, 2018-20). Die Länder entsprechen weitgehend den führenden Zielländern für chinesische Studierende.

Seit 1998 besteht ein Abkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit zwischen China und der Europäischen Union. Aktuelle Informationen können auf der Webseite der EU zur Kooperation mit China im Bereich Forschung und Innovation abgerufen werden. Unter dem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 (2014-20) konnten chinesische Einrichtungen durch das Ministerium für Wissenschaft und Technologie (MoST) ab 2016 eine Ko-Finanzierung für ihre Beteiligung an Kooperationsprojekten erhalten. China nutzte aber auch die Möglichkeit, in Ausnahmefällen eine Förderung durch die EU zu erhalten:Dazu liegen jetzt vorläufige finale Zahlen vor. Bis Dezember 2021 warb das Land Fördergelder in Höhe von 9,03 Millionen Euro ein. Unter den insgesamt 259 Projekten, an denen sich China beteiligte, wiesen mit 174 Projekten zwei Drittel auch eine deutsche Teilnahme auf (Quelle: H2020-ECORDA-Vertragsdatenbank). Die EU und China haben auf der Basis einer 2018 beschlossenen „Roadmap for EU-China S&T Cooperation" Flaggschiff-Initiativen in den Bereichen Ernährung, Agrarwirtschaft, Biotechnologien, Umwelt, Nachhaltigkeit und Transport durchgeführt. Eine Roadmap für die EU-China-Kooperation unter dem neuen Rahmenprogramm Horizont Europa wird aktuell vorbereitet.

Ein weiterer Ansatz besteht darin, Forschungseinrichtungen und Unternehmen den Zugang zu China zu erleichtern. 2017 wurde zu diesem Zweck das European Network of Research and Innovation Centres and Hubs in China (ENRICH in China) gegründet.

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