StartseiteLänderAsienJapanZusammenfassungÜberblick zur internationalen Kooperation

Überblick zur internationalen Kooperation: Japan

Die Internationalisierung von Hochschullandschaft und Studium ist für Japan ein Langzeitprojekt. Ein wichtiger Anbieter von Stipendien für Kurzzeitaufenthalte ist die Japan Student Service Organization (JASSO), für Studierende, die einen Bachelor-, Master- oder Promotionsabschluss in Japan anstreben, bietet das Bildungsministerium MEXT Förderungen an (Broschüre zu Stipendienprogrammen). Aktuelle politische Zielsetzung ist es, die Anzahl der internationalen Studierenden in Japan bis zum Jahr 2020 auf 300.000 zu steigern („300,000 International Students Plan“). 2014 wurde ein umfassendes Förderprogramm mit zehnjähriger Laufzeit aufgelegt. Unter dem „Top Global Universities“-Programm (2014-23, Portal) erhalten 37 japanische Hochschulen Fördermittel, um Reformen durchzuführen und den Lehrbetrieb zu internationalisieren. Das jährliche Gesamtbudget liegt bei 7,7 Mrd. Yen (58 Mio. Euro, JSPS-Rundschreiben 03/2014).

Der Anteil der japanischen Studierenden, die im Ausland einen Abschluss anstrebten, lag mit 1 Prozent unter dem OECD-Durchschnitt von 2 Prozent. Die Zahl der internationalen Studierenden, die in Japan einen Abschluss anstreben, nahm bis 2011 auf gut 151.000 zu, war dann bis 2015 rückläufig und wuchs 2017 wieder auf mehr als 164.000 Studierende an. Jedoch lag Japan mit einem Anteil von 4 Prozent internationaler Studierender nach wie vor unter dem OECD-Durchschnitt von 6 Prozent (Deutschland: 8 Prozent). In der für die Wissenschaft wichtigen Promotionsphase verzeichnete Japan mit 18 Prozent allerdings einen viel höheren Anteil internationaler Promovierender als Deutschland  mit 10 Prozent (siehe Bildungsindikatoren).

Die meisten internationalen Studierenden in Japan stammen aus den asiatischen Nachbarländern China, Vietnam, Südkorea, Nepal und Indonesien. Die beliebtesten Zielländer für japanische Studierende sind hingegen die westlichen Industrieländer USA, Großbritannien, Australien, Deutschland und Kanada (Quelle: UNESCO Global Flow of Tertiary-Level Students, berücksichtigt werden nur Studierende, die einen Abschluss anstreben, zu China als Zielland fehlen Daten).

Japanische Fördereinrichtungen wie die Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) und die Japan Science and Technology Agency (JST) unterstützen seit langem grenzüberschreitende Mobilität und Kooperation. Insbesondere das JSPS vergibt Förderung an ausländische Forschende in allen Phasen der wissenschaftlichen Laufbahn (Promotion, Post-Doc, Professur), um diesen einen Japan-Aufenthalt zu ermöglichen (Übersicht JSPS-Fellowship-Programme). Im Gegenzug können auch japanische Forschende für Auslandsaufenthalte Förderung erhalten. Die Japan Science and Technology Agency (JST) nutzt für bi- und multilaterale Förderbekanntmachungen das Strategic International Collaborative Research Program (SICORP), das je nach Partnerland bzw. multilateralem Kontext angepasst wird.

Der Anteil der internationalen Ko-Publikationen an der Gesamtzahl der wissenschaftlichen Publikationen war in Japan 2018 mit 30,3 Prozent gering (ähnlich Südkorea mit 29,3 Prozent). Zum Vergleich: In Deutschland und in vielen anderen westlichen Industrieländern beträgt der Anteil inzwischen über 50 Prozent (Quelle: SCImago. SJR — SCImago Journal & Country Rank. Retrieved June 4, 2019, from www.scimagojr.com). Unter den fünf wichtigsten Ko-Publikationsländern der letzten drei Jahre liegen die USA an erster Stelle, gefolgt von China, Deutschland, Großbritannien und Frankreich (Quelle: Scopus Elsevier 2016-18).

In der „Integrated Innovation Strategy“ (S. 63 ff.) hat Japan die mangelnde globale Vernetzung der Wissenschafts- und Innovationslandschaft als eine wichtige Schwachstelle ausgemacht. Eine strenge Evaluierung der Internationalisierung wird empfohlen. In Zukunft will sich Japan vor allem als global führend in Bezug auf die Nutzung von Wissenschaft, Technologie und Innovation (STI) zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) positionieren („STI for SDGs").

Gerade in Zusammenarbeit mit multinationalen Organisationen und Foren ist Japan bildungs- und forschungspolitisch sehr aktiv gewesen, in der OECD und im Rahmen des Vorsitzes für die G7-Gruppe. Im Jahr 2019 hat Japan den Vorsitz der G20-Gruppe übernommen und plant, das Thema „STI for SDGs" weiter zu fördern.

Seit 2009 besteht ein Abkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit zwischen Japan und der Europäischen Union. Aktuelle Informationen können auf der Webseite der EU zur Zusammenarbeit mit Japan im Bereich Forschung und Innovation abgerufen werden. Ausschlaggebend für die zukünftige Zusammenarbeit ist die Roadmap for EU-Japan Science and Technology Cooperation", die im Oktober 2018 beschlossen wurde. Ein weiterer bedeutsamer Schritt für die Beziehungen zwischen der EU und Japan ist der Abschluss eines Freihandelsabkommens im Jahr 2018, das am 1. Februar 2019 in Kraft getreten ist.

Japan beteiligt sich aktiv an Ausschreibungen unter dem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 (2014-20), erhält dabei aber nur in Ausnahmefällen eine Förderung durch die EU: Bis März 2019 warb das Land Fördergelder in Höhe von 3,2 Millionen Euro ein. Unter den insgesamt 94 Projekten, an denen sich Japan bisher beteiligte, wies mit 64 Projekten zwei Drittel auch eine deutsche Teilnahme auf (Quelle: H2020-ECORDA-Vertragsdatenbank).

Die Zusammenarbeit mit interessierten europäischen Staaten wird auch ohne spezielle Förderung der Europäischen Kommission im Rahmen der 2014 gegründeten European Interest Group CONCERT-Japan fortgesetzt, die jährlich eine Förderbekanntmachung lanciert (EIG CONCERT).

Unter dem von Japan 2012 initiierten e-ASIA Joint Research Program werden ebenfalls gemeinsame Förderbekanntmachungen durchgeführt und Forschungsprojekte gestartet, die helfen sollen, die Probleme der Region Ostasien zu bewältigen. Dabei können sich je nach Interesse 10 ASEAN-Mitgliedsländer und acht weitere Länder beteiligen.

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